Schlaglochreport

Straßenschäden lebensgefährlich

Schlagloch Foto: tyresafe

Der ADAC hält den Zustand vieler Straßen in Deutschland für so schlecht, dass Schäden am Auto zu lebensgefährlichen Unfällen führen können.

"An den spitzen Kanten großer Schlaglöcher leiden die Reifen immens", warnt dervADAC-Technikexperte Hubert Paulus in der Zeitschrift auto motor und sport. "Es kann sogar passieren, dass der Stahlgürtel im Reifengummi ernsthaft beschädigt wird. Das ist oft nicht gleich zu erkennen, kann aber dazu führen, dass bei nächster Gelegenheit der Reifen platzt, etwa bei hohem Tempo auf der Autobahn." Deshalb sollten Autofahrer nach einem Schlaglochrempler unbedingt den Reifen in der Werktstatt überprüfen lassen.

Geld aus Lkw-Maut für kommunalen Straßenbau

Mindestens die Hälfte der Gemeindestraßen sei kaputt, schätzt der ADAC. Allein drei Milliarden Euro seien aktuell allein zur Ausbesserung der Schlaglöcher in den kommunalen Straßen nötig. "Die kommunale Straßeninfrastruktur ist chronisch unterfinanziert", sagt auch Carsten Hansen, Referatsleiter Verkehr beim Deutschen Städte- und Gemeindebund. "Es fehlen jährlich 2,15 Milliarden Euro. Die Erhaltungsaufwendungen fressen uns auf."

Dabei kritisiert der Städte- und Gemeindebund, dass die Kommunen nicht an Mauteinnahmen beteiligt werden, obwohl sie die Schäden des Lkw-Verkehrs zu tragen haben. "Aus der Lkw-Maut sehen die Gemeinden keinen Cent, aber gerade für das kommunale Netz ist das Schadenspotenzial immens", so Hansen. "Deshalb fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine Lkw-Maut auch für die kommunalen Straßen."

Zudem kritisiert Hansen, dass Städte, Kreise und Gemeinde nicht über Zuweisungen nicht völlig frei verfügen dürfen. Sie seien gehalten, Zuweisungen in in Neubauprojekte oder Umgestaltungen wie Verkehrsberuhigungen zu investieren, nicht jedoch in Erhalt und Reparatur, so Hansen. Die Folge: Dringend sanierungsbedürftige Straßen verrotten weiter, während andere Straßen gebaut oder verkehrsberuhigt werden. So steigen Substanzverlust und Reparaturkosten. Um ernsthaft gegen diesen Verfall anzugehen, müssten die Kommunen laut ADAC jährlich acht Milliarden Euro bereitstellen. Tatsächlich sind es nur fünf Milliarden Euro.

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