Schweiz

Sechs Tote nach Tunnel-Unfall

Foto: dpa

Wieder Tote bei einem Flammeninferno in einem Alpentunnel: Mindestens sechs Menschen sind am Samstag (16.9.) bei einem Unfall im Viamala-Tunnel in der Schweiz ums Leben gekommen, sechs weitere erlitten Verletzungen. Zwei Menschen wurden nach Polizeiangaben am Sonntag noch vermisst.

Bei dem Unglück in dem zweispurigen Tunnel auf der San-Bernardino-Route südlich von Chur war ein Auto in einen Reisebus gerast. Die beiden Fahrzeuge sowie ein weiterer Wagen brannten vollständig aus. In dem Bus saß eine junge Eishockey-Mannschaft. 21 der 23 Passagiere konnten den Flammen entkommen. Die Rettungsarbeiten wurden durch Qualm und starke Hitze erheblich behindert.

Der Viamala-Tunnel bleibt wegen schwerer Schäden mindestens eine Woche geschlossen, die gesamte San-Bernardino-Route ist für den Schwerverkehr gesperrt. Nach Angaben der Schweizer Behörden entspricht der Tunnel den derzeit gültigen Sicherheitsstandards.

Die Polizei konnte nach eigenen Angaben auch am Sonntag den Unfallhergang noch nicht erklären. Die Herkunft der beiden ausgebrannten Autos war ebenfalls nicht bekannt. Augenzeugen zufolge soll der Wagen, der um 13.15 Uhr in den Bus raste, ein Rad verloren haben. In den Unfall verwickelt waren insgesamt acht Fahrzeuge, neben dem Reisebus mit der Eishockey-Mannschaft aus dem Tessin auch zwei Sattelschlepper aus Österreich und Deutschland.

Drei Tote wurden außerhalb der Fahrzeuge auf der Tunnelfahrbahn gefunden. Die Polizei schloss nicht aus, dass darunter die beiden Vermissten aus dem Bus sind. Zwei weitere Tote wurden in einem Auto entdeckt. Das dritte Opfer wurde zwar geborgen, doch die Hilfe kam zu spät; es starb am Ausgang des Tunnels. Die Polizei geht davon aus, dass zwei Menschen verbrannt und vier weitere erstickt sind.

Immer wieder schwere Unfälle in Tunneln

Der Unfall hatte sich wenige Kilometer südlich von Thusis ereignet. In dem 750 Meter langen Viamala-Tunnel, in dem es eine lang gezogene Kurve gibt, war es bereits mehrmals zu Unfällen gekommen. Sie seien zumeist dadurch verursacht worden, dass die beiden Fahrbahnen nicht getrennt seien, erklärten Fachleute. Im September 1999 hatte der ADAC die Sicherheitsstandards dort kritisiert.

In europäischen Straßentunneln ist es in den letzten Jahren immer wieder zu schweren folgenschweren Verkehrsunfällen gekommen. Am 24. Oktober 2001 waren im Gotthardtunnel in der Schweiz zwei Lastwagen zusammengeprallt, bei dem anschließenden Brand kamen elf Menschen ums Leben. Danach wurden alle Tunnel in der Schweiz auf Sicherheitsmängel überprüft und zum Teil saniert, auch der 1967 in Betrieb genommene Viamala-Tunnel. Der schwerste Unfall ereignete sich am 24. März 1999 in Frankreich. Im Montblanc-Tunnel geriet damals ein belgischer Lastwagen in Flammen. Das Feuer griff schnell auf andere Fahrzeuge über. 39 Menschen starben in dem Inferno.

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