Stadler Flirt Akku Prototyp (2019) Stadler Rail

Batteriezüge auf dem Vormarsch

55-Akkuzüge für Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es kaum Zugstrecken mit Oberleitungen. Deshalb kommen dort jetzt batteriebetriebene Züge zum Einsatz.

Dank ihrer auf dem Dach montierten Batterien sollen sie 150 Kilometer rein elektrisch fahren können: die Triebzugmodelle Stadler Flirt Akku. Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein hat jetzt 55 dieser Züge bestellt – ab 2022 sollen sie die bisher eingesetzten Dieselzüge ersetzten.

In Schleswig-Holstein sind gerade mal 29 Prozent des Bahn-Streckennetzes elektrifiziert, nur auf den Hauptstrecken nach Hamburg, Flensburg, Kiel und Lübeck gibt es Oberleitungen. Deshalb sind im Norden Deutschlands noch überdurchschnittlich viele Dieselzüge unterwegs.

Stadler Flirt Akku Prototyp (2019)
Stadler Rail
Leise und lokal emissionsfrei: Batteriezüge wie der Stadler Flirt Akku.

Laden auch an vorhandenen Oberleitungen

Die neuen Akku-Züge lassen sich zum einen an den Oberleitungen der Hauptstrecken nachladen, zum anderen sind die Erweiterung der Oberleitungsstrecken sowie die Errichtung neuer Ladestationen geplant.

Den neuen Flirt-Akku hat der Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail aus dem schweizerischen Bussnang im Oktober 2018 erstmals gezeigt – den Auftrag wickelt die deutsche Stadler-Niederlassung in Berlin Pankow ab. Die Höchstgeschwindigkeit ihrer Batterie-Züge geben die Schweizer mit 140 km/h an. Teil des Deals mit Schleswig-Holstein ist, dass Stadler die nächsten 30 Jahre für die Instandhaltung der Züge verantwortlich ist.

Batteriebetriebene Züge erobern das Schienennetz: Der Stadler Flirt Akku in Bildern.

Stadler Flirt Akku Prototyp (2019)
Stadler Flirt Akku Prototyp (2019) Stadler Flirt Akku Prototyp (2019) Stadler Flirt Akku Prototyp (2019)

Klage von Alstom

Der französische Hersteller und Stadler-Konkurrent Alstom hatte gegen die Vergabekriterien geklagt. Alstom stellt unter anderem mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-Züge her und betreibt einen in dem nördlichen Bundesland. Die Vergabekriterien sahen vor, dass die Mitbieter nicht nur die Züge, sondern auch die Ladeinfrastruktur liefern. Das wollte Alstom nicht und gab deshalb kein Gebot ab. Die Klage der Franzosen wurde vom Oberlandesgericht Schleswig-Holstein abgewiesen.

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Fazit

Der Akku als alleiniger Energiespeicher hält auch in die Welt der Züge Einzug. Das sorgt für saubere Luft auf Strecken ohne Oberleitungen und bringt die Akkuforschung weiter voran. Davon könnten wiederum alle Hersteller batteriebetriebener Fahrzeuge profitieren.

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