Strategische Partnerschaft

BMW und Daimler entwickeln selbstfahrende Autos

02/2019, BMW Vision iNext und Mercedes Vision Tokyo Foto: Daimler AG

Die Kooperation zielt auf die Entwicklung einer gemeinsamen Architektur ab. Diese soll flexibel einsetz- und anpassbar sein sowie kürzere Innovationszyklen und Kostenersparnisse ermöglichen. Sie dient als Basis für autonome Fahrzeuge auf Level 3 und 4.

Nur gemeinsam sind wir stark: Diese Erkenntnis setzt sich in den Vorstandsetagen von BMW und Daimler immer mehr durch. Deshalb arbeiten beide Konzerne bereits bei Mobilitätsdienstleistungen wie Carsharing, Ladelösungen für Elektroautos oder der Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote zusammen. Nun gehen beide Hersteller noch einen großen Schritt weiter und bündeln ihre Kräfte beim automatisierten Fahren im Rahmen einer strategischen und langfristig angelegten Partnerschaft.

BMW und Daimler unterzeichnen Absichtserklärung

02/2019, 5 Joint Ventures BMW Daimler Joint Ventures von BMW und Daimler Konkurrenten gründen 5 gemeinsame Unternehmen

Das hatte sich angedeutet; bei der Präsentation der neuen Mobilitätsdienste am vergangenen Freitag (22.2.2019) wichen die Vorstandsvorsitzenden Harald Krüger (BMW) und Dieter Zetsche (Daimler) entsprechenden Fragen nur halbherzig aus. Nun also die offizielle Verlautbarung, dass eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet wurde, um automatisierte Fahrfunktionen künftig zusammen zu entwickeln.

Im ersten Schritt geht es dabei um die nächste Technologiegeneration für Fahrerassistenzsysteme und hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 und 4. In diesem Rahmen geht es vor allem um das Fahren auf Autobahnen und automatisiertes Parken. Beide Hersteller wollen auf diesen Gebieten voneinander lernen und vor allem eine skalierbare Architektur konstruieren, die verschiedene Vorteile bieten soll: Die Plattform soll möglichst flexibel einsetz- und anpassbar sein sowie kürzere Innovationszyklen und natürlich Kostenersparnisse ermöglichen. „Statt individueller Insellösungen geht es uns um ein zuverlässiges Gesamtsystem, das unseren Kunden einen spürbaren Nutzen bringt“, erklärt Ola Källenius, der in Kürze Dieter Zetsche als Vorstandsvorsitzender bei Daimler beerben wird.

Kooperation für weitere Hersteller offen

Zusammenarbeit Mercedes und BMW Kooperationen zwischen den Herstellern Wer mit wem in der Autoindustrie

Dabei wird es aber wahrscheinlich nicht bleiben: „Die BMW Group baut auf langfristige Partnerschaften, um die Industrialisierung des autonomen Fahrens voranzutreiben“, sagt BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Schon bald sollen Gespräche über die Ausdehnung der Kooperation auf höhere Automatisierungsgrade geführt werden. Dabei soll es nicht nur um Autobahnen, sondern auch urbane Gegenden und Städte gehen. Interessant: Direkt bei der ersten Bekanntgabe der Kooperation legen die Partner Wert darauf, dass sich andere Unternehmen anschließen können: Beide Unternehmen werden weitere Partnerschaften mit Technologie-Unternehmen und Automobilherstellern prüfen, die zum Erfolg der Plattform beitragen können.

Die Entwicklung der aktuellen Generationen automatisierter Fahrzeuge sowie Kooperationen der beiden Unternehmen bleiben von der neuen strategischen Partnerschaft unberührt und werden unverändert fortgeführt. Heißt: BMW wird die für 2021 angekündigte Serienversion des iNext alleine zu Ende entwickeln. Der iNext soll auf Leven 3 automatisiert fahren können und für Pilotprojekte mit Level 4 befähigt sein.

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