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Versicherer bewerten autonomes Auto-Fahren

Versicherungs-Kosten sinken bis 2035 um bis zu 22%

Assistenzsysteme und autonomes Fahren können 2035 bis zu 22 % Reparaturkosten in der Kfz-Versicherung sparen, so eine Studie des Versicherungs-Verbandes GDV.

Je nachdem, wie stark sich Assistenzsysteme und autonomes Fahren durchsetzen, müssten Auto-Versicherer in 20 Jahren 7 bis 16 Prozent weniger Schäden regulieren. Um 16 Prozent sinken die Schäden, wenn sich assistiertes Fahren so schnell durchsetzt wie das ESP. Die niedrigere Zahl steht für die pessimistischere Annahme, dass sich Assistenzsysteme so schnell verbreiten wie das ABS in den zwanzig Jahren nach seiner Einführung 1978. Die Zahlen gelten dabei für die Kfz-Versicherung insgesamt. Höhere Reparaturkosten, wie sie etwa für beschädigte Radarsensoren anfallen, oder beim Kalibrieren von Kameras beim Tausch der Windschutzscheibe, sind berücksichtigt.

Assistenz-Systeme sparen Versicherungskosten

In der Haftpflicht-Versicherung gehen die Schäden am stärksten zurück: laut GDV-Studie könnten die sogenannten Entschädigungsleistungen um 21 Prozent sinken, wenn sich Assistenzsysteme bis 2035 so schnell durchsetzen wie sich das ESP zwischen 1995 und 2015 durchgesetzt hat. Das hieße, dass die Systeme in rund 80 Prozent aller Autos und Transporter bis 3,5 Tonnen eingebaut sind. Setzen sich die Systeme langsamer durch, gehen die Schäden voraussichtlich um 10 Prozent zurück.

7,5 % weniger Kasko-Schäden bis 2035

Trailer Assist basiert auf Parkassistent
CARAVANING
Einparkassistenten können helfen, die Versicherungskosten zu reduzieren.

In der Kasko sind die Effekte geringer und das liegt vor allem an der Teilkasko: „Ein Autobahnpilot schützt nicht vor Autodieben, eine Einparkhilfe verhindert keinen Steinschlag“, erklären die Autoren in der Studie. Die Studie geht ebenfalls davon aus, dass es weiterhin Haftpflichtschäden geben wird – durch unvorsichtig geöffnete Türen etwa, oder weil ein Notbremssystem eben die physikalischen Gesetze nicht außer Kraft setzen kann.

Für die Studie sind vier Fahrer-Assistenzsysteme relevant: Park- und Rangierassistent, Notbremsassistent, Spurwechselassistent und Spurhaltesysteme. Dazu kommen die autonomen Fahrfunktionen Autobahnpilot und City- und Landstraßenpilot.

VW Golf, Assistenzsysteme

Notbremsassistent verhindert die meisten Schäden

Am meisten Schäden kann voraussichtlich der Notbremsassistent verhindern: 28 Prozent aller Haftpflichtschäden könnte er beeinflussen. Dass die potentielle Ersparnis in der Haftpflicht niedriger liegt, liegt daran, dass die Wirksamkeit des Assistenzsystems bei 40 Prozent liege, so die Studie weiter. Auch der Nutzungsgrad der Systeme wurde einberechnet, was vor allem bei Park- und Rangierassistenten wichtig ist: Diese muss der Fahrer bewusst einschalten, während ein Notbremsassistent normalerweise immer aktiv ist.

Teurere Reparaturen durch Assistenzsysteme

Notbrems-Assistent
Achim Hartmann
Der Tausch einer Windschutzscheibe wird durch Assistenzsysteme um bis zu 30 Prozent teurer.

Dazu kommt, dass durch Assistenzsysteme manche Reparaturen teurer werden: Der Tausch einer Windschutzscheibe wird laut GDV um etwa 30 Prozent teurer. Bis 2035 muss die Kfz-Haftpflicht darum 3 bis 8 Prozent höhere Reparaturrechnungen bezahlen, die Kosten in der Kaskoversicherung steigen um etwa 4 bis 10 Prozent.

In der Studie nennt der GDV auch Beispiele für neue Risiken: Hacker-Angriffe, Missverständnisse zwischen autonomen und nicht-assistierten Fahrzeugen, defekte Sensoren, falsche Bedienung oder Softwarefehler. Assistenzsysteme sollten darum immer mindestens so sicher sein wie ein menschlicher Fahrer, fordern die Versicherer.

Der GDV hat die Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie sich Assistenzsysteme und autonomes Fahren auf Schäden auswirken, die Versicherer über Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko begleichen müssen. An der Studie haben Mathematiker, Ingenieure, Unfallforscher und Unfallexperten gearbeitet.

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