Studie zu Tempo 130 auf Autobahnen

Die Deutschen fahren langsam

Tempo 130 Foto: Adobe Stock

Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde den Verkehr kaum einbremsen, da die meisten Autofahrer die Richtgeschwindigkeit einhalten.

Das geht aus einer bisher geheimgehaltenen Studie des Verkehrsministeriums hervor. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat dessen Veröffentlichung bewirkt.

Nur jeder 10. ist schneller als 150

Die Studie der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) enthüllt, dass nur jeder Dritte Pkw-, Motorrad- und Lkw-Fahrer auf unbegrenzten Autobahnstrecken schneller als 130 km/h unterwegs ist. Nur rund jeder Zehnt fuhr über 150 km/h. Die Werte wurden zwischen 2010 und 2014 auf rund 100 repräsentativen Autobahnabschnitten ermittelt und in der Studie von September 2016 veröffentlicht.

Die Studie bietet zudem einen Vergleich zwischen dem Tempolimit und der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit. Wegen der geringen Zählstellen bei Tempo 60 fällt dieser Bereich aus. Die durchschnittliches Geschwindigkeit in 80er-Zonen beträgt 87,4 km/h. Bei Tempo 100 waren die Autofahrer mit 103,3 km/h unterwegs. Bei 120 waren es sogar nur 115,6 km/h, bei Tempo 130 waren es real 118,3 km/h. Auf den unbeschränkten Strecken lag das Durchschnittstempo bei 124,7 km/h. Diese Werte gelten für Leichtverkehr ohne Anhänger in der Pkw inkludiert sind.

Durschchnittsgeschwindigkeit auf Autobahnen (Leichtverkehr ohne Anhänger)

Jahr

2010

2011

2012

2013

2014

Durchschnittstempo

116,5 km/h

116,9 km/h

116,2 km/h

116,7 km/h

117,0 km/h

Die Auswirkungen eines Tempolimits auf die Geschwindighkeit ist nach Angaben der Bast indes hoch. So nimmt die Anzahl der Tempo-Bereiche von über 140 km/h an Messstellen mit 120er-Tempoloimt gegenüber Messstellen ohne Limit stark ab. Auch ist der Einfluss von Ballungsräumen auf die Tempoverteilung hoch, die Durchschnittsgeschwindigkeit innerhalb von Ballungsgebieten deutlich niedriger. Dafür seien die häufigeren Tempolimits und die höhere Verkehrsdichte verantwortlich. Auch geht aus der Auswertung hervor, dass es keine Unterschiede der gefahrenen Geschwindigkeit auf zwei oder drei Fahrspuren gibt – und sogar der Einfluss des erhöhten Schwerlastverkehrs auf das Tempo des Leichtverkehrs ist kaum vorhanden. So sind die unteren Geschwindigkeitsklassen etwas schwächer besetzt, die höheren etwas stärker, über 150 km/h gleichen sich die Anteile im Vergleich zu Autobahnabschnitten mit niedrigerem Lkw-Verkehrsaufkommen.

Unlängst hat es eine Debatte über die Einführung von Tempo 130 auf deutschen Autobahnen gegeben, um die CO2-Belastung zu reduzieren. Die gefahrenen Geschwindigkeit ist hierfür ein wichtiger Parameter. Gesicherte Erkenntnisse, wie stark eine Geschwindigkeitslimitierung den CO2-Ausstoß senken könnte gibt es nicht. Der ADAC nannte eine Reduzierung von neun Prozent bei Tempo 120.

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