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Tesla macht Gewinn in Q4 2019

Darum sollte man Tesla-Aktien trotzdem verkaufen

Der Elektroauto-Hersteller übertrifft die Erwartungen der Analysten und präsentiert schwarze Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2019. Für das Gesamtjahr sieht die Sache jedoch deutlich negativer aus. Tesla macht für die Zukunft selbstbewusste Ansagen, Analysten empfehlen aber den Verkauf der Aktie.

Ohne den typischen Pathos geht es nicht: „2019 war ein Wendepunkt für Tesla“, heißt es gleich zu Beginn einer Präsentation, in der die Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2019 präsentiert wurden. Darin konnte der Elektroauto-Hersteller tatsächlich schwarze Zahlen vorweisen, zumindest für Q4: Der Umsatz stieg im Vergleich zu Q3 von 6,3 auf 7,4 Milliarden Dollar und damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Davon stammen 6,4 Milliarden Dollar aus dem Autogeschäft. Der Rest teilt sich der Firmenpräsentation zufolge auf den Verkauf von Stromspeichern und den Service für die Tesla-Fahrzeuge auf.

Weniger Profit, höhere Produktionszahlen

Der Profit fiel allerdings, und zwar von 143 auf 105 Millionen Dollar. Damit toppte Tesla nur beim Umsatz den Rekordwert aus dem Vorjahr, als in Q4 ein Umsatz von 7,2 Milliarden, in Q3 aber ein Gewinn von 311 Millionen Dollar verbucht werden konnte. Für das Gesamtjahr 2019 bleibt dennoch trotz eines Gesamtumsatzes von etwa 24,5 Milliarden Dollar ein Verlust von 862 Millionen Dollar hängen; die beiden ersten und verlustreichen Quartale liefen schlicht zu schwach.

Tesla Model 3, Exterieur
Tyson Jopson
Das Model 3 treibt Teslas Produktion- und Absatzzahlen nach oben.

Seine Produktion hat Tesla inzwischen allem Anschein nach im Griff. Im vierten Quartal hat Tesla allein knapp 87.000 Model 3 gefertigt und von allen Baureihen insgesamt gut 112.000 Autos ausgeliefert. Die Produktion des neuen elektrischen Kompakt-SUV Model Y lief im kalifornischen Fremont kürzlich bereits an, die Auslieferungen sollen zum Ende des ersten Quartals 2020 starten. Beide Termine liegen vor dem eigentlich geplanten Start; bei Tesla lief es bisher stets andersherum. Das eigentliche Produktionsziel von 500.000 Autos für 2020 (im Vorjahr waren es etwa 365.000) werde man locker übertreffen, auch weil die Produktion im neuen Werk in Shanghai sehr gut angelaufen sein.

Die Absatzzahlen steigen, aber die Marge schrumpft

Um die guten Absatzzahlen einzuordnen, muss jedoch eine politische Komponente berücksichtigt werden. Die US-Regierung fuhr für 2020 die Elektroauto-Förderung stark zurück. Viele Tesla-Kunden dürften ihren Autokauf also vorgezogen haben, um noch von der Prämie zu profitieren. Und die Produktionszahlen liefern weitere Schattenseiten. Die Fertigung der Oberklasse-Modelle Model S und X schrumpft kontinuierlich, seit das kompaktere und günstigere Model 3 auf dem Markt ist. Das drückt auf die Marge, die im Vergleich zum Vorjahresquartal von 5,7 auf 4,9 Prozent gefallen ist.

Dennoch nutzte Elon Musk die Präsentation, um selbstbewusste Ankündigungen zu machen. Nicht nur der Umsatz soll verlässlich steigen, sondern Tesla will nicht nur vereinzelt, sondern künftig in jedem Quartal Gewinne erzielen. „Es sei denn, wir führen neue Produkte ein“, schränkt Musk allerdings ein. Tesla sieht sich jetzt an dem Punkt, in dem sich das Unternehmen von selbst trage. Das sehen offenbar auch die Anleger so, denn im nachbörslichen Handel machte die Tesla-Aktie direkt einen Sprung um elf Prozent auf über 600 Dollar pro Stück. Das Unternehmen ist damit jetzt 105 Milliarden Dollar wert – und damit mehr als VW.

Der Aktienkurs ist hoch

Genau darin sieht beispielsweise Frank Schwope von der NORD/LB das Problem: „Wenngleich Tesla den Turnaround geschafft haben könnte, sucht doch die Bewertung des Unternehmens ihresgleichen. Die exorbitante Entwicklung des Aktienkurses der Tesla-Aktie in den letzten Wochen halten wir für übertrieben. Wir empfehlen, das Wertpapier zu verkaufen“ bei einem Kursziel von 320,00 US-Dollar.

Besonders wichtig dürfte nach Schwopes Einschätzung für Tesla 2020 sein, „dass die Produktion im neuen chinesischen Werk zügig hochgefahren werden kann“. Ein gewisses Risiko sieht der Analyst darin, dass „in diesem Jahr wird auch die Elektroauto-Konkurrenz größer wird, Volkswagen bspw. beabsichtigt“, massenhaft „Elektroautos zu verkaufen und das möglicherweise deutlich billiger und qualitativ hochwertiger“ als die Amerikaner.

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Fazit

Tesla legte zwar schwarze Zahlen vor und übertraf die Erwartungen der Analysten. Aber das Unternehmen hat weiterhin mit Problemen zu kämpfen. Nur wenn Produktion und Absatz weiter kontinuierlich wachsen, dürfte Musks Ziel, von nun an in jedem Quartal schwarze Zahlen zu präsentieren, tatsächlich erreicht werden. Dafür ist allerdings wichtig, den Rückgang der Rendite zu stoppen. Und der Aktienkurs könnte sein Maximum erreicht haben.

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