Unfallschaden

Aus Schaden klug

Nach selbstverschuldeten Unfällen sollte nicht gleich die Kfz-Versicherung mit der Abwicklung des Schadens betraut werden. Gerade bei einem kleineren Crash lohnt es sich, die Reparaturkosten aus eigener Tasche zu zahlen.

Wenn es um die Schadenregulierung nach Verkehrsunfällen geht, dann beauftragen Autofahrer in der Regel die Kfz-Versicherungen mit der Abwicklung. Doch nicht immer ist das die günstigste Lösung. Denn ob es sich lohnt, die Assekuranz zahlen zu lassen, hängt unter anderem von der Höhe des Schadens ab und davon, in welcher Versicherungseinstufung sich der Autofahrer befindet.

Denn nach Abwicklung des Schadens lässt die Assekuranz den Kunden in den Versicherungsklassen fallen. Wer etwa zwölf unfallfreie Jahre auf seinem Konto hat, dem werden meist schon nach einer leichten Karambolage sieben schadenfreie Jahre gestrichen – der Versicherungsbeitrag geht spürbar in die Höhe.

Es dauert Jahre, bis der Autofahrer seine alte Versicherungseinstufung wieder erreicht hat. Das bedeutet: Er hat unter Umständen der Assekuranz mehr gezahlt, als der Schaden ursprünglich ausmachte. Ab welchem Betrag sich das Ganze rechnet, haben die Marktbeobachter von Aspect Online in Beispielrechnungen ermittelt. Dabei kamen Durchschnittswerte heraus. Resultat: Junge Fahranfänger sowie Vielfahrer sollten Haftpflicht- und Vollkasko-Schäden unter 1.000 Euro selbst tragen. Bei Autofahrern mit zwölf schadenfreien Jahren zum Beispiel liegt die Grenze bei rund 800 Euro und bei Menschen, die bisher 25 Jahre ohne Unfall waren, sind Reparaturkosten bis etwa 600 Euro im Haftpflichtbereich und zirka 400 Euro in der Vollkaskosparte ein Fall für den eigenen Geldbeutel.

Auf den Jahresrechnungen vermerken bereits viele Versicherungen, bis zu welcher Höhe es sich lohnt, Schäden selbst zu zahlen. Ist das nicht der Fall, sollte man den Betrag erfragen. Bei kleineren Schäden informieren viele Unternehmen von sich aus ihre Kunden. Wichtig ist, dass man der Versicherung den Unfall meldet, auch wenn er aus eigener Tasche gezahlt werden soll. Das verhindert, dass es später ein böses Erwachen gibt, wenn nach Absprache einer privaten Schadenregulierung die Beschädigung am Auto des Unfallgegners doch größer ausfällt. Nachdem die Schadenhöhe mitgeteilt wurde, haben Kunden sechs Monate Zeit, den Schaden zurückzukaufen. Die Versicherungseinstufung gilt weiterhin als unangetastet. Inzwischen bieten viele Assekuranzen diesen Service sogar in der Vollkasko an.

Außerdem gilt zu beachten: Wer 25 Jahre unfallfrei gefahren ist, erhält bei den Versicherern in der Kfz-Haftpflicht meist den so genannten Rabattretter. Er verhindert, dass man nach einem Crash höhere Beiträge zahlen muss. Der Schadenrückkauf ist somit nicht wichtig. Allerdings ist dieser Schutz meist nach einem Schaden aufgebraucht. Seit neuestem wird bei den Assekuranzen die Leistung Rabattschutz immer beliebter, die vielen Autofahrern in der Haftpflicht und Vollkasko offen steht. Hier stufen die Assekuranzen den Kunden nach einem Crash nicht automatisch in eine schlechtere Klasse ein. Der Vertrag wird weiterhin als schadenfrei angesehen. Dieser Service ist nicht kostenlos, sondern die Leistung ist extra zu ordern. Dafür werden den Kunden aber je nach Versicherung bis zu drei Unfallschäden nicht angerechnet. Der Schadenrückkauf ist an dieser Stelle dann auch nicht so wichtig.

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