Unfallvermeidung

Blackbox für Fahranfänger

Navigationssytem Foto: dpa

Mit einem "elektronischen Begleiter" im Auto sollen Fahranfänger in Brandenburg künftig seltener verunglücken. Brandenburg sei das erste Bundesland, das das neue Navigationsgerät teste, sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider am Mittwoch (10.12.) in Potsdam.

Der faustgroße "Beifahrer" steckt am Armaturenbrett eines Wagens und speichert Bretschneider zufolge im Minutenabstand Position, Strecke und Geschwindigkeit eines Autos. Die Daten können später im Internet abgerufen werden. Weil das nur mit einem Passwort möglich sei, müsse niemand den "gläsernen Fahrer" fürchten. Junge Fahrer sollen sich durch diese Kontrolle selbst disziplinieren, nicht rasen und als "Belohnung" bei der Autoversicherung sparen.


Nils Bruchmann will von Januar 2009 an mit seinem "elektronischen Begleiter" unterwegs sein - und beim Fahren nicht "die Sau rauslassen", wie er sagte. Vater Andreas Bruchmann meinte: "Ich befürworte die Sache." Er freue sich auf Einsparungen bei der Versicherung von etwa 800 Euro. Sein Sohn ist einer von zunächst 500 Freiwilligen im Alter von 18 bis 24 Jahren, die das Ministerium gewinnen will, um im nächsten Jahr die neue Technik zu testen. 2011 wird mit Ergebnissen gerechnet.

Walter Gerlach von der am Projekt beteiligten Softwarefirma vergleicht den "elektronischen Begleiter" mit einem Fahrtenbuch. Der Nutzer könne die mit dem Navigationsgerät gespeicherten Daten selbst ins Internet übertragen und sein Fahrverhalten kontrollieren. "Es geht nicht darum, dass ein Dritter die Daten überprüfen kann", sagte Bretschneider. Sollte es nach einem Verkehrsunfall allerdings zu Ermittlungen kommen, dürfe ein Staatsanwalt die Daten nutzen.

Im Jahr 2007 starben nach Angaben des Ministeriums 264 Menschen auf Brandenburgs Straßen, darunter 59 im Alter von 18 bis 24 Jahren. Eine Wunderwaffe oder ein "Allheilmittel" sei die neue Technik nicht, räumte Bretschneider ein. Raser würden damit weder erreicht noch
gestoppt, die neue Technik wende sich vielmehr an "einsichtsfähige" Fahrer.

In der Anschaffung ist der "elektronische Begleiter" mit etwa 400 Euro nicht ganz billig, die ersten 100 Softwarepakete im Wert von 50 Euro sollen als Anreiz gesponsert werden. Teilnehmer des Tests können zudem nur bei der Partnerversicherung des Projektes Rabatte bekommen. Bretschneider rechnet dennoch mit einem Erfolg: "Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass das klappt."

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