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Neuer VDA-Präsident

Oettinger will Autolobbyist werden

Nachdem Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel für den Posten als VDA-Chef abgesagt hat, bringt sich nun der scheidende EU-Kommissar und Ex-Ministerpräsident in Stellung. Favorit ist aber jemand anderes.

Es gibt einen neuen Bewerber für den Posten des Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Wie das „Handelsblatt“ berichtet, bekundete der scheidende EU-Kommissar Günther Oettinger gegenüber Managern der Autoindustrie sein Interesse an dem Posten. Ganz abwegig erscheint das nicht, schließlich pflegt der 66-jährige CDU-Politiker seit seiner Zeit als Baden-Württembergs Ministerpräsident (2005 bis 2010) beste Kontakte in die Industrie, speziell natürlich zu Daimler und Porsche.

Als Favoritin auf den Platz des künftigen VDA-Chefs gilt aber weiterhin Hildegard Müller. Die CDU-Politikerin war von 2005 bis 2008 Staatsministerin im Bundeskanzleramt und wechselte danach in die Wirtschaft, wo sie als Lobbyistin für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie für RWE bzw. Innogy tätig war. Ernannt wurde die 52-Jährige allerdings noch nicht. Da sie bisher kaum Berührungspunkte zur Autoindustrie hatte, wollen einige Vorstände der Autoindustrie sie offenbar erst noch kennenlernen. Ihr Vorteil: Sie wäre sofort verfügbar. Oettinger müsste als im Herbst scheidender EU-Kommissar erst eine anderthalbjährige Abkühlzeit abwarten. Es sei denn, die neue EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU) erteilt ihm eine Sondergenehmigung.

Sigmar Gabriel hat abgesagt

Zuvor galt Sigmar Gabriel als der Wunschkandidat der Autokonzerne, Zulieferer und Familienunternehmen. Der frühere SPD-Vorsitzende und Bundesaußenminister sagte dann aber ab. Gegenüber dem „Handelsblatt“ erklärte Gabriel, es sei zwar „gerade in der aktuellen Situation reizvoll und interessant“, die Leitung des VDA zu übernehmen. „Trotzdem kann ich nach reiflicher Überlegung und aufgrund anderer Aufgaben dieses Amt nicht übernehmen.“

Während der IAA 2019 hatte Noch-VDA-Präsident Bernhard Mattes angekündigt, zum Jahresende sein Amt niederzulegen. Der frühere Ford-Manager ist erst seit März 2018 VDA-Präsident, seine Amtszeit lief eigentlich bis Ende 2020.

Verkehr Politik & Wirtschaft Bernhard Mattes VDA-Chef Mattes hört auf Oberster Auto-Lobbyist legt Amt nieder

Mattes wird zum Jahresende zurücktreten, Gründe wurden nicht genannt.