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VW Werk könnte in Bulgarien entstehen

Rennen zwischen Bulgarien und Türkei wieder offen

Update

Nachdem VW sein Werkprojekt in der Türkei wegen der Syrien-Offensive gestoppt hat, ist Bulgarien wieder als Standort im Rennen.

VW hat wegen der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien den für das Jahr 2022 geplanten Aufbau eines Werks vorerst gestoppt. Damit kommt wieder eines der Nachbarländer der Türkei auf den Plan: Bulgarien sieht neue Chancen, das Werk zu bekommen. Das EU-Land möchte hierfür sein Angebot aufstocken.

Stamen Janew, Chef der bulgarischen staatlichen Agentur für Investitionen (AI), frohlockt, dass man in der Europäischen Gesetzgebung nach einer Möglichkeit suche, das eigene (seinerzeit unterlegene) finanzielle Angebot zu überdenken.

Staats-Chef gibt Gas

Auch der bulgarische Staats-Chef Rossen Plewneliew ist voller Zuversicht: Man habe einen Weg gefunden, Volkswagen 250 bis 260 Millionen Euro finanzielle Unterstützung anzubieten – ursprünglich waren 135 Millionen im Topf. Der frühere Unternehmer Plewneliew ist auch Ehrenvorsitzender des bulgarischen Verbandes der Autoindustrie. Er bietet VW zusätzlich Unterstützung bei Infrastruktur- und Ausbildungsmaßnahmen an. Außerdem wolle man die Zusammenarbeit mit VW um den Ausbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos erweitern.

Nachdem VW in der Türkei eine Tochter gegründet hatte, warf Plewneliew dem Nicht-EU-Nachbarland vor, sich bei den angebotenen Subventionen nicht an die Regeln des Marktes zu halten.

VWs Entscheidung für ein Mehrmarkenwerk, das Fahrzeuge für den osteuropäischen Markt produziert, fiel schon vor einiger Zeit. Die neuen Vorgänge mit dem möglicherweise neuen Angebot von Bulgarien möchte Wolfsburg aktuell nicht kommentieren.

VW wegen türkischer Militäroffensive besorgt

Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren hat, ist die Entscheidung über das neue Werk in der Türkei vertagt worden. Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in den Nordosten Syriens könne es in diesem Umfeld keine Entscheidung für das Land geben, heißt es. Die fertigen Verträge würden nicht unterzeichnet. „Wir beobachten die Situation mit großer Sorge“, zitiert das Blatt einen VW-Sprecher. Der Vertragsabschluss sollte Anfang Oktober finalisiert werden.

Für das VW-Werk in Izmir soll eine Investitionssumme von mehr als eine Milliarde Euro bereitgestellt werden. In der neuen Fabrik, in der Modelle mehrerer Konzernmarken gebaut werden könnten, sollten jährlich bis zu 300.000 Fahrzeuge entstehen. Dort sollten unter anderen der VW Passat und der verwandte Skoda Superb für den Export nach Osteuropa vom Band rollen. Am Standort Manisa nahe Izmir im Westen Anatoliens würden dann rund 4.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Emden entlasten

Der Bau der Fabrik sollte nach den nun auf Eis gelegten Plänen Ende 2020 beginnen. Die neue Produktionsanlage hätte den Standort Emden entlasten sollen, der wie andere deutsche Werke mehr und mehr auf die E-Auto-Produktion umgerüstet wird. Zuvor hatte Volkswagen monatelang mit den Behörden über die Bedingungen für den Standort verhandelt. Mitentscheidend für den Standort Türkei sollen auch die staatlichen Förderungen des Nicht-EU-Landes gewesen sein. Zudem sei das Lohnniveau niedrig, die Arbeitskräfte aber qualifiziert. Weitere Alternativen wurden in Bulgarien geprüft.

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Fazit

Trotz massiver Kritik aus dem Ausland, scheint die Türkei an ihren Plänen für Nord-Syrien festzuhalten. Die könnten sich für das Land wirtschaftlich nachteilig auswirken – siehe VWs Stopp für das geplante Mehrmarken-Werk. Jetzt ist der Kampf um den Werkstandort neu entbrannt – Bulgarien sieht seine Chance auf einen zweiten Versuch und nutzt ihn. VW könnte bei einem erneuten Bietergefecht der lachende Dritte sein.

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