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Winterreifenpflicht in Europa

Andere Länder, andere Regeln

Nicht in allen Ländern gilt – wie in Deutschland – nur eine situative Winterreifenpflicht. In Europa gelten unterschiedliche Regelungen zum Thema Winterreifen und Schneeketten.

Ein moderner Winterreifen muss heute ein echtes Universaltalent sein. Neben den auch von Sommerreifen geforderten Eigenschaften, wie bestem Halt auf nasser und trockener Bahn, muss er bei kalten Straßen und erst recht auf Schnee und Eis gut greifen. Das geht nicht ohne Kompromisse: Top-Grip auf Schnee muss selbst bei Hightech-Winterpneus etwa mit längeren Bremswegen im Trockenen erkauft werden. Zielkonflikte gibt es auch bei Abrollgeräusch, Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß.

Winterreifen-Pflicht in Europa
Winterreifenpflicht in Europa. Details zu den einzelnen Ländern finden Sie in der Bildergalerie.

Neben der Unterscheidung in „Pflicht oder Kür“ gemäß der nebenstehenden Grafik gilt es teilweise auch, technische Besonderheiten zu beachten. Bei einigen Nachbarn, z. B. Österreich, gilt eine Mindestprofiltiefe von 4 mm (bei uns nur 1,6 mm), andere haben eine Mitführpflicht für Schneeketten und verweigern gegebenenfalls die Einreise. In der Schweiz droht dem Fahrer bei Unfällen mit Sommerreifen eine erhebliche Mithaftung. Zu beachten sind teils auch regional verschärfte Vorschriften. Informationen zu Ihrem Reiseland geben Automobilverbände oder die jeweiligen Auslandsvertretungen.

Reifen-Code entschlüsseln
1. Reifenbreite in Millimetern, 2. Verhältnis Höhe zu Breite, 3. Reifenbauart, 4. Felgendurchmesser in Zoll, 5. Tragfähigkeitsindex, 6. Geschwindigkeitsindex, 7. Produktionsdatum des Reifens, beginnend mit „DOT“. Die Zahl 4015 setzt sich aus der Produktionswoche (40) und dem Produktionsjahr (15) zusammen.

Reifencodes verstehen (Bild 51)

  1. Reifenbreite in Millimetern, hier 225 mm
  2. Verhältnis Höhe zu Breite, hier 45 Prozent
  3. Reifenbauart, hier R für „Radialreifen“*
  4. Felgendurchmesser in Zoll, hier 17 Zoll
  5. Tragfähigkeitsindex, hier 91
  6. Geschwindigkeitsindex, hier H**
  7. (Reifenrückseite): Produktionsdatum des Reifens, beginnend mit „DOT“. Die Zahl 4015 setzt sich aus der Produktionswoche (40) und dem Produktionsjahr (15) zusammen.

* Die Bauart Diagonalreifen wird im Pkw-Bereich nicht mehr verwendet (außer bei Oldtimern)

** Maßgeblich sind hier Herstellervorgaben, für Winterbereifung ist häufig eine niedrigere Geschwindigkeitsklasse erlaubt. Kennzeichnung durch Aufkleber im Sichtbereich des Fahrers erforderlich

Versteckte Spezialisten im Reifenprofil: Wer kann was?

Moderne Winterreifen sind Hightech-Produkte mit vielen Raffinessen. Was in der Gummimischung steckt, bleibt meist geheim. Wie die Profile funktionieren, sehen Sie ab Bild 41 in der Bildergalerie.

Was verträgt der Reifen: Gewicht und Tempo

Der Load Index (LI) zeigt die Höchsttragfähigkeit, der Speed Index (SI) die maximal erlaubte Geschwindigkeit.

Winterreifen-Special 10/2016: Gewicht und Tempo (Beitrag: Das sollten Sie wissen)

LI Tragfähigkeit pro Reifen in kg SI maximale Geschwindigkeit
91 615 M 130 km/h
92 630 N 140 km/h
93 650 P 150 km/h
94 670 Q 160 km/h
95 690 R 170 km/h
96 710 S 180 km/h
97 730 T 190 km/h
98 750 H 210 km/h
99 775 V 240 km/h
100 800 W 270 km/h
101 825 Y 300 km/h
102 850 ZR >240 km/h
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