Alfa Guilietta 1.8 TBi 16V Quadrifoglio Verde 18 Bilder Zoom

Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V QV im Test: Italienische Sport-Lady hängt an der Leine

Die Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V Quadrifoglio Verde ist das neue sportlich-agile Kompaktmodell bei Alfa Romeo. Kam bisher nur ein kleiner, gut betuchter Teil der Alfa-Fans in den Genuss des limitierten, an die legendäre Rennhistorie der Italiener anknüpfenden 8C Competizione, so übernimmt bis zum Erscheinen des Alfa Romeo 4C die Giulietta QV diese Rolle. Und sie macht das erstaunlich gut und sieht dabei noch hübsch aus.

Uma Thurman ist schlank, rassig und elegant. Und sie liebt, wenn man dem Werbespot Glauben schenken darf, die Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V Quadrifoglio Verde. Also - so der Umkehrschluss der Marketing-Strategen -, werden Fans, die Uma Thurman lieben, diese Tribute auf die neueste Scudetto-Kreation übertragen und in der Folge nicht nur ihrem Idol, sondern auch der Giulietta nah sein wollen.

Ob die Sache so einfach ist, sei einmal dahingestellt. Zumal der Spot deutlich unterkühlter daherkommt als das ausgesprochen schmuck gezeichnete und in der Folge eher emotionale Vehikel. Tatsache ist jedoch, dass Alfa Romeo mit der Giulietta stilistisch ein guter Wurf gelungen ist. Auch in Bezug auf die Qualitätsanmutung, die Ergonomie und nicht zuletzt das Gewicht scheint der Newcomer (Verzeihung: die Newcomerin - bei Alfa ist die Giulietta der Diktion nach weiblich) ein neues Zeitalter einzuläuten.

Versteckte Kilos im kleinen Alfa

Ein veritabler Leichtathlet ist der Fronttriebler mit exakt 1.450 Kilogramm zwar nicht, aber gar so schwer wie noch der GT kommt der QV nicht mehr daher. Im Verbund mit dem 235 PS starken 1,8-Liter- Vierzylinder-Turbo erreicht das Leistungsgewicht mit 6,2 Kilogramm pro PS einen respektablen Wert. Das lässt für den Messtag hoffen.

Zuvor jedoch gilt es, dem Viertürer im täglichen Umgang auf den Zahn zu fühlen. Ausgesprochen gefällig: das Design. Die in den hinteren Scheibenrahmen integrierten Griffe der Fondtüren gefallen ebenso wie die leicht ansteigende, Dynamik vermittelnde Seitenlinie und die schmal zulaufenden Rückleuchten. Aber sehen lassen konnten sich die Autos der Marke ja fast immer. Nur hielt die Verarbeitung im Detail eben nicht verlässlich, was die charmante Hülle versprach.

Innen wie außen eine Schönheit

Dies ist bei der Giulietta QV anders: Dunkel gebürstetes Aluminium an der Instrumentenkonsole, ein zentraler Flachbildschirm, mit Alu umrandete Armaturen und Drehregler, Pedalerie und Schaltknauf aus demselben Material versprühen edle Wertigkeit.

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Auch die Sitzposition auf den gegen Aufpreis mit Leder bezogenen, gut konturierten Sportsitzen gefällt. Die Froschhaltung früherer Jahre ist passé. Über die jeweilige Tagesform seiner vierrädrigen Begleitung entscheidet der Fahrer auf der Mittelkonsole. Dort befindet sich die Schaltzentrale der von Alfa Romeo D.N.A. getauften Fahrdynamikregelung. Mit Hilfe eines Kipp-Schalters lässt sich das Temperament der Giulietta situationsgerecht variieren.

Durstig: 14,8 Liter für 100 Kilometer

Zwischen A wie All Weather, N wie Normal und D wie Dynamic ist alles drin. Zur Bestform läuft das vergleichsweise kleinvolumige und in der Folge mit einer Literleistung von beachtlichen 135 PS aufwartende Turbotriebwerk freilich erst im Dynamic Mode auf - was Folgen hat. Zum einen, weil man den Alfa, von allzu widrigen Witterungsbedingungen abgesehen, anders gar nicht bewegen mag zum anderen, weil eben diese Leidenschaft unschöne Konsequenzen hat.

Den nahezu ausschließlich "dynamisch" gefahrenen Testwagen dürstete es im Testmittel auf 100 Kilometer nämlich nach 14,8 Liter Superbenzin. Das ist in dieser Klasse wahrlich kein Pappenstiel. "Nun gut", denkt der sportaffine Kompaktwagen-Fan - "wenn die Antritts- und Durchzugsstärke des Triebwerks denn Wirkung zeigt" - und wird enttäuscht.

Technische Rafinessen hindern beim Racen

Nicht, weil der Motor schwachbrüstig wäre, sondern schlicht, weil er nicht darf, wie er kann. Da die Alfa-Ingenieure zur Gänze den Segnungen der Elektronik vertrauen, und das bei Alfa VDC genannte Stabilitätsprogramm in der Folge nicht gänzlich abzuschalten ist, kann die Giulietta ihre im Alltag angedeuteten Fähigkeiten weder auf der Hockenheimer Messgeraden noch auf dem Kleinen Kurs versilbern.

Bei der Beschleunigungsprüfung verhindert das System nicht nur wirkungsvoll jede Form von Wheelspin, sondern auch einen standesgemäßen Null-auf-100-Wert. Statt 6,8 Sekunden, wie das Werk verspricht, vergehen an Bord des Testwagens deren 7,7 bis Tempo 100. Bei der Zeitenhatz auf dem Kleinen Kurs limitieren gleichfalls weder die Leistung noch das Setup. Auch hier ist die Ursache in der D.N.A. zu suchen.

Giulietta begeistert mit solider Ausrüstung

Die Bremse ist standfest, die Traktion ordentlich, das Fahrwerk ausreichend sportlich konditioniert. Allein: Wenn nicht der Fahrer, sondern das System bestimmt, wie viel Gas der Motor annehmen darf, sind der forschen Gangart enge Grenzen gesetzt. Der Pilot wird Passagier. Dass die Giulietta sich insgesamt unter Wert verkauft, beweist der Slalom: Mit 68,2 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit machen der mit Pirelli P Zero Rosso bereiften Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V Quadrifoglio Verde nur wenige Fronttriebler etwas vor. Man(n) sollte Frauen eben doch besser von der Leine lassen.

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

10. Juli 2011
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 04/2011.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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