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Mercedes C 180 CDI T im Test: Neuer Diesel an der Kombi-Basis

Mit dem frisch hinzugekommenen, 120 PS starken Kombi Mercedes C 180 CDI T-Modell ist die finanzielle Hürde für ein C-Klasse-Modell etwas niedriger geworden. Ist es eine kluge Wahl?

Mercedes C 180 CDI T im Test 4

Nahezu unbemerkt hat er sich zur Modellpflege in die Preisliste geschlichen: der Mercedes C 180 CDI T mit 2,1-Liter-Vierzylinder, Sechsgang-Schaltgetriebe, 120 PS. Grundpreis als T-Modell: 34.480 Euro. Gegenüber dem bekannten Mercedes C 200 CDI, dessen prinzipiell gleicher Dieselmotor 16 PS und 60 Newtonmeter mehr entwickelt, spart man genau 1.785 Euro.

Eine Summe, mit der sich auch ein netter Familienurlaub an der italienischen Riviera finanzieren lässt - inklusive 82 Euro Spritkosten für die Anfahrt. Denn der Durst des Mercedes C 180 CDI T Blue Efficiency hält sich mit 7,3 Liter/100 km in akzeptablen Grenzen. 800 Kilometer am Stück nach Finale Ligure? Kein Problem. Wer allerdings glaubt, die Zeit vergehe dabei wie im Fluge, überschätzt seinen Benz. Die 100-km/h-Marke passiert der 1,7 Tonnen schwere Kombi Mercedes C 180 CDI T erst nach zwölf Sekunden, Tempo 200 ist nur mit Rückenwind und lang ausgedrehten Gängen möglich. Was der Turbodiesel mit Gebrumm und erhöhtem Verbrauch bestraft.

Empfehlenswerte Siebenautomatik für 2.500 Euro

Der 300 Newtonmeter starke Selbstzünder erzieht deshalb zur Gelassenheit - insbesondere, wenn sich die empfehlenswerte, aber 2.499 Euro teure Siebengangautomatik um die Schaltvorgänge im Mercedes C 180 CDI T kümmert. Feinfühlig hält sie immer das passende Zahnrad vor und wechselt die Gänge beeindruckend geschliffen. Nach ein bis zwei Stunden dürften sich Fahrer, Automatik und Turbodiesel auf ein Reisetempo zwischen 140 und 160 km/h geeinigt haben. Dann läuft das Triebwerk des Mercedes C 180 CDI T leise und sparsam auf der siebten Welle, die Passagiere können sich entspannt zurücklehnen und die Fahrt genießen.

Vier Personen haben in dem 4,61 Meter langen Premium-Kombi gut Platz. Nichts knistert, nichts rappelt. Die Verarbeitungsqualität ist auf hohem Niveau, und auch die verwendeten Materialien enttäuschen nicht. Eine nahezu zugfrei kühlende Klimaautomatik, elektrische Fensterheber, CD-Radio mit USB-Anschluss, bequeme Armauflagen und teilelektrisch verstellbare Vordersitze bemühen sich bereits in der Basisausführung des Mercedes C 180 CDI T Blue Efficiency um zufriedene Insassen.

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Avantgarde beim Mercedes C 180 CDI T nicht sinnvoll

Sollte die Sparkasse einem größeren Kreditrahmen zustimmen, lässt sich der Mercedes C 180 CDI T natürlich noch mit sinnvollen Extras wie Bixenon-Scheinwerfern, adaptivem Tempomat, Fahrerassistenzsystemen, Parkpiepsern oder einer Niveauregulierung weiter aufrüsten.

Weniger sinnvoll ist dagegen das Häkchen hinter der Ausstattungslinie Avantgarde, in der der Mercedes C 180 CDI T Blue Efficiency zum Test vorrollte. Dies dürfte spätestens sieben Stunden später an der ruppigen Küstenautobahn Autostrada de fiori klar sein. Denn für 2.130 Euro beinhaltet Avantgarde neben reichlich Chrom, Aluminium und 17 Zoll großen Leichtmetallrädern auch sportlicher abgestimmte Dämpfer. Die Folge: Kurze Wellen schlagen bis zu den Insassen durch und mindern den Komfort. Wozu? Dass der Mercedes C 180 CDI T dank strafferem Fahrwerk flotter um Ecken geht, dürfte die wenigsten Basisdiesel-Fahrer interessieren. Zumal sich auch das Normalfahrwerk nicht komplett jeder sportlichen Aktivität verweigert.

Schwerer Mercedes C 180 CDI T mit Parameterlenkung präziser

Viel eher lohnt sich da eine Investition in die 238 Euro teure Parameterlenkung, weil sich der schwere Mercedes C 180 CDI T Blue Efficiency damit überraschend präzise selbst durch kleinste italienische Bergdörfer manövrieren lässt. Sollte es trotzdem zu einer Vollbremsung kommen, steht auch die Einsteiger-C-Klasse von Mercedes gewohnt früh.

Hinten, in der mit weichem Teppich ausgeschlagenen Ladeabteilung, lagert so lange das Reisegepäck. 485 Liter dürften gerade so für 14 Tage Ligurien reichen. Nette Details wie stabile Haken in der Seitenverkleidung, ein großes Fach mit Faltbox unter dem Ladeboden oder eine Ladekante aus Edelstahl erleichtern die Einkäufe vor Ort. Auch wenn der Mercedes C 180 CDI T der schwächste Kombi bei Mercedes ist - unter Wert verkauft er sich nicht. Gut so.

Michael von Maydell

Foto

Achim Hartmann

Datum

22. September 2011
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 19/2011.
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