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Dacia Dokker, Nissan Evalia, Peugeot Partner & Kangoo

Alles im Kasten für die Familie

Dacia Dokker, Nissan Evalia, Peugeot Partner, Renault Kangoo Foto: Dino Eisele 58 Bilder

Familientaugliche Hochdachkombis wie Renault Kangoo, Peugeot Partner und Nissan Evalia bekommen interessante Konkurrenz: Der Dacia Dokker tritt mit Tiefstpreisen an.

09.07.2013 Bérénice Schneider Powered by

Der Dacia Dokker bringt Bewegung in das Segment der Hochdachkombis. Während man für den Klassiker Renault Kangoo, in der Version mit dem 90-PS-Diesel, mindestens 18.850 Euro hinblättern muss, kostet der neue Dacia Dokker der rumänischen Schwestermarke Dacia vergleichbar motorisiert immerhin 4.500 Euro weniger.

Eine beachtliche Differenz, die im Vergleich zu den beiden anderen Kontrahenten Peugeot Partner HDi FAP 115 (als Allure 23.550 Euro) und Nissan Evalia 1.5 dCi (als Tekna 22.680 Euro) sogar noch größer ausfällt. Dabei müssen Dacia Dokker-Käufer in der Top-Version Lauréate (14.490 Euro) kaum Einschränkungen bei der Ausstattung hinnehmen.

ESP, vier Airbags und zwei Schiebetüren sind an Bord, CD-Radio und Klimaanlage kosten im Klang & Klima-Paket 950 Euro – inklusive Freisprecheinrichtung. Größtes Manko im Dacia Dokker sind die nicht lieferbaren Kopfairbags, während das weitgehend unverkleidete Innere keine funktionalen Nachteile mit sich bringt.

Dacia Dokker bietet großes Raumangebot

Auch in Sachen Raumangebot muss sich der Dacia Dokker nicht verstecken: Der nur über Schwenktüren zugängliche Laderaum fasst stolze 800 Liter, die sich auf 3.300 Liter erweitern lassen, wenn man die weit vorn montierte Rückbank mit den drei Isofix-Verankerungen hinter die Vordersitze klappt. Dort wiederum fühlen sich die Passagiere im Dacia Dokker auf dem höhenverstellbaren Gestühl wegen der tiefen Sitzposition wie in einem Kombi. Das übersichtliche Cockpit mit den wenigen Bedieneinheiten gibt keine Rätsel auf.

Im Renault Kangoo geht es deutlich wohnlicher zu. Seine beiden Schiebetüren geben einen breiten Zugang frei, vorn wie hinten genießen die Passagiere viel Bewegungsfreiheit. Die geteilte Rückbank lässt sich kinderleicht samt Lehne mit wenigen Handgriffen komplett vorklappen und in eine ebene Ladefläche verwandeln, wobei die flach umlegbare Beifahrersitzlehne weiteren Spielraum nach vorne schafft. Ebenfalls praktisch: Die Dachreling kann durch Umschwenken als Querträger für spezifische Halterungen genutzt werden.

Noch variabler präsentiert sich der Peugeot Partner Tepee, der im Fond über drei sehr schmal geschnittene Einzelsitze verfügt. Sie sind zum Erweitern des Laderaums (675 – 3.000 Liter) einfach aus-, aber nur mühsam wieder einbaubar. Zusätzlich verfügt er über zahlreiche Ablagefächer unter den Rücksitzen, dem Boden davor und unter dem Dach. Wer will, kann außerdem die Heckscheibe separat öffnen. Obwohl die Passagiere relativ hoch sitzen, türmt sich das Cockpit wie eine Wand vor ihnen auf.

Dacia Dokker laut und unkomfortabel

Mit 4,40 Meter ist der Nissan Evalia zwar nur unwesentlich länger als der Partner, doch seine Bauart und die hohe Sitzposition hinter dem flachgestellten Lenkrad erinnern an einen Kleinbus. Das sehr schlichte, übersichtliche Cockpit mit nur einem Rundinstrument und die kleinen, schwach gepolsterten Sitze deuten seine Herkunft als Nutzfahrzeug an, ebenso die wenig variable und unbequeme Rückbank.

Für 800 Euro Aufpreis lässt sich der Nissan Evalia in einen Siebensitzer verwandeln, doch die zusätzlichen Sitze können nur seitlich wegklappt werden und schränken dann sowohl die Sicht nach hinten als auch den Laderaum (900 bis 2.900 Liter) empfindlich ein. Dafür glänzt er mit einer ungewöhnlich guten Ausstattung samt schlüssellosem Zugang, serienmäßiger Rückfahrkamera und Klimaautomatik, doch der Drehzahlmesser versteckt sich im Bordcomputer.

Wenig Komfort bietet der Evalia auch beim Fahren. Mit langen Wellen kommt er noch ganz gut zurecht, während er auf kurzen Unebenheiten seine Passagiere heftig durchschüttelt. Dazu kommen laute Abrollgeräusche, während der Motor sich vor allem durch das Zischen des Turboladers in Erinnerung ruft. Als Einziger im Feld verfügt er über sechs Gänge, die sich knackig, aber schwer schalten lassen.

Sein 1,5-Liter-Diesel mit 110 PS bringt den 1,5 Tonnen schweren Nissan leidlich motiviert in Schwung, ist zudem mit 7,4 Liter/100 km nicht gerade sparsam. Neben dem höchsten Verbrauch wartet er auch mit den schwächsten Bremsen auf. In beladenem Zustand verlängert sich der Verzögerungsweg um rund vier auf über 42 Meter.

In einer schwächeren Leistungsstufe arbeitet der gleiche Motor im Dacia Dokker und – mit Start-Stopp-Automatik – auch im Kangoo. Im Dacia Dokker nagelt der dCi 90 mangels Dämmmaterials kräftig vor sich hin und wird ab 140 km/h unangenehm laut, fleißig unterstützt vom Fahrtwind. Er zieht zwar energisch los, dreht jedoch eher unmotiviert. Positiv: der Verbrauch von 6,5 Liter auf 100 Kilometer.

Auf hohe Zuladung abgestimmt, reagiert er leer auf kurze Unebenheiten ruppig, während er lange Bodenwellen besser wegsteckt. Die hydraulische Servolenkung gibt schlechten Untergrund durch Stöße an den Fahrer weiter. Präzision und Rückmeldung zählen ebenfalls nicht zu ihren Stärken. Keine Kompromisse macht der Dacia Dokker beim ESP – es regelt im Ernstfall früh und heftig.

Den besten Komfort bieten die beiden Franzosen. Der Kangoo federt beladen wie leer Unebenheiten gelassen weg, auch wenn er auf kurzen Wellen eher mäßig anspricht. Die elektromechanische Lenkung arbeitet straff, jedoch wenig präzise. So umrundet der Kangoo Kurven leicht untersteuernd. Durch die rund 241 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Dacia Dokker tritt der 90-PS-Diesel müder und weniger elastisch auf, er verbraucht zudem trotz Start-Stopp-System und intelligenter Lichtmaschinensteuerung mit 7,1 L/100 km einen halben Liter mehr.

Den stärksten Motor bietet mit 114 PS der Peugeot, erzielt damit die beste Beschleunigung und einen Verbrauch von 7,3 L/100 km. Der Vierzylinder arbeitet sehr leise und kultiviert. Über lange Bodenwellen federt der Partner gelassen, wird bei Beladung jedoch unkomfortabler. Den Straßenzustand kommentiert er mit lautem Geklapper.

Die Lenkung spricht leidlich direkt an, ist aber stößig und verzichtet nahezu komplett auf Rückmeldung. Zudem mangelt es dem Fünfganggetriebe an Präzision und einer Sperre, denn man kann fast ungehindert vom Fünften in den Rückwärtsgang schalten. Dafür hat der Peugeot mit einem Anhalteweg von 37 Metern die besten Bremsen im Test, deren Qualität auch bei Beladung nicht nachlässt.

Dacia Dokker günstig auch im Unterhalt

Damit hätte der Peugeot nach der Eigenschaftswertung die Nase knapp vorn – aber es fehlt noch das wichtige Kostenkapitel. Dort schlägt die Stunde des Dacia, wobei der Dokker nicht allein mit einem niedrigen Grundpreis glänzt. So hat er zwar die höchste Haftpflichteinstufung, spart aber ebenso wie der Kangoo bei der Kfz-Steuer gegenüber Evalia und Partner rund 50 Euro pro Jahr. Selbst wenn der Wertverlust mit einkalkuliert wird, kostet er nach der Beispielrechnung am wenigsten pro Monat.

Fazit

In der Eigenschaftswertung noch auf dem dritten Platz, schiebt sich der Dacia durch den großen Vorsprung bei der Kostenwertung an Peugeot und Renault vorbei auf Platz eins. Schon in der Anschaffung liegt er deutlich vor seinen Mitbewerbern, punktet dann noch durch den niedrigeren Verbrauch und die geringeren monatlichen Kosten. Dafür fehlen ihm die für ein Familienauto besonders wichtigen Sicherheitsextras wie seitliche Kopfairbags.

Der komfortable Kangoo punktet mit dem größten Platzangebot und dem sichersten Fahrverhalten, während der Peugeot etwas nachlässig zusammengebaut erscheint. Die besten Bremsen und der stärkste Motor helfen ihm zum dritten Platz. Der nutzfahrzeugartige Evalia hat zwar neben dem Dokker das größte Ladevolumen vorzuweisen, muss sich jedoch besonders die schlechtesten Bremsen im Vergleich ankreiden lassen.

Technische Daten
Dacia Dokker dCi 90 eco2Nissan Evalia dCi 110Peugeot Partner Tepee HDi FAP 115Renault Kangoo dCi 90 Energy
Grundpreis14.490 €23.610 €24.150 €21.570 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4363 x 1751 x 1852 mm4400 x 1695 x 1850 mm4380 x 1810 x 1852 mm4304 x 1829 x 1898 mm
KofferraumvolumenVDA800 bis 3000 L675 bis 3000 L660 bis 2600 L
Hubraum / Motor1461 cm³ / 4-Zylinder1461 cm³ / 4-Zylinder1560 cm³ / 4-Zylinder1461 cm³ / 4-Zylinder
Leistung66 kW / 90 PS (200 Nm)81 kW / 110 PS (240 Nm)84 kW / 114 PS (240 Nm)66 kW / 90 PS (200 Nm)
Höchstgeschwindigkeit162 km/h160 km/h173 km/h160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h13,9 s12,1 s13,3 s
Verbrauch4,5 L/100 km5,2 L/100 km5,1 L/100 km4,6 L/100 km
Testverbrauch6,5 L/100 km7,3 L/100 km7,1 L/100 km
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