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Neuer Aston Martin RB 001

Alle 150 Hypercars bereits verkauft

Aston Martin RB 001 Foto: Red Bull 59 Bilder

Formel-1-Konstrukteurs-Star Adrian Newey träumt von einem Straßen-Sportwagen seit er sechs ist. Red Bull ermöglicht seinen Traum – zusammen mit Aston Martin: Der Aston Martin RB 001 mit atemberaubendem Design und V12-Sauger als Mittelmotor soll 2019 zu den ersten Kunden rollen. Alle 150 Exemplare für die Straße sind bereits verkauft.

06.12.2016 Gerd Stegmaier 5 Kommentare Powered by

Wenn es Weltmeister-Pokale für Formel-1-Konstrukteure gäbe, dann hätte Adrian Newey den Schrank voll davon. Insgesamt zehn Autos aus der Feder des 57-jährigen Engländer haben Titel abgeräumt, zuletzt die Red Bull von 2010 bis 2013. Aber schon als kleiner Junge träumte er von einem eigenen Straßensportwagen – und tut es noch immer. „Von Zeit zu Zeit, wenn Du gelangweilt am Strand sitzt, fängst Du an, Skizzen zu kritzeln und wirfst sie auf einen Haufen, der immer größer wird“, so Newey.

Aston Martin CEO war bis 2014 Nissan-Vorstand

Weil Red Bull seinem genialen Konstrukteur gerne einen wichtigen Grund gibt, zu bleiben, ist die Bereitschaft groß, Neweys Traum wahr werden zu lassen. Und weil Nissans Nobelmarke Infiniti Sponsor von Red Bull war und Ex-Nissan-Vorstand Andy Palmer seit Oktober 2014 Chef von Aston Martin ist, ergab sich eine Konstellation aus englischen Kontakten, die Neweys Traumwagen in Kooperation mit der britischen Traditionsmarke entstehen lässt.

Seit Mitte März 2016 ist diese Kooperation von Red Bull und Aston Martin offiziell. Schon vor etwa 18 Monaten aber brachte Newey den Lieblingsentwurf seines Skizzenhaufens zu Aston-Martin-Chefdesigner Marek Reichmann, der zusammen mit seinem Team versuchte, mit möglichst wenig Änderungen die Anforderungen an ein Straßenauto einzubringen. Das jetzt erstmals präsentierte Ergebnis erinnert je nach Perspektive an ein schöneres LMP1- oder ein verkleidetes Formel-1-Auto wie Neweys Playstation-Entwurf X1. „Es gibt durchaus eine Verbindung von der Formel 1 über das Playstation-Auto X1 bis zum Aston Martin RB 001; nebeneinandergestellt könnte man bei den Autos eine Evolution wie vom Schimpansen zum Homo sapiens sehen“, so Newey.

Adrian Newey - Red Bull - Formel 1 2013Foto: Red Bull
Formel-1-Konstrukteur Adrian Newey
Red Bull GT5 X1 PrototypeFoto: Red Bull
Sieht aus wie ein Formel-1-auto mit verkleideten Rädern und Dach: Zum Red Bull X1, von Newey für das Playstation-Spiel GranTurismo 6 entworfen, gibt es eine reale Umsetzung im Maßsstab 1:1.

Aston Martin RB 001 etwa so schnell wie ein Le-Mans-Auto

Als Maßstab für die Performance einer geplanten Rennversion dient laut Newey eher die LMP1 als die Formel 1. Selbst die Straßenversion soll nicht signifikant langsamer sein. Das wäre eine Ansage, die das Hypercar-Establishment aus LaFerrari, McLaren P1 oder Porsche 918 Spyder überflügeln dürfte. Auf Vergleichbares angesprochen schüttelt Newey den Kopf, wenn der Name Bugatti Chiron fällt. Der Charakter seines Sportwagens gehe ganz klar in Richtung McLaren P1.

Unter der aerodynamischen Hülle, die zumindest an ein paar Stellen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Hybridsportwagen von McLaren hat, wird ein V12-Mittelmotor ohne Aufladung seine Kraft an die Hinterachse leiten. Eine Hybridunterstützung ist noch nicht sicher, aber wahrscheinlich: Denn auf der Suche nach der passenden Kraftübertragung befand Newey entsprechende Doppelkupplungsgetriebe als deutlich zu schwer. Ein Hybridsystem wäre eine gute Option, wenn es bei der Kraftübertragung hilft, sagte Adrian Newey am Rande des Goodwood Festival of Speed zu auto motor und sport.

Der 57-jährige Engländer gilt als Aerodynamik-Guru. Aber für seinen Straßensportwagen sieht der den Umgang mit Luftströmen nicht als Hauptcharakteristikum. „Das Gesamt-Package ist entscheidend“, so Newey. Das Auto solle genauso mit „ansprechender Optik und durchdachter Mechanik“ glänzen, indem es die Technologie zur Schau stellt ähnlich wie es bei teuren Motorrädern zu beobachten ist. Dennoch sollen Querkräften von bis zu 4,5 g möglich sein.

Aston Martin Vulcan Yas MarinaFoto: Max Earey
Ein V12-Motor von Aston Martin tut im Rennauto "Vulcan" Dienst. Seine 831 PS treffen dort auf 1.360 Kilogramm Leergewicht.

Aston Martin RB 001 mit rund 900 Kilo und etwa 900 PS?

Dem Kunden soll der Aston Martin RB 001 dank eines Leistungsgewichts wie bei LMP1-Autos eine überragende Performance bieten. Beim Leistungsgewicht bezieht sich Newey ausdrücklich auf einen Durchschnittswert der LMP1-Renner, die mit ihren mächtigen Hybridsystemen bis zu 1.300 PS schaffen – aber wenn die Batterien gerade leer sind, könnten sie kurzzeitig bei nur mehr 300 bis 400 PS landen, schätzt Newey.

Als Durschnittswert könnte man dann etwa 800 bis 900 PS veranschlagen. Bei einem Mindestgewicht von gut 870 Kilogramm kämen sie dann auf ein Leistungsgewicht von ca. 1 kg/PS. Der V12-Sauger von Aston Martin fand zuletzt im Rundstreckenrenner Vulcan Verwendung, wo er 831 PS auf die Hinterräder bringt. Gleiches könnte er mit einem Hubraum zwischen 6,0 und 7,0 Liter sicher auch im RB-AM 001 leisten. Das würde bedeuten, dass dessen Gewicht bei etwa 900 Kilogramm liegen müsste. Kein Wunder, dass Newey Doppelkupplungsgetriebe, deren Gewicht er auf 140 bis 150 Kilogramm beziffert, ausschließt. Aber jenseits der Leistungs- und Gewichtsrechnereien soll der Supersportwagen vor allem ein einzigartiges Fahrgefühl bieten. Neweys Idealvorstellung: „Wer den Wagen gefahren hat, soll danach ein Lächeln auf dem Gesicht haben“.

Damit das nicht schon beim Einsteigen gefriert, haben Newey und Marek Reichmann früh mit einer Sitzkiste begonnen. „Ich bin 1,95 Meter groß, Andy Palmer ist auch ein gestandener Mann und wir haben gut Platz“, erklärt Reichmann. „Man soll mit dem Auto auch ganz normal im Alltag fahren können“, so Newey. Selbst im Stau solle man sich noch wohlfühlen. Und damit man abseits des Staus sorglos etwas schneller fahren kann, verspricht Newey natürlich auch die üblichen Fahrsicherheitssysteme, die sich freilich abschalten lassen werden.

Anfang 2019 sollen die ersten Kunden mit dem „schnellsten Straßensportwagen der Welt“ unterwegs sein können. Sie müssen zuvor aber etwa 3 Millionen Euro aufbringen. Dass es nicht mehr als 175 Glückliche werden, liegt allerdings nicht am Preis. Die Stückzahl ist limitiert, obwohl Aston Martin in ersten Veranstaltungen bereits etwa 350 „ernsthaft Interessierte“ gefunden hat. Die englische Luxusmarke baut 150 Exemplare für die Straße und zusätzliche 25 Stück, die sich nur auf der Rennstrecke austoben dürfen. Wie der McLaren P1 GTR oder der Ferrari FXX K. Die 150 AM-RB 001 für die Straße sind bereits an den Mann gebracht, wie Red Bull verkündet. Ein erster Prototyp soll 2017 auf Testfahrt gehen. Und ob es überhaupt 175 Glückliche werden, ist gar nicht sicher. Vielleicht kauft sich ja auch jemand beide Versionen, und beglückt sich doppelt.

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Die Messlatte ist der Koenigsegg One:1. Es ist immer das gleiche in Artikeln dieser Art. Ferrari, Mclaren, Porsche werden genannt, dabei gibt es schon längt ein Auto, was 1Kg pro PS Leistungsgewicht hat und sogar schneller ist als der Bugatti Chiron. Man kann ja die Werte im Internet zusammensuchen. Bis etwas über 200 sind beide nahezu wirklich identisch in der Beschleunigung und ab irgendwas im Bereich 220 oder so zieht der One:1 dem Chiron weg, zumindest den angegebenen und bekannten Zahlen nach.

Vulcan 9. Dezember 2016, 21:55 Uhr
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