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Neues Hypercar Aston Martin RB 001

Adrian Neweys Super-Sportwagen für die Straße

Aston Martin RB 001 Foto: Red Bull 59 Bilder

Formel-1-Konstrukteurs-Star Adrian Newey träumt von einem Straßen-Sportwagen seit er sechs ist. Red Bull ermöglicht seinen Traum – zusammen mit Aston Martin: Der Aston Martin RB 001 mit atemberaubendem Design und V12-Sauger als Mittelmotor soll 2018 zu den ersten Kunden rollen.

07/05/2016 Gerd Stegmaier 4 Kommentare Powered by

Wenn es Weltmeister-Pokale für Formel-1-Konstrukteure gäbe, dann hätte Adrian Newey den Schrank voll davon. Insgesamt zehn Autos aus der Feder des 57-jährigen Engländer haben Titel abgeräumt, zuletzt die Red Bull von 2010 bis 2013. Aber schon als kleiner Junge träumte er von einem eigenen Straßensportwagen – und tut es noch immer. „Von Zeit zu Zeit, wenn Du gelangweilt am Strand sitzt, fängst Du an, Skizzen zu kritzeln und wirfst sie auf einen Haufen, der immer größer wird“, so Newey.

Aston Martin CEO war bis 2014 Nissan-Vorstand

Weil Red Bull seinem genialen Konstrukteur gerne einen wichtigen Grund gibt, zu bleiben, ist die Bereitschaft groß, Neweys Traum wahr werden zu lassen. Und weil Nissans Nobelmarke Infiniti Sponsor von Red Bull war und Ex-Nissan-Vorstand Andy Palmer seit Oktober 2014 Chef von Aston Martin ist, ergab sich eine Konstellation aus englischen Kontakten, die Neweys Traumwagen in Kooperation mit der britischen Traditionsmarke entstehen lässt.

Seit Mitte März ist diese Kooperation von Red Bull und Aston Martin offiziell. Schon vor etwa 18 Monaten aber brachte Newey den Lieblingsentwurf seines Skizzenhaufens zu Aston-Martin-Chefdesigner Marek Reichmann, der zusammen mit seinem Team versuchte, mit möglichst wenig Änderungen die Anforderungen an ein Straßenauto einzubringen. Das jetzt erstmals präsentierte Ergebnis erinnert je nach Perspektive an ein schöneres LMP1- oder ein verkleidetes Formel-1-Auto wie Neweys Playstation-Entwurf X1. „Es gibt durchaus eine Verbindung von der Formel 1 über das Playstation-Auto X1 bis zum Aston Martin RB 001; nebeneinandergestellt könnte man bei den Autos eine Evolution wie vom Schimpansen zum Homo sapiens sehen“, so Newey.

Adrian Newey - Red Bull - Formel 1 2013Foto: Red Bull
Formel-1-Konstrukteur Adrian Newey
Red Bull GT5 X1 PrototypeFoto: Red Bull
Sieht aus wie ein Formel-1-auto mit verkleideten Rädern und Dach: Zum Red Bull X1, von Newey für das Playstation-Spiel GranTurismo 6 entworfen, gibt es eine reale Umsetzung im Maßsstab 1:1.

Aston Martin RB 001 etwa so schnell wie ein Le-Mans-Auto

Als Maßstab für die Performance einer geplanten Rennversion dient laut Newey eher die LMP1 als die Formel 1. Selbst die Straßenversion soll nicht signifikant langsamer sein. Das wäre eine Ansage, die das Hypercar-Establishment aus LaFerrari, McLaren P1 oder Porsche 918 Spyder überflügeln dürfte. Auf Vergleichbares angesprochen schüttelt Newey den Kopf, wenn der Name Bugatti Chiron fällt. Der Charakter seines Sportwagens gehe ganz klar in Richtung McLaren P1.

Unter der aerodynamischen Hülle, die zumindest an ein paar Stellen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Hybridsportwagen von McLaren hat, wird ein V12-Mittelmotor ohne Aufladung seine Kraft an die Hinterachse leiten. Eine Hybridunterstützung ist noch nicht sicher, aber wahrscheinlich: Denn auf der Suche nach der passenden Kraftübertragung befand Newey entsprechende Doppelkupplungsgetriebe als deutlich zu schwer. Ein Hybridsystem wäre eine gute Option, wenn es bei der Kraftübertragung hilft, sagte Adrian Newey am Rande des Goodwood Festival of Speed zu auto motor und sport.

Der 57-jährige Engländer gilt als Aerodynamik-Guru. Aber für seinen Straßensportwagen sieht der den Umgang mit Luftströmen nicht als Hauptcharakteristikum. „Das Gesamt-Package ist entscheidend“, so Newey. Das Auto solle genauso mit „ansprechender Optik und durchdachter Mechanik“ glänzen, indem es die Technologie zur Schau stellt ähnlich wie es bei teuren Motorrädern zu beobachten ist.

Aston Martin Vulcan Yas MarinaFoto: Max Earey
Ein V12-Motor von Aston Martin tut im Rennauto "Vulcan" Dienst. Seine 831 PS treffen dort auf 1.360 Kilogramm Leergewicht.

Aston Martin RB 001 mit rund 900 Kilo und etwa 900 PS?

Dem Kunden soll der Aston Martin RB 001 dank eines Leistungsgewichts wie bei LMP1-Autos eine überragende Performance bieten. Beim Leistungsgewicht bezieht sich Newey ausdrücklich auf einen Durchschnittswert der LMP1-Renner, die mit ihren mächtigen Hybridsystemen bis zu 1.300 PS schaffen – aber wenn die Batterien gerade leer sind, könnten sie kurzzeitig bei nur mehr 300 bis 400 PS landen, schätzt Newey. Als Durschnittswert könnte man dann etwa 800 bis 900 PS veranschlagen. Bei einem Mindestgewicht von gut 870 Kilogramm kämen sie dann auf ein Leistungsgewicht von ca. 1 kg/PS. Der V12-Sauger von Aston Martin fand zuletzt im Rundstreckenrenner Vulcan Verwendung, wo er 831 PS auf die Hinterräder bringt. Gleiches könnte er sicher auch im RB-AM 001 leisten. Das würde bedeuten, dass dessen Gewicht bei etwa 900 Kilogramm liegen müsste. Kein Wunder, dass Newey Doppelkupplungsgetriebe, deren Gewicht er auf 140 bis 150 Kilogramm beziffert, ausschließt. Aber jenseits der Leistungs- und Gewichtsrechnereien soll der Supersportwagen vor allem ein einzigartiges Fahrgefühl bieten. Neweys Idealvorstellung: „Wer den Wagen gefahren hat, soll danach ein Lächeln auf dem Gesicht haben“.

Damit das nicht schon beim Einsteigen gefriert, haben Newey und Marek Reichmann früh mit einer Sitzkiste begonnen. „Ich bin 1,95 Meter groß, Andy Palmer ist auch ein gestandener Mann und wir haben gut Platz“, erklärt Reichmann. „Man soll mit dem Auto auch ganz normal im Alltag fahren können“, so Newey. Selbst im Stau solle man sich noch wohlfühlen. Und damit man abseits des Staus sorglos etwas schneller fahren kann, verspricht Newey natürlich auch die üblichen Fahrsicherheitssysteme, die sich freilich abschalten lassen werden.

2018 sollen die ersten Kunden mit dem „schnellsten Straßensportwagen der Welt“ unterwegs sein können. Sie müssen zuvor aber etwa 3 Millionen Euro aufbringen. Dass es nicht mehr als 100 Glückliche werden, liegt allerdings nicht am Preis. Die Stückzahl ist limitiert, obwohl Aston Martin in ersten Veranstaltungen bereits etwa 350 „ernsthaft Interessierte“ gefunden hat. Von einer Rennversion will Aston maximal ca. 25 bauen, ohne die Gesamtzahl zu erhöhen. Und mancher Kunde, ist sich Marek Reichmann sicher, wird beide Versionen besitzen.

Neuester Kommentar

Wenn er tatsächlich (glaub ich sofort) rennstreckentauglich und alltagstauglich ist dann kann man in der Theorie eine Menge Geld sparen. Bislang brauchte man einen Bugatti und einen dieser etwas schärferen Ferrari/Mc Laren ohne Straßenzulassung. Jedenfalls kommt mit dem Eintritt von AM etwas Bewegung in dieses Marktsegment - die Chefs der o.a. Marken finden das sicher nicht gut, derzeit sind Innovationen eher rar gesät.

Plug In Hybrid könnte durchaus kommen, aber weniger aus Performancesicht. Da geht es m.M.n. eher um die Möglichkeit Fahrverbotszonen für Verbrenner zu umgehen und Steuern zu vermeiden. Beispiel der Porsche 918 in Österreich - Nettopreis ca 650.000, 20% Mehrwertsteuer 130.000 aber lt. NEFZ 0% NoVA (3,1 Liter Verbrauch auf 100KM/H) - hätte er keinen pluginHybrid wären 32% NoVA fällig - Euro 208.000 gespart.

Das macht jedenfalls bei einem derart teuren Auto schon Beträge aus die auch Reiche gerne mitnehmen.

Umwasgehteshiereigentlich 6. July 2016, 10:51 Uhr
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