Modularer Querbaukasten von VW: Zehn Antworten zum MQB

Modularer Querbaukasten, VW Polo

Modularer Querbaukasten? MQB? Wenn es um die neue Produktions-Plattform von VW geht, verstehen Sie nur Bahnhof? Wir klären die zehn wichtigsten Fragen.

Was ist der Modulare Querbaukasten?

Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung "Modularer Querbaukasten" (kurz: MQB) verbirgt sich ein neues Plattformkonzept von Volkswagen, das die Fahrzeug-Produktion vereinheitlichen und in mehr als 40 Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat Vorteile bei der Produktion mit sich bringen soll.

Was verändert sich mit dem MQB?

Zum Einen bietet der Modulare Querbaukasten die Möglichkeit neben den herkömmlichen Verbrennungsmotoren auch alternative Antriebe wie Erdgas, Hybrid oder Antriebskomponenten für Elektrofahrzeuge in identischer Lage einzubauen. Zum Anderen verbindet der MQB vereinheitlichte Technikmaße wie den Abstand zwischen Gaspedal und der vorderen Radmitte mit variablen Parametern, wie etwa beim Radstand, den Spurbreiten und den Radgrößen. Auf diese Weise kann der MQB also auf verschiedene Fahrzeuge übertragen werden.

Welche Vorteile bietet der MQB dem Kunden?

VW-Fahrzeuge sollen künftig mehr Platz im Innenraum, eine verbesserte Sicherheit, ein verringertes Gewicht und verbrauchsgünstigere Motoren erhalten.

Dank MQB wird der neue VW Golf leichter

Ein grundlegendes Merkmal des MQB ist die Vorverlagerung der Vorderräder um bis zu vier Zentimeter (Kompaktklasse). Neben mehr Platz im Innenraum soll sich so auch der Insassen-Schutz weiter verbessert haben. Mit der Verwendung von gewichtsoptimierten Bauteilen, wird außerdem das Fahrzeuggewicht gesenkt. So soll zum Beispiel der neue Golf um einiges leichter werden als das aktuelle Modell - mehr noch, nach Aussage von VW wird der Golf VII (alle Infos zum neuen VW Golf VII) nur noch so viel wie ein Golf der vierten Generation auf die Waage bringen.

Im Durchschnitt werden alle auf dem MQB basierenden Fahrzeuge mindestens 40 Kilogramm leichter sein als ihre direkten Vorgänger. Des Weiteren hat Volkswagen im Zuge der Einführung des MQB auch eine neue Generation von Motoren entwickelt. Die sollen künftig kompakter bauen, weniger Platz einnehmen und gleichzeitig sparsamer sein.

Welche Antriebssysteme wird es innerhalb des Modularen Querbaukasten geben?

Volkswagen hat im Zuge der Einführung des MQB jeweils zwei neue Benzin- und Diesel-Aggregate entwickelt. Der Vierzylinder-TSI-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum leistet 85 oder 105 PS, das 1,4-Liter-Aggregat wird mit 122 oder 140 PS Leistung erhältlich sein. Das maximale Drehmoment beträgt 165 und 175 Nm bei den 1,2-Liter-Motoren, die beiden 1,4-Liter-Varianten bringen es auf 200 und 250 Nm ab einer Drehzahl von 1.400U/min.

Die neuen Dieselmotoren kommen mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum und leisten zwischen 90 und 190 PS. Das maximale Drehmoment reicht von 250 bis 380 Nm. Auch die Selbstzünder sollen beim Verbrauch deutlich sparsamer werden und die ab September 2014 geltende Euro-6-Norm erfüllen.

Modularer Querbaukasten bietet leichtere Motoren

Mit der Verwendung von Aluminium verlieren alle Motoren deutlich an Gewicht - beim 1,4-Liter-Benziner mit 122 PS sollen es sogar mehr als 20 Kilogramm sein. In Verbindung mit dem optimierten Thermomanagement konnte somit nach Aussage von VW, eine Verbrauchsersparnis von bis zu zehn Prozent erreicht werden.

Ganz neu ist die Zylinderabschaltung, die im 1.4 TSI ihre Premiere feiern wird. Zwei der vier Zylinder werden immer dann abgeschaltet, wenn der Fahrer in einem Drehzahlbereich zwischen 1.250 und 4.000 U/min. unterwegs ist und das Drehmoment zwischen 25 und 100 Nm liegt. Im Normzyklus soll diese Technik zu einer Verbrauchsersparnis von 0,4 L/100 km führen.

Mit dem VW Golf Blue-e-Motion kommt 2013 dann das erste rein elektrisch angetriebene Fahrzeug, das auf dem Modularen Querbaukasten basiert. Die Kompaktklasse wird außerdem mit Erdgas betrieben Motoren erhältlich sein.

In welcher Verbindung stehen die neuen Motoren mit dem MQB?

Wie bereits beschrieben werden innerhalb des MQB alle Motoren in einer einheitlichen Lage eingebaut. Bei den neuen Benzinmotoren wurde der Zylinderkopf gedreht, so dass - analog zu den Dieselmotoren - die Ansaugseite des Motors zur Fahrzeugfront und die Abgasseite zur Fahrgastzelle gerichtet ist.

MQB für Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse

Auf diese Weise konnte eine einheitliche Verbindung zwischen Motor und Getriebe realisiert werden, die es erlaubt, alle Motoren mit dem gleichen Getriebe zu koppeln. VW konnte nach eigenen Angaben die Motor- und Getriebe-Varianten im MQB um 88 Prozent reduzieren. Mit der nach hinten geneigten Einbaulage in einem für Benziner und Diesel identischen Winkel von zwölf Grad können auch der Antriebsstrang und die Antriebswellen vereinheitlicht werden.

Warum führt Volkswagen den MQB ein?

Der VW-Konzern führt den markenübergreifenden MBQ in den besonders volumenstarken Segmenten (Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse) ein, um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit der neuen Plattform soll die Produktion der Fahrzeuge mit der Verwendung baugleicher Module entscheidend vereinfacht und kostengünstiger gestaltet werden. Außerdem will Volkswagen mit dem Modularen Querbaukasten ein international marktgerechtes Preismodell erschaffen um auf diese Weise auch den Markt in den Schwellenländern besser bedienen zu können.

Welche Vorteile bringt der MQB für den Konzern?

Unterm Strich können mit der Standardisierung von Bauteilen, Maßen und Produktionsabläufen die Kosten gesenkt und Fertigungszeiten reduziert werden. Volkswagen lässt jährlich Millionen Exemplare der insgesamt über 220 Konzernmodelle in weltweit mehr als 90 Standorten produzieren. Eine Standardisierung von Komponenten und Fertigungsprozessen hat daher wirtschaftliche Vorteile. Außerdem erhöht sich mit dem MBQ die Flexibilität bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge, so lassen sich zum Beisiel Nischen schneller bedienen.

Welche Komfort- und Assistenzsysteme hat der MQB zu bieten?

Mit dem Modularen Querbaukasten halten neue Assistenzsysteme und technische Innovationen Einzug in die Klasse der Kompakt- und Kleinwagen. Die Liste ist lang: kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitserkennung, automatische Distanzkontrolle ACC, Umfeldbeobachtungssystem Front Assist, Spurhaltesystem Lane Assist, Multikollisionsbremssystem,Vorderachsquersperre VAQ, Progressivlenkung und ein proaktives Insassenschutzsystem werden in Zukunft auch für VW Golf und Audi A3 (alle Infos zum Audi A3) erhältlich sein. Weitere Informationen zu den Assistenzsystemen lesen Sie hier.

Wann kommen die ersten Modelle, die auf dem MBQ bauen?

Der neue Audi A3 wird das erste Fahrzeug sein, das auf dem Modularen Querbaukasten baut. Das Kompakt-Modell der Ingolstädter wird ab Juni 2012 bei den Händlern stehen. Ende des Jahres folgt dann mit der siebten Generation des VW Golf das zweite Fahrzeug, das auf der neuen Plattform basiert.

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Thomas Gerhardt

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