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Porsche Mission E (Code J1)

Elektro-Sportler geht SO in Serie - fast

09/2015, Porsche Mission E Foto: Porsche 25 Bilder

Auf der IAA 2015 hatte Porsche mit dem Mission E gezeigt, wie man sich einen künftigen Elektro-Porsche vorstellt – 2020 geht der 600-PS-Flitzer mit 4 Sitzen und Allradantrieb auf einer eigenen Plattform und nahezu unverändert in Serie.

10.03.2016 Uli Baumann Powered by

Mission E mit Porsche-Dynamik

Am 4. Dezember 2015 verschickte Porsche die entsprechende Pressemitteilung: „Der erste rein elektrisch angetriebene Porsche kommt auf die Straße. Der Aufsichtsrat hat grünes Licht für das Projekt Mission E gegeben“. Der neue Porsche-Chef Oliver Blume, glaubt man schlage damit ein „neues Kapitel in der Sportwagengeschichte auf“. Wermutstropfen: Das Fahrzeug – intern unterm dem Code „J1“ verzeichnet – soll erst Ende dieses Jahrzehnts auf den Markt kommen. Aber angesichts der Eckdaten des Mission E stehen die Chancen gut, dass auch Porsches Elektrosportler die markentypische Dynamik nicht vermissen lassen wird.

09/2015, Porsche Mission EFoto: Porsche
Das Design des Mission E wird in weiten Teilen in die Serie gerettet.
IAA 2015, Porsche Mission E
Porsche Konzeptstudie Mission E auf der IAA 1:25 Min.

Denn das genau ist Porsche natürlich besonders sehr wichtig. Gegenüber dem britischen Magazin „Top Gear“ sagte Blume: „Es ist wichtig das Fahrerlebnis von Porsche auf ein Elektroauto zu übertragen. Wir können kein E-Auto unter der Marke Porsche bauen, das nicht die Erwartungen der Kunden an ein Porsche-Modell erfüllt“. Der Mission E werde sich wie ein 918 Spyder im E-Modus fahren.

Türkonzept des Porsche Mission E wird überarbeitet

Auch zum kommenden Design des Porsche Mission E äußerte sich der CEO: „Das Design wird sehr ähnlich sein, wir müssen jedoch ein paar Kleinigkeiten ändern“, so Blume. Insbesondere das Tür-Konzept mit den gegenläufig zu öffnenden Türen ohne eine B-Säule wird wohl nicht in die Serie zu retten sein. „Das ist ein großes Problem“, so der Porsche Boss, „aber unsere Idee ist, etwas ähnliches zu machen.“

Auch in Sachen Technik gibt es bereits die ersten Hinweise. Die Stuttgarter bauen für den Porsche Mission E (J1) eine Elektroplattform auf, die strukturell unterschiedlich zu der EV-Plattform von Volkswagen ausfällt. Des Weiteren soll die Reichweite der Studie von 500 km auf das Serienmodell übertragen werden, ebenso die Ladezeit von 15 Minuten. Allerdings ist sich Porsche bewusst, dass es aktuell keine Ladeinfrastruktur mit 800-Volt-150 kW-Ladesäulen gibt. Gegenüber auto moto rund sport sagte Blume: „Wir sind gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern in Gesprächen sowohl mit der Bundesregierung wie auch mit anderen Herstellern. Der Staat möchte Elektromobilität fördern und wird deshalb Investitionen in die Infrastruktur tätigen müssen. Aber als Hersteller haben wir auch ein großes Interesse an einem schnellen Ausbau des Ladenetzes. Ich will nicht ausschließen, dass wir selbst in Lade-Infrastruktur investieren. Wichtig ist, dass ein solches Netz nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern schnell entsteht. Für uns liegt die Priorität dabei auf einem flächendeckenden Schnellladenetz mit einer Leistung von über 150 kW pro Ladestation.“

Vorstellung Porsche Mission E

Der nur 1,30 Meter hohe Porsche Mission E tritt auf der IAA als Viersitzer an, und liegt mit seinem Design irgendwo zwischen 911 und Panamera. Im Streben nach aerodynamischer Effizienz trägt der Mission E zahlreiche Luftein- und -auslässe an Front, Seite und Heck. Die so durchströmte Karosserie aus Aluminium, Stahl und kohlefaserverstärktem Kunststoff soll den Verbrauch drücken und die Fahrdynamik steigern. So verbessern integrierte Luftführungen die Umströmung der Räder, Auslässe in den Flanken verringern den Überdruck in den Radhäusern und damit den Auftrieb. Die Front des Mission E wird durch Matrix-LED-Scheinwerfer im Vier-Punkt-Lichtdesign geprägt. Die Flanken zeigen gegenläufig öffnende Türen ohne B-Säule, sowie 21 und 22 Zoll große Räder aus Kohlefaserlaminat. Die Außenspiegel wurden durch Kameras ersetzt. Am Heck sorgen kräftig ausgeformte Radläufe, ein schmales dunkles Lichtband unter einem Spoilerbürzel sowie eine fette Diffusorschürze für die entsprechende Sportwagenoptik.

Im Interieur warten vier Einzelsitze auf die Passagiere. Der Fahrer blickt auf ein gebogenes, flaches und freistehendes OLED-Display auf dem unter anderem fünf klassische Rundinstrumente dargestellt werden. Das Bedienkonzept setzt auf Blick- und Gestensteuerung. Ein gestengesteuertes holografisches Display, das sich bis weit in die Beifahrerseite zieht, dient zur Darstellung von Medien, Navigation, Klimasteuerung, Kontakte und weiteren Fahrzeugfunktionen. Natürlich ist der Mission E auch vernetzt – so können die Passagiere online gehen oder sich das Fahrzeug beispielsweise mit der Werkstatt in Verbindung setzen.

Porsche Mission E in 15 Minuten weitestgehend nachgeladen

Die schöne neue Porsche-Welt kann aber auch dynamisch fahren. Dazu trägt der Mission E zwei Elektromotoren – an jeder Achse einen – die zusammen über 600 PS leisten und ihre Kraft per Torque Vectoring an die einzelnen Räder abgeben. Eine Allradlenkung sorgt für Agilität. Für den Spurt von Null auf 100 km/h gibt Porsche 3,5 Sekunden an, die 200-km/h-Marke soll in unter 12 Sekunden fallen. Vmax? keine Angabe. Dafür soll der Porsche Mission E die Nordschleife in unter 8 Minuten schaffen.

Porsche Mission E SitzprobeFoto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
Die hintere Tür ist an der C-Säule angeschlagen, die vordere an der A-Säule. Dieses Konzept wird es nicht in die Serie schaffen.

Als Reichweite mit einer Batterieladung nennt Porsche rund 500 Kilometer. Revolutionär soll aber die Turbo Charging-Ladetechnik sein. Über einen 800 Volt-Anschluss soll die im Wagenboden liegende Lithium-Ionen-Batterie in rund 15 Minuten zu etwa 80 Prozent wieder geladen sein – das wäre Saft für 400 Kilometer. Der Mission E lässt sich aber auch konventionell und sogar induktiv laden.

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Sitzprobe Porsche Mission E

Porsche öffnet exklusiv für uns die Türen der Elektrostudie Mission E und gewährt erste Einblicke in die Zuffenhausener Sportwagen-Zukunft. Die gegenläufig angeschlagenen, aber leider serienfernen Türen sind natürlich optisch erste Sahne, erleichtern aber auch den Einstieg in den Innenraum enorm, denn wer den Mission E entern will, muss sich ohnehin schon tief ducken. Vorbei an den breiten Seitenschweller aus Carbon geht es auf eng geschnittene, recht spärlich gepolsterte Sportledersitze, die auch in der zweiten Reihe in gleicher Form verbaut sind. Die schmale Mittelkonsole läuft bis nach hinten durch.

Porsche Mission E SitzprobeFoto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink

Besonders imposant ist der Arbeitsplatz des Fahrers. Das Lenkrad kennen Sportwagen-Fans schon aus dem 918 Spyder. Ähnlich wie im Hybrid-Sportwagen verläuft die frei stehende Mittelkonsole mit integriertem Touch-Pad und kleinem Getriebewähl-Knubbel schräg nach oben in den Armaturenträger – der Herberge zahlreicher Displays. Der gebogene Bildschirm hinter dem Lenkrad ist im Vergleich zu den volldigitalen Instrumenten aus aktuellen VW- und Audi-Modellen riesig und liefert dem Fahrer neben den wichtigsten Fahrinfos auch die Bilder der Außenkameras (ersetzen die Außenspiegel), Verkehrs- und Wetterdaten sowie Neuigkeiten aus sozialen Netzwerken. Weitere Daten des Infotainmentsystems liefert ein zweiter, schmaler Bildschirm der ab der Mittelkonsole bis zum Beifahrer reicht. Einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal bleibt Porsche natürlich auch in seinen Zukunftsmodellen treu: der Startknopf für die E-Motoren befindet sich linker Hand.

Thomas Gerhardt

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