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Der neue Seat Leon Cupra 300 im Fahrbericht

Dank neuem Allrad eine Wucht

Seat Leon ST Cupra 300 4Drive Foto: Seat 26 Bilder

Jetzt hat er plakative 300 PS, als Kombi erstmals Allrad und er stürmt in unter fünf Sekunden auf 100 km/h: Auf feuchter Rennstrecke und spanischen Landstraßen kann der Seat Leon Cupra 300 zeigen, was er drauf hat.

16.02.2017 Gregor Hebermehl 6 Kommentare Powered by

Als stärkster Seat bisher darf der Leon 300 ruhig ein bisschen extrovertiert sein – und das ist er auch, selbst als Kombi. Orangefarben leuchtende Felgen und ein vom Heck leuchtender Cupra-Schriftzug in der gleichen Farbe verpassen dem Leon-Auftritt einen Extraschuss Frische. Ansonsten unterscheidet sich der sportlichste Leon mit seiner eigenständigen Frontschürze inklusive vergrößerten Lufteinlässen, seinem ebenso eigenständigen Heckschweller, seinen schwarzen B- und C-Säulen sowie roten Bremssättel mit Cupra-Logo von den "normalen" Leon. Mit der aufpreispflichtigen Performance-Linie lassen sich außerdem schwarze 19-Zoll-Räder zubuchen.

Innen ist der neue Leon Cupra 300 dunkel schick. Offenbar war das Budget da, um die Tristesse-Regionen der Vorgänger wegzudesignen. Seine Türen sind innen mit schwarzem Alcantara ausgekleidet, die Sitze mit den integrierten Kopfstützen stecken ebenfalls unter teurem Mikrofaser-Gewebe und sitzen sich ganz ausgezeichnet. Der Seitenhalt schützt Dich gekonnt in der durchhetzten Biege und die Sitze lassen sich in recht sportlich tief absenken. Sehr große Fahrer würden sich vielleicht sogar noch ein wenig Spiel nach unten wünschen. Neu ist der Stauassistent des radarbasierten adaptiven Abstandstempomaten – schließlich ist ein alltagstauglicher Leon nicht nur auf der Rennstrecke oder leeren Bergstraßen unterwegs. Optional gibt es das schlüssellose Zugangs- und Startsystem „Kessy“, was zwar ein bisschen nach einem Namen für den besten vierbeinigen Freund klingt, aber gut funktioniert.

Seat Leon ST Cupra 300 4DriveFoto: Seat
Als ST gibt es den Leon Cupra jetzt auch mit Allradantrieb.

Ausgewogenes Fahrwerk

Das adaptive Fahrwerk des Leon Cupra 300 hat Seat mit neuen elektronischen Schockabsorbern versehen – aber das Fahrwerk war vorher schon gut und so spürst Du kaum einen Unterschied. Auf der Rennstrecke straff und wankunwillig federt es mittelschwere Straßenunebenheiten immer noch komfortabel weg. Die serienmäßige Progressivlenkung hilft besonders auf der Rennpiste beim präzisen vorgeben der Richtung. Sowohl Fahrwerk als auch der Lenkwiderstand werden von den Fahrmodi beeinflusst: Comfort, Sport, Individual und Cupra stehen zur Wahl. In der Einstellung Cupra spricht die Lenkung natürlich am direktesten an und bietet am wenigsten Spiel in der Mittellage. Ein Hauch künstliches Lenkgefühl bleibt aber. Und sowohl den SC genannten Dreitürer als auch den Fünftürer gibt es weiterhin ausschließlich als Fronttriebler – und dessen Antriebspower spürst Du in der Rennstreckenkurve im Lenkrad deutlich.

Seat Leon SC Cupra 300Foto: Seat
Den dreitürigen Leon SC gibt es als Cupra nur mit Frontantrieb - auf feuchtem Untergrund hat er mit der Traktion zu kämpfen.

Allrad gegen Frontantrieb

Trotz der SUV-Schwemme halten sich gerade in Deutschland noch ein paar wackere Kombi-Fans – und die wird es freuen, dass der ST genannte Leon-Cupra-Kombi optional Allradantrieb hat. Das dafür verwendete Haldex-System kennen wir bereits aus dem VW Golf R – in der neuesten Generation macht es seinen Job gut. Der Unterschied zu den frontgetriebenen Leon-Cupra-Varianten ist besonders auf der leicht feuchten Rennstrecke frappierend. Die Fronttriebler hauen ihre immense Leistung dank mechanischer Differentialsperre perfekt verteilt in den Asphalt, aber speziell bei Nässe kämpfen sie trotzdem mit Traktionsproblemen. Die kennt der Allrader nicht. Wunderbar ruhig und definiert zieht er über den kurvigen Rundkurs nahe des Montserrat und eilt den frontgetriebenen Schrägheckmodellen davon. Nicht umsonst knallt er in 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h, obwohl er 1.545 Kilogramm schwer ist. SC und Fünftürer (1.395 kg bzw. 1.421) brauchen mindestens 5,6 und 5,7 Sekunden, was nicht nur psychologisch ein enormer Unterschied ist. Die Einführung des Allradantriebs dürfte Seat etliche Anfragen von Nicht-Kombi-Kunden bescheren, die für ihren Leon Cupra 300 auch Allrad haben wollen.

Der 300-PS-Kombi mit Soundcheck im Video 58 Sek.

Drückt nach vorne wie irre

300 PS statt 290 PS – die Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgänger in Höhe von zehn Kirmes-PS ist allenfalls etwas für Datenblatt-Erotiker. Glaubt man den Fans, leisteten schon viele der 290-PS-Varianten in der Realität echte 300 PS. Deutlich netter: Auch das maximale Drehmoment hat sich erhöht – von 350 auf jetzt 380 Newtonmeter. Und das wirkt auch noch auf einem sehr breiten Drehzahlband von 1.800 bis 5.500/min. Hat der Spurt erstmal begonnen, drückt und drückt und drückt der Leon Cupra 300 nach vorne. Du merkst, wie sich Dein Magen um Deine Wirbelsäule biegt und findest das auch noch super. Dabei brummt der Antrieb sonor, beim Schalten sprotzelt er spektakulär. Unterschiede im Sound kauft man mit dem Allradantrieb mit: SC und Fünftürer sind lauter als der Kombi mit seinem Doppelschalldämpfer. Die Höchstgeschwindigkeit aller Leon-Cupra-300-Modelle muss sich bei 250 km/h der elektronischen Begrenzung beugen. Und auch wenn der Verbrauch der sportlichen Topvarianten der Leon-Reihe sicher am wenigsten interessiert, hier sind die Prüfstandswerte für den Durchschnittsdurst auf 100 Kilometer: Der SC ist mit 6,7 Liter (DSG) oder 6,9 Liter (Sechsgang-Handschaltung) unterwegs, der Fünftürer braucht 6,8 (DSG) und 6,9 Liter und der ST ist mit 6,8 (DSG), 7,7 (DSG 4Drive) oder 7,0 Liter dabei.

Seat Leon ST Cupra 300 4DriveFoto: Seat
Allradntrieb ist mit dem 6-Gang-DSG zwangsverknüpft.

DSG gegen Handschalter

Geschaltet wird im neuen Seat Leon Cupra 300, wie bereits erwähnt, entweder per Sechsgang-Handschaltung oder über ein Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit sechs Stufen. Beim Handschalter legst Du knackig die Gänge auf vertretbar kurzen Wegen ein und hast die volle Kontrolle. Das DSG bringt zwar den Komfort des Nicht-selber-schalten-müssens mit sich, hat aber auch seine Schattenseiten: Den Tritt aufs Gas beantwortet das Sechsgang-DSG mit Verzögerung - in der Fahrmodus-Einstellung „Cupra“ fällt sie am kürzesten aus. Zudem schaltet das Doppelkupplungsgetriebe hektisch und nicht immer optimal. Der Eingriff per Schaltpaddle hilft da ein bisschen. Aber ausgerechnet der dynamischste Cupra mit Allradantrieb ist nur mit dem DSG zu haben.

Fazit

Seat hat den stärksten Leon noch ein bisschen besser gemacht. Innen jetzt durchgehend schick, sorgt vor allen Dingen der für den ST genannten Kombi verfügbare Allradantrieb noch mal für einen ordentlichen Dynamik-Schub. Die Frontantriebsvarianten SC und Fünftürer drücken ebenfalls nach vorne, als gebe es kein Morgen, können aber mit der Traktion des Allrad-Modells nicht mithalten. Somit ist der Vierradantrieb genau das Richtige, um die ohnehin schon gute Performance des Leon Cupra weiter zu steigern – schließlich geht es beim sportlichsten Seat vornehmlich darum. Deshalb dürfte es Drei- und Fünftürer gerne ebenfalls mit vier angetriebenen Rädern geben.

Der neue Seat Leon ST Cupra 300 4Drive geht bei 39.220 Euro los. Das ist ein vergleichsweise günstiges Angebot. Schließlich ruft VW für seinen 310 PS starken und ab März 2017 verfügbaren Golf R Variant DSG bereits 44.800 Euro auf. Für einen ATS 2.0 Turbo AWD Automatik mit 276 PS berechnet Cadillac, bei deutlich schlechterer Performance, 44.995 Euro – und aktuell ist der Ami nicht mal als Kombi verfügbar. Somit macht beim Leon Cupra nach wie vor niemand etwas falsch, der fetzige Performance mit einem schnittig frischen Äußeren verbinden und dabei finanziell nicht über den Tisch gezogen werden will.

Technische Daten
Seat Leon ST Cupra 300 Cupra 300Seat Leon ST Cupra 300 Cupra 300Seat Leon Cupra 300 Cupra 300Seat Leon Cupra 300 Cupra 300Seat Leon SC Cupra 300 Cupra 300Seat Leon SC Cupra 300 Cupra 300Seat Leon ST Cupra 300 4Drive
Grundpreis37.220 €35.520 €36.020 €34.320 €35.720 €34.020 €39.220 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4548 x 1816 x 1431 mm4548 x 1816 x 1431 mm4281 x 1816 x 1435 mm4281 x 1816 x 1435 mm4246 x 1810 x 1423 mm4246 x 1810 x 1423 mm4548 x 1816 x 1431 mm
KofferraumvolumenVDA587 bis 1470 L587 bis 1470 L380 bis 1210 L380 bis 1210 L380 bis 1150 L380 bis 1150 L587 bis 1470 L
Hubraum / Motor1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung221 kW / 300 PS (380 Nm)221 kW / 300 PS (380 Nm)221 kW / 300 PS (380 Nm)221 kW / 300 PS (380 Nm)221 kW / 300 PS (380 Nm)221 kW / 300 PS (380 Nm)221 kW / 300 PS (380 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h250 km/h250 km/h250 km/h250 km/h250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,9 s6,0 s5,7 s5,8 s5,6 s5,7 s4,9 s
Verbrauch6,8 L/100 km7,0 L/100 km6,8 L/100 km6,9 L/100 km6,7 L/100 km6,9 L/100 km7,2 L/100 km
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    Kreise drehen? Na, dann vergleichen sie mal die Rundenzeiten auf Nordschleife und HHR eines Allrad-Golf R mit denen der frontgetriebenen Leon Cupra 280 und Clubsport S. Ach nein, das würde ja fünf Minuten Lesezeit kosten und womöglich nachdenken erfordern - nein, vergessen sie's schnell wieder.
    Ein solcher stumpfsinniger Erguss spricht für sich. Wenn für jemanden der heilige Gral darin besteht, mit Vollgas aus dem Stand loszubolzen, dann ist das so, und das kann man sogar akzeptieren. Vielleicht kennt er es einfach nicht anders. Aber Leute, deren primitive Denke sich nur darum kreist, dass Andersdenke ihnen ihre vier angetrieben Räder neiden könnten, und deren Fantasie nicht mal ausreicht, um sich vorzustellen, dass andere diesen 4WD-Quatsch vielleicht wirklich nicht haben möchten, mit denen ist wohl jede Diskussion zwecklos.
    Typische Internet-Autotest-Kommentare, von denen ich naiverweise annahm, sie wären nur bei AutoBlöd zu finden. Nein, offenbar auch hier. Ist wohl nicht zu ändern. Sind schon wieder irgendwo Schulferien?

    930.engineering 22. Februar 2017, 04:27 Uhr
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