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Jaguar F-Type R AWD Coupé im Dauertest

60.000 Kilometer mit 550 PS starkem V8-Kompressor

Jaguar F-Type R AWD Coupé, Seitenansicht Foto: Roman Domes 19 Bilder

Auf Samtpfoten schnurrt sich der Jaguar F-Type R an die Sportwagen-Liebhaber heran, scharfe Krallen hat die 550-PS-Katze aber auch zu bieten. Der Dauertest über 60.000 Kilometer klärt, ob sich zur Schönheit auch die Zähigkeit gesellte.

09.02.2017 Marcus Schurig 3 Kommentare Powered by

Schönheit bändigt allen Zorn.„ Mit diesem auf Ausgleich bedachten Goethe-Zitat wäre man vor 15 Jahren in den Dauertest-Bericht eines Jaguars eingestiegen. Und heute? Die Schönheit ist geblieben, der Zorn verflogen.

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Dauertest Jaguar F-Type R AWD Coupé
Sport Auto 01/2017
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F-Type schon eine Design-Ikone

Niemand muss leiden, um einen Jaguar zu fahren, auch wenn die Schönheit immer noch das regierende Element ist. Die aus Jaguar-Sicht verstörende Feststellung eines BMW-Fahrers an der Tankstelle, das sei ja mal ein sehr schöner Aston Martin, sollte man mit Würde ertragen – es war ja als Kompliment gemeint. Der Jaguar F-Type ist inzwischen drei Jahre nach seiner Einführung, eine Design-Ikone des Automobilbaus – und damit wird man als Fahrer auch nahezu täglich konfrontiert.

Die Franzosen, bekannt für ihr Design-Faible, haben einen Narren an ihm gefressen. Gleich dreimal wurde der bordeauxrote Jaguar F-Type R AWD von der Gendarmerie auf zahlreichen Touren nach Le Mans oder Le Castellet rausgewunken – nicht wegen eines gravierenden Verstoßes, sondern allein wegen seiner schleichigen Schönheit.

Polizeiliche Diskussion um den schönen Aston

„Quelle belle voiture!“ Ob man kurz Platz nehmen dürfe für ein Selfie im Dienstwagen Ihrer Majestät, im Aston? Oui, bien sûr, mais ... Der komplizierte Versuch, den Gendarmen aus Reims den Jaguar als den schöneren Aston Martin zu verkaufen, scheiterte, zu oft kam ihnen der Name James Bond über die Lippen. Man hätte jetzt auch eine Diskussion darüber beginnen können, dass dieses Topmodell der F-Type-Baureihe der bessere Aston Martin sei – oder sicher auch der billigere!

Bei der Schönheit gibt es keine zwei Meinungen: Die Silhouette, das fantastische Heck mit den markanten Leuchten, die ellenlange Front, die gedrungene Fahrerkanzel, das gekonnte farbliche Zusammenspiel von Außenlackierung und den titanfarbigen 20-Zöllern mit gelben Bremssätteln, dazu braun-schwarzes Leder – lecker. Allein der Name der Lackierung Italian Racing Red zeugt von einem klitzekleinen Minderwertigkeitskomplex – so what!

Unnütz zu erwähnen, dass bei den heute weltweit gültigen Qualitätsstandards die edle Hülle des Jaguar auch nach einem Jahr im Neuwagenlook erstrahlte. Kleine Nachlässigkeiten trüben das Bild unwesentlich: Die innere Schwellerleiste an der Fahrertür musste zwischenzeitlich mit Panzertape fixiert werden, auch die Gummifassung der Heckklappe war lose.

Fünfliter-V8-Kompressor befeuert F-Type R AWD

Mit Schönheit allein lockt man heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor – in dieser Klasse ist die Kombination aus schnell und schön erstrebenswert. Eine Dauertest-Anekdote aus Frankreich fasst das vortrefflich zusammen. Ostersonntag gegen sieben Uhr auf der Autoroute du Soleil zwischen Orange und Valence: An der Tempobrücke blitzt die Nachricht auf: „MTK- F 446 trop vite“. Zu schnell? Die Geschwindigkeitserfassung samt schriftlicher Verwarnung mittels Anzeige des Nummernschilds kostet null Bußgeld, taugt aber wunderbar als Resümee. Kein Wunder, bei dieser Motorisierung: Fünfliter-V8-Kompressormotor, 550 PS, 680 Nm – da gehen einem auf öffentlichen Straßen die Gegner flöten.

Dieser Motor ist wunderbar druckvoll, die Kombination aus viel Hubraum und gleichmäßiger Aufladung könnte zu stundenlangem Lamentieren über das Aussterben dieses famosen Motorkonzepts verführen. „Traumhafter Motor, bestialischer Klang“, notierte Kollege Roman Domes nach einem Hamburg-Trip. Beim Sound schieden sich die Geister in der Redaktion: Den einen war er eine Spur zu aufdringlich, für alle anderen war die Soundtaste, die die Abgase in einen wuchtigen Klangteppich mit rotzfrech pröttelnder Note verwandelt, ein absolutes Pflicht-Tool!

Jaguar F-Type R AWD Coupé, Mugello Foto: Marcus Schurig
Besuch in Mugello/Italien.

Achtganggetriebe senkt Drehzahl und Verbrauch

Technisch betrachtet ließ sich der Motor über die Dauertest-Distanz von 60.000 Kilometern nichts zu schulden kommen: Außerhalb der Inspektionen wurden 2,1 Liter Öl nachgefüllt. Auffälligkeiten? Keine. Verbrauch? Ein weites Feld. Im Massenverkehrgenudel gerne um 13 Liter, bei gespreiztem Galopp 16 Liter, bei scharfer Gangart eben auch darüber.

In Summe ist der Verbrauch okay, woran das Achtgang-Automatikgetriebe einen entscheidenden Anteil hat: Denn die Quasi-Overdrive-Funktion des achten Gangs lässt die Drehzahlen bei Speeds von 180 bis 210 km/h im Bereich von 2.500 bis 2.800/min pendeln. Das schont die Ohren – und eben auch den Verbrauch.

Das Getriebe stammt von ZF und wird so auch von anderen großen Herstellern verwendet, was erklärt, warum es in jeder Beziehung eine kugelsichere Lösung ist. Die Schaltbox arbeitet zügig und verschliffen, erlaubt aber auch die volle Kontrolle durch den Fahrer über die Schaltwippen am Lenkrad. Ein Doppelkupplungsgetriebe hat bei sport auto wirklich keiner vermisst.

Agil abgestimmter Allradantrieb

Der Powertrain ist neben dem spektakulären Außendesign die zweite Schokoladenseite des Jaguar F-Type R AWD Coupé. Das gilt nicht nur für die schiere Leistung oder das Zusammenspiel der Komponenten, sondern auch in puncto Zuverlässigkeit. Wir erinnern uns an einen Jaguar-Dauertest vor über 14 Jahren mit dem Vorvorgänger, und damals war die Liste an unplanmäßigen Werkstattaufenthalten erschreckend lang.

Das ist heute Geschichte. Jaguar hat bei der Standfestigkeit enorme Verbesserungen erzielt, auch wenn sie von weit unten kamen. Trotzdem muss man es erwähnen: Mangelnde Haltbarkeit kann heute kein Kaufablehnungsgrund mehr sein.

Im konkreten Fahrbetrieb hatten wir dagegen schon einige Anmerkungen in unserem Dauertest. Das beginnt beim Allradantrieb mit einer, sagen wir, unerwartet agilen Abstimmung, die eben auch Überraschungen produzierte. Wer bei Nässe und minimalen Lenkwinkeln Vollgas gibt, sollte schnelle Hände haben. Denn bevor der Allradantrieb die schlagartige Schlupfsituation wieder einsammelt, ist erst einmal der Fahrer gefordert.

Man merkt hier, dass die Absprungbasis des AWD-Modells eben der Hecktriebler war. Die im Verteilergetriebe positionierte und elektromechanisch betätigte Mehrscheiben-Lamellenkupplung schickt bei Schlupf am Hinterrad bis zu 50 Prozent der Antriebskraft nach vorne – doch das dauert beim Jaguar eben ein wenig.

Kein reinrassiger Sportwagen

Das Fahrgefühl hat zwar eine gewisse Grundträgheit, was dem hohen Gewicht von 1.823 Kilo geschuldet ist, andererseits an der etwas schwerfälligen Lenkung liegt. Die Gewichtsverteilung selbst (53,5 : 46,5 Prozent) ist aber top. Der etwas wechselhafte Grundcharakter im Grenzbereich zwischen Unter- und Übersteuern ist wieder dem Allradkompromiss geschuldet – dafür kann man dem Modellbruder mit Heckantrieb bei Tiefschnee hämisch die Heckleuchten zeigen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Fahrverhalten im Grenzbereich ist unterhaltsam, dank Torque-Vectoring-Funktion lenkt der Sport-Jag gut ein, am Kurvenende fällt im Dynamik-Modus ein properes Quäntchen Übersteuern an – happy days!

Jaguar F-Type R AWD Coupé, Heckansicht Foto: Roman Domes
Schwerer Abschied: Roman Domes verbrachte die letzten Dauertest-Tage mit dem Jaguar.

Mit der Präzision eines reinrassigen Sportwagens kann der Jag nicht mithalten, auch das ist klar. Im Alltagstrott teilt der F-Type R mit seinen härteren Federraten und den sehr flachen Niederquerschnittsreifen gerne auch mal trockene Stöße aus, ohne aber dabei Gefahr zu laufen, seine britische Contenance zu verlieren.

Selbstreinigende Felgen sind serienmäßig

Apropos Reifen: Die Pirelli-Pneus im Format 255/35 (vorne) und 295/30 R 20 sind auf bildschönen 20-Zöllern mit der Bezeichnung „Design Storm“ aufgezogen. Die titanfarbigen Räder vollbringen das Kunststück, sich bei Regen offenbar selber wieder reinzuwaschen – ein Mirakel!

Hinter den Felgen versieht eine fette Keramikbremsanlage ihren Dienst, mit strahlend gelben Mehrkolbensätteln, die riesige Scheiben im Format 398 (vorne) und 380 mm (hinten) in die Zange nehmen. Auffälligkeiten: keine, weder durch Geräusche noch bei der Bremsleistung. Nur zwei Kurzkommentare aus der Testkladde: leicht verzögertes Ansprechverhalten bei Nässe, leicht verhärtetes Pedalgefühl auf der Rennstrecke. Wenn es sonst nichts gibt, ist das gut – denn wir sind da ziemlich pingelig!

Bis hierher war also alles toll. Kommt jetzt noch was? Jein. Die notorischen Nörgler hätten gerne etwas mehr Verstellbereich für die Sitze, besonders nach hinten, um eine optimale Sitzposition zu finden. Ein Kollege nahm die lose Schwellerleiste und die abgefallene Gummidichtung der Heckklappe zum Anlass, Bashing bei der Verarbeitung zu betreiben – jetzt stell dich nicht so an!

Navi-System nicht auf neuestem Stand

Ein ernstes Wörtchen zum Schluss: Das Navi-System ist nicht auf dem Stand der Dinge. Dreimal quittierte es ohne Not den Dienst. Blöd, wenn man gerade am Stadtrand von Florenz sein Hotel sucht. Einmal hatte sich nur die SD-Karte in der Mittelablage gelöst, ein anderes Mal versagte der Bildschirm, das Radio lief noch, vermutlich auch das stumm geschaltete Navi, nur sehen konnte man halt nichts mehr – und einstellen auch nicht.

300 Kilometer später rauschte nur noch der Radiosender, auch die Lautstärkeregelung hatte versagt. Also parken, Auto abschließen und fünf Minuten warten in der Hoffnung, dass der Reset den Bildschirm und seine Funktionen wieder zum Leben erweckt – und so war es auch. Da haben wir ein wenig geschimpft mit dem Dauertest-Jag und ihm die Schrulle vorgeworfen – aber es war das einzige Mal.

So war das Delta zwischen Schönheit und Perfektion beim Jaguar erfreulich klein. Oder in den Worten des eingangs zitierten Goethe: „Vollkommenheit ist schon da, wenn das Notwendige geleistet wird, Schönheit, wenn das Notwendige geleistet, doch verborgen ist.“ Deshalb war der Navi-Bildschirm schwarz!

Dauertest-Gesamtbilanz Jaguar F-Type R AWD Coupé

  • Dauertest-Beginn: 2.506 km
  • Dauertest-Ende: 61.879 km
  • Gefahrene Kilometer: 59.373 km
  • Spritverbrauch insgesamt: 9.033 Liter
  • Verbrauch minimal: 10,7 Liter/100 km
  • Verbrauch maximal: 26,2 Liter/100 km
  • Durchschnittsverbrauch: 15,5 Liter/100 km
  • Ölverbrauch außerhalb der Inspektionen: 2,1 Liter
  • Grundpreis 2015: 112.800 Euro

Extras 20.945 Euro: Lackierung 1.080 Euro, intelligentes Fernlicht 325 Euro, Toter-Winkel- und Rückfahrüberwachung 755 Euro, Sitzheizung 425 Euro, Keyless Entry 560 Euro, Luftgütesensor inkl. autom. Umluftfunktion 80 Euro, In Control Apps 410 Euro, In Control Secure 640 Euro, Carbon-Keramik-Paket 2.8960 Euro, Sicht-Paket 1.540 Euro, Sitz-Memory-Paket 2 1.700 Euro, Technology- und Audio-Paket 1 4.470 Euro

  • Testwagenpreis 2015: 133.745 Euro
  • Schätzpreis am Dauertest-Ende (Dekra): 72.600 Euro
  • Wertverlust: 61.145 Euro
  • Grundpreis 2016: 113.200 Euro
Technische Daten
Jaguar F-Type Coupé 5.0 V8 AWD R
Grundpreis113.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4470 x 1884 x 1311 mm
KofferraumvolumenVDA408 l
Hubraum / Motor5000 cm³ / 8-Zylinder
Leistung405 kW / 550 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit300 km/h
0-100 km/h4,0 s
Verbrauch11,3 l/100 km
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    Neuester Kommentar

    Das "Sound-Check"-Video ist wohl ein Scherz?

    Musikuntermalung fast über die gesamte Laufzeit...

    Berndili 29. Mai 2017, 18:23 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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    Heft 01 / 2017 9. Dezember 2016 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Jetzt für 4,20 € kaufen Artikel einzeln kaufen
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