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Drei Reifendimensionen im Vergleich

Welche Größe ist die beste?

Reifendimensionen, Vergleich, Impression Foto: Dino Eisele 18 Bilder

Für viele Autos stehen heute bereits ab Werk verschiedene Rad-Reifen-Kombinationen zur Wahl. Doch welche bietet den Autofahrern die meisten Vorteile? Auf Audi A3 und Mercedes C-Klasse haben wir gängige 16-, 17- und 18-Zoll-Größen verglichen – mit teils überraschenden Ergebnissen.

20.09.2014 Thiemo Fleck

Breite Reifen bremsen besser, schmale punkten hingegen bei Komfort und Aquaplaning – zumindest in der Theorie. Die Mess-Ergebnisse vieler Reifentests sprechen jedoch eine andere Sprache. Oft erreichen auch füllige Breitreifen erstaunliche Aquaplaning-Resultate. Genauso wie Basisreifen mit ausgewogenem Fahrverhalten erstaunlich schnelle Rundenzeiten in den Asphalt brennen können. Doch wie groß sind die Unterschiede wirklich? Hier hilft nur der direkte Vergleich: Stellvertretend für Frontantriebs-Konzepte tritt der Audi A3 Sportback an. Serienmäßig startet er wie viele Modelle seiner Klasse mit der Reifendimension 205/55 R 16 auf Stahlrädern mit 6,5 J x 16 Zoll. Sportlichere A3-Varianten tragen 225/45 R 17 auf 7,5-J-x-17-Alus, optional sind 7,5-J-x-18-Zoll-Leichtmetallräder mit Reifen in 225/40 R 18 zu haben.

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Vergleichstest Drei Reifendimensionen im Vergleich
auto motor und sport 18/2014
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Die heckgetriebene Mercedes C-Klasse startet in der Einfachstversion ebenfalls auf 16-Zoll-Stahlrädern. Montiert sind dann Reifen in 205/60 R 16. Schicke Leichtmetallräder gibt es ab Werk bereits ab der Avantgarde-Ausstattung. Die Doppelspeichenfelgen mit 7,5 J x 17 Zoll tragen Reifen in 225/50 R 17. Wer die C-Klasse noch sportlicher bereifen möchte, wird ab Werk auch mit 18- oder 19-Zöllern bedient. Dann rollt der sportliche C mischbereift, etwa mit 225/45 R 18 vorn und den breiteren 245/40 R 18 hinten.

Gleiche Voraussetzungen im Test

Faire Testergebnisse fordern zunächst ein gleiches Felgendesign in drei möglichst serienidentischen Radgrößen von 16 bis 18 Zoll. Diese Forderung erfüllt in unserem Test beim Audi A3 das Zubehör-Leichtmetallrad "Cliff" von AEZ, bei der Mercedes C-Klasse das Zenit-Rad von Autec. In Sachen Reifen wurden die 17- und 18-Zoll-Kombinationen einheitlich mit dem Conti Sport Contact 5 bestückt, die 16-Zoll-Varianten wie bei vielen Serienmodellen mit komfort-orientierteren und rollwiderstandsärmeren Conti Premium Contact 5.

Ab auf die Teststrecke: Das Programm entspricht dem standardisierten auto motor und sport-Reifentest, zur Verdeutlichung der Unterschiede wurde jedoch ein wesentlich schärferer Maßstab angelegt. Zuerst die Nassprüfungen. Beim Bremsen und bei der Seitenführung zählt vor allem eins: die Kontaktfläche zum Asphalt. Hier haben die 205er mit nur rund 168 mm realer Laufflächenbreite klar das Nachsehen: Gegenüber den 17-Zoll-Dimensionen ist der Bremsweg sowohl beim A3 wie auch bei der C-Klasse mit 42 und 43 Metern aus Tempo 80 rund drei Meter länger. Auch erreicht die Seitenführung der 205er in Kurven nicht das Niveau der Breiten. Dafür ist der Grenzbereich fehlerverzeihend breit. Die C-Klasse wirkt im Handling träge, ist aber, wie auch der agilere A3, sehr einfach kontrollierbar.

Mehr Grip, mehr Lenkpräzision, mehr Sicherheit – und das ohne gravierende Aquaplaning-Schwächen. Auf Nässe liegen beim A3 klar die 17-Zöller vorn. An der C-Klasse hingegen überrascht die 18-Zoll-Variante mit besten Brems- und Handling-Werten, die breite 245er-Hinterachse macht aber den Grenzbereich deutlich spitzer. Dazu besteht auf 18 Zoll in beiden Aquaplaning-Disziplinen erhöhte Rutschgefahr. Bei Wolkenbrüchen sind die 16-Zöller auf der C-Klasse nicht zu toppen, sie pflügen mit Abstand am sichersten durchs Wasser.

Trocken sind die breiten Reifen vorn

Wer auf trockener Strecke einen aktiven Fahrstil bevorzugt, wird den Mercedes kaum mit der 16-Zoll-Basisbereifung bestücken. Sollte er auch nicht, denn Kurvendynamik gehört nicht zu ihren Stärken. Auch die Bremsleistungen sind schwach – der Bremsweg auf 205ern steigt mit 2,5 Metern um fast eine halbe Wagenlänge gegenüber den 17- und 18-Zoll-Varianten. Dazu sind träges, schwammiges Lenkverhalten und deutliches Untersteuern der Preis für bestmöglichen Fahrkomfort. Dem A3 hingegen können 16 Zoll auf trockener Bahn bereits genügen. Bei gutem Abrollkomfort lassen sich kleine Schwächen beim Bremsen und im Handling verschmerzen, in Sachen Leichtlauf sind die Schmalen grundsätzlich nicht zu schlagen.

Auf beiden Fahrzeugkonzepten sehr ausgewogen: die 17-Zoll-Größen. Direkt und präzise in der Lenkung sowie neutral und damit überraschungsfrei zu fahren, nehmen sie hier den Spitzenplatz ein. Schnellere Rundenzeiten mit 18 Zoll? Weder mit dem Mercedes noch mit dem Audi lassen sich hier signifikante Verbesserungen herausfahren. Zwar wird das Einlenken spürbar präziser, dafür aber der Grenzbereich schmaler. Der 18-Zoll-bereifte Audi leistet sich mit Trockenbremswerten auf dem niedrigen Niveau der 16-Zoll-Variante sogar einen Ausrutscher. Der Preis für mehr Agilität sind darüber hinaus spürbare, wenn auch nicht gravierende Einbußen im Abrollkomfort sowie der deutlich erhöhte Rollwiderstand.

Beste Gesamtleistung

Die beste Gesamtleistung liefern – wenn auch bei der C-Klasse nur mit knappem Abstand – die 17-Zöller. Sie glänzen sowohl am Audi wie auch am Mercedes als ausgewogene und damit besonders empfehlenswerte Allroundbereifung.

Letztlich entscheiden jedoch das Fahrzeugkonzept und die Ansprüche des Fahrers. Wer etwa besonderen Wert auf Verbrauch und Umweltaspekte legt, den kann am A3 auch die 16-Zoll-Variante überzeugen. Die C-Klasse wirkt damit trotz des unzweifelhaften Komfortangebots der spritsparend abrollenden 205er hingegen unterbereift. Gegen die optisch besonders ansprechenden 18-Zoll-Größen gibt es trotz kleiner Schwächen bei Rollwiderstand und Komfort wenig einzuwenden. Während die 18-Zöller auf dem Audi A3 ihr Potenzial nicht ausspielen können, gelingt es ihnen auf der C-Klasse. Dort gleichen sie die Nachteile aus erhöhtem Aquaplaning-Risiko mit absoluten Bestwerten bei Nassbremsen, Seitenführung und Nasshandling aus und verpassen so nur knapp die Spitzenposition.

So haben wir getestet

Um eine vergleichbare Basis zwischen den unterschiedlichen Rad-Reifen-Kombinationen zu schaffen, wurden sowohl am Audi A3 Sportback wie auch an der Mercedes C-Klasse jeweils Räder gleichen Typs montiert. Beim Audi wurde das Leichtmetallrad AEZ Cliff eingesetzt, das bei gleichem Design in 16, 17 und 18 Zoll lieferbar ist, bei der Mercedes C-Klasse das Zenit-Rad von Autec. Bei der Reifenwahl wurden die 17- und 18-Zoll-Kombinationen mit dem Conti Sport Contact 5, die 16-Zoll-Varianten jeweils mit Conti Premium Contact 5 bestückt.

Die Rad-Reifen-Kombinationen werden wie im bekannten auto motor und sport-Reifentest nach einem zuvor festgelegten Muster bewertet, die maximal mögliche Punktzahl in jedem Versuch beträgt 10 Punkte. Um sicherzustellen, dass auch sehr nah beieinander liegende Ergebnisse ausreichend trennscharf bewertet werden können, wurde die Spreizung des Bewertungsschemas gegenüber Standard-Reifentests mit Produkten unterschiedlicher Hersteller etwas angehoben. Dieses Schema gilt gleichermaßen für die subjektive Benotung durch die erfahrenen Testfahrer. Das kommt etwa bei der Beurteilung des Komforts und des Handlings zum Tragen.

Nassbremsen und Längs-Aquaplaning wurden mit schienengeführten Sonderfahrzeugen durchgeführt. Der Rollwiderstand der Reifen wurde auf einem Rollenprüfstand gemessen, basierend auf den Regularien der EU, was dem Rollwiderstandsbeiwert CR bei einem Tempo von 80 km/h entspricht.

Fazit - 17-Zöller liegen vorn

Bei auto motor und sport-Reifentests sind sicheres Bremsen und Lenken sowie ein überraschungsfreies Fahrverhalten auf nasser und trockener Bahn die wichtigsten Kriterien. Deshalb liegen die 17-Zöller hier vorn. Und was ist von den anderen Rad-Reifen-Kombinationen zu halten? 18-Zöller sind, mit kleinen Einschränkungen, die Favoriten für sportlich orientierte Fahrer. Die 16-Zoll-Variante überzeugt mit höchstem Komfort und gleichzeitig dem niedrigsten Rollwiderstand – und der spart Kraftstoff.

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