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Sondernummer für Oldtimer oder normale Zulassung

Wann lohnt sich ein H-Kennzeichen?

H-Kennzeichen Saison 2017 Foto: Patrick Lang 42 Bilder

Autos, die älter als 30 Jahre sind, können ein H-Kennzeichen mit pauschaler Versteuerung tragen. Wir erklären was das Sonderkennzeichen für Oldtimer bringt und für welche Modelle es sich lohnt.

23.05.2017 Uli Baumann 2 Kommentare Powered by

Um automobiles Kulturgut zu schützen, hat der Gesetzgeber 1997 das H-Kennzeichen eingeführt. Das H-Kennzeichen ist ein spezielles Kennzeichen für historische Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurden und in einem guten, originalen oder zeitgenössisch restaurierten Zustand sind. Den entsprechenden Zustand seines Fahrzeugs muss sich der Halter über ein Oldtimergutachten bestätigen lassen. Die Kosten für ein Oldtimer-Gutachten können von 80 bis hin zu 200 Euro variieren.

Wird das H-Kennzeichen gewährt so werden für den Oldtimer unabhängig von Hubraum und Verbrauch pauschal 191,73 Euro Kfz-Steuer fällig. Motorräder werden pauschal mit 46,02 Euro besteuert. Zudem unterliegen Fahrzeuge mit H-Kennzeichen keinen Einfahrtsbeschränkungen in Umweltzonen. Mit einem Oldtimer darf man also bislang noch überallhin dahren.

Wenn 2019 die Pkw-Maut in Kraft tritt werden Fahrzeuge mit H-Kennzeichen ebenfalls pauschal behandelt und kosten 130 Euro. Allerdings kommt diese Gebühr nicht zur Kfz-Steuer hinzu, sondern wird für den Fahrzeughalter kostenneutral verrechnet.

Mancher Oldtimer fährt billiger ohne H-Kennzeichen

Doch nicht für jedes Modell lohnt sich ein H-Kennzeichen. Da mittlerweile die 30-Jahre-Schwelle von vielen Modellen mit G-Kat erreicht wird, fährt man mit der Pauschalbesteuerung nicht unbedingt günstiger. Kleinvolumige Motoren mit Abgasreinigung fahren nach der konventionellen Hubraumbesteuerung günstiger und dürfen mit einer grünen Plakette nach derzeitiger Gesetzeslage ebenfalls Umweltzonen befahren. Hier muss im Einzelfall nachgerechnet werden. Ein Zweiliter-Benziner mit Euro 2 kostet beispielsweise 174 Euro Steuer jährlich und bleibt damit also rund 18 Euro unter der Pauschalbesteuerung.

Sparen können Oldtimer-Besitzer bei der Kfz-Versicherung. Weil ein Oldtimer in der Regel weniger und anders bewegt wird als herkömmliche Autos, halten die Assekuranzen und Spezialversicherer spezielle Tarife bereit, die meist unter konventionellen Angeboten liegen. Zudem können Autos mit H-Kennzeichen ab 1. Oktober 2017 auch nur saisonal zugelassen werden, was weiteres Sparpotenzial birgt. Mit der Kombination aus H- und Saisonkennzeichen ist es möglich, seinen Oldie beispielsweise nur einige Monate im Jahr zuzulassen. Minimal fordert der Gesetzgeber zwei Monate, maximal sind 11 Monate möglich. Außerhalb des Geltungszeitraums darf das Fahrzeug dann allerdings nicht im öffentlichen Verkehrsraum gefahren werden - und auch nicht abgestellt werden. Darüber hinaus fehlt währenddessen auch der Versicherungsschutz - selbst gegen Diebstahl ist das Schätzchen dann nicht versichert, weil auch die Kasko ruht.

Saisonkennzeichen gibt es mit und ohne H

Die pauschale Kfz-Steuer für Oldtimer wird dann anteilig berechnet. Wer seinen Oldtimer beispielsweise für sechs Monate anmeldet, zahlt künftig nur noch rund 95 Euro Steuer pro Jahr. Zum Vergleichen bleibt freilich der Jahressteuersatz ausschlaggebend, denn auch normale Kennzeichen können Saisonkennzeichen sein, was ihre Kfz-Steuer im gleichen Maß reduziert.

Für die Versicherungsprämie lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen. Günstiger wird es aber in jedem Fall.

Neuester Kommentar

Wie verhält es sich mit einem als LKW zugelassenen Jeep CJ 7 Baujahr '84? Die Steuer ist jetzt viel niedriger als die Pauschale, allerdings limitiert die LKW Zulassung den SF Satz erheblich.
Vielen Dank für eine Antwort.

reinhard.boertz 24. Mai 2017, 19:50 Uhr
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