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Großer Lichttest

Acht Lichtsysteme im Vergleich

0111, ams 03/2011, Lichttest, Aufmacher Foto: Beate Jeske 28 Bilder

Das Scheinwerferlicht weist dem Autofahrer nachts nicht nur den Weg, es ist auch ein entscheidendes Sicherheitselement. Erstmals prüft auto motor und sport acht Top-Lichtsysteme mit einem neuen, objektiven Messverfahren und bewertet sie bei einer nächtlichen Ausfahrt im Praxistest.

29.01.2011 Klaus-Ulrich Blumenstock

Was haben Autolicht und ein guter Tropfen gemeinsam? In beiden Fällen ist es vor allem die subjektive Komponente, die das Qualitätsurteil bestimmt. Das macht die Sache heikel. Natürlich ist es auch eine Frage des Geschmacks, ob man eher Portugieser oder einen Cabernet Sauvignon goutiert. Doch nicht umsonst werden Spitzenjahrgänge von sensiblen Testerzungen erst im direkten Vergleich gekürt. 

Bei der Bewertung des Scheinwerferlichts unserer Autos kommt es ebenfalls auf die Rahmenbedingungen an: Wer bewertet zu welchem Zeitpunkt und in welcher Umgebung? Und spielt dabei eine bestimmte Streckenführung, das vorhandene Streulicht oder sogar die Tagesform der Tester eine Rolle? Auch hier kann also nur ein direkter Vergleich unter identischen Bedingungen für die gewünschte Objektivität sorgen.

Bewertung nach standardisiertem Verfahren

Dabei wäre es enorm hilfreich, könnte man auf objektive Kriterien zurückgreifen, die dann für alle zum Maßstab werden. Genau danach haben die renommierten Experten der internationalen Beleuchtungskommission CIE (Commission Internationale de l’Éclairage) immerhin sieben Jahre lang gesucht. Nach 35 Expertentreffen und 10.000 Individualbewertungen einigten sich die 52 CIE-Organisationen – darunter alle bedeutenden Autohersteller und Zulieferer – auf ein Leistungsbewertungssystem, das unter dem sperrigen Kürzel TC 4-45 eine standardisierte photometrische Bewertungsmethode beschreibt, die sowohl den beteiligten Firmen als auch den Testorganisationen ein objektives Instrument an die Hand gibt.

Zwar ist das neue Verfahren noch keine offiziell gültige Norm, doch wird es bei Entwicklung und Test von Frontlichtsystemen in der Autoindustrie bereits eingesetzt. auto motor und sport hat nun erstmals beim Lichtspezialisten Automotive Lighting (AL) die Top-Varianten von acht aktuellen Autos aus unterschiedlichen Klassen nach diesem TC 4-45-Verfahren getestet.

Abblendlicht wird doppelt gewichtet

Mit ihm werden Anforderungen an Scheinwerfer bezüglich Ausleuchtung der Straße in unterschiedlichen Zonen, Erkennbarkeit von Fahrspur, Fußgängern und Objekten sowie die Begrenzung der Blendung nach objektiven Kriterien überprüft – insgesamt neun Bewertungskriterien beim Abblendlicht und acht beim Fernlicht.

Die so ermittelten Ergebnisse wurden in ein lineares Punkteschema überführt, bei dem allerdings das Abblendlicht wegen seiner weit größeren Bedeutung im alltäglichen Fahrbetrieb in der abschließenden Wertung gegenüber dem Fernlicht doppelt gewichtet ist – maximale Punktzahl also 100 gegenüber 50 Punkten.

Ein vollständiges Bild bei der Beurteilung des Autolichts ergibt sich freilich erst, sobald auch die subjektiven Bewertungen unterschiedlicher Fahrer im realen Fahrbetrieb auf nächtlicher Straße mit einfließen. Denn nicht in jedem Fall sind die objektiv gemessenen Werte mit dem Praxiseindruck identisch.

Lichtsysteme müssen sich anpassen

Dabei kommt auch die Anpassungsfähigkeit moderner Lichtsysteme zum Beispiel in Kurven, beim Abbiegen oder die Leuchtweitenregelung auf der Autobahn zum Tragen. Alle Testkandidaten verfügen in ganz unterschiedlicher Form über variable Lichtfunktionen, vom einfachen, zugeschalteten Abbiegelicht des Ford Mondeo bis zur intelligenten Lichtfunktion eines Mercedes CLS, der sein Licht variabel in fünf Stufen an die Fahrsituation anpasst.

Kein Licht ist wirklich schlecht

Ergänzend zu den Messergebnissen aus dem AL-Labor wurde das Licht bei einer Nachtausfahrt auf der auto motor und sport-Teststrecke von vier Testern beurteilt und jeweils in einem Durchschnittswert zusammengeführt. Mit der gleichen Gewichtung wie zuvor gehen diese ebenfalls ins  Testergebnis ein. Als zusätzliches Kriterium wurden mit weiteren maximal 30 Punkten adaptive Lichtfunktionen bewertet – sofern vorhanden. Aus der Gesamtpunktzahl ergibt sich so die Endwertung. Unabhängig davon erlaubt das Bewertungsschema damit jedoch, Stärken und Schwächen der Teildisziplinen zu ersehen.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus den Ergebnissen ziehen? Die gute Nachricht: Wirklich schlecht schnitt keiner der Kandidaten ab. Aber es gibt natürlich Unterschiede, die sich vor allem mit Blick auf die Einzelergebnisse zeigen. Beispiel Abblendlicht: Mit dem Spitzenwert beim gesamten Lichtstrom schafft der BMW 5er eine gute, stark rechtslastige Lichtverteilung, reicht aber auch bei der Blendung des Gegenverkehrs bis knapp an die erlaubte Grenze. Trotz seines etwas geringeren Lichtstroms glänzt der Alfa Romeo Giulietta mit einer vergleichbar guten Bewertung, allerdings bei der mit Abstand geringsten Blendung. Positiv wurde von den Testern zudem der weiche Übergang der Hell-Dunkel-Grenze bewertet, ähnlich wie beim Opel Astra und den beiden LED-Kandidaten Audi A7 und Mercedes CLS. Auffällig auch die Spreizung der Reichweite des Abblendlichts zwischen Rechts- und Linkskurve, die an der Grenze der Sichtbarkeit beim Volvo S60 mit rund 90 Meter am größten ist.

Ford Mondeo mit kräftigstem Licht

Beim Fernlicht glänzt der Mondeo dank seines Halogen-Zusatzfernlichts mit dem insgesamt kräftigsten Lichtstrom, den er allerdings primär in der Straßenmitte bündelt. Der BMW hingegen erzielt dabei in der Seitenausleuchtung die Top-Werte, während der Mercedes CLS im Nahfeld am besten abschneidet.

Vergleicht man die Messwerte mit der subjektiven Praxisbewertung, sind unterm Strich keine allzu großen Differenzen festzustellen. Lediglich beim Abblendlicht von Mondeo und Giulietta unterschied sich der subjektive Eindruck deutlicher von den Laborwerten, was aber die Rangordnung nicht entscheidend beeinflusst.

Adaptive Lichtfunktionen auf dem Vormarsch

Größere Bedeutung kommt da den adaptiven Lichtfunktionen zu, über die vier der Testkandidaten verfügen und die ihnen mindestens den Sprung in die Vier-Sterne-Liga sichern. Hier sehen die Lichttechniker in den kommenden Jahren noch weiteres erhebliches Entwicklungspotenzial. Und dabei bauen sie zunehmend auf die LED-Technik, die in Sachen Lichtstrom dem Xenon-Licht inzwischen Paroli bieten kann, wie die beiden aktuellen LED-Systeme bereits zeigen.

Einen Vorgeschmack auf künftige Entwicklungen liefert da vor allem der Mercedes CLS, der es mit seinem schwenkbaren Spotmodul in der Summe aller Wertungspunkte auf den Spitzenplatz bringt. Nicht ganz so weit kommt die LED-Technik im Audi A7, der ganz ohne mechanische Bewegung auf vollelektronische Adaption setzt. Hier sehen Experten den Weg zu einer künftigen LED-Leitkultur, doch werden bis dahin noch etliche Jahre ins Land gehen. Denn das Xenon-Licht hat – wie Alfa und Volvo zeigen – noch längst nicht ausgedient, besonders dann, wenn es vom Halogen-Fernlicht unterstützt wird.

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