Hi-Fi-Systeme, Grafik 39 Bilder Zoom

Hi-Fi-Anlagen im Test: Da ist richtig Musik drin

Hochwertige Soundsysteme fürs Auto werden immer populärer. Kein Wunder, lässt sich doch fast nirgendwo so ungestört Musik genießen wie auf einer längeren Autofahrt. Ob die Hi-Fi-Anlagen ihre teils stattlichen Aufpreise wert sind und wie gut sie klingen, klärt der Test von acht Systemen in zwei Preisklassen.

Vom skurrilen Hobby für ein paar jugendliche Sound-Freaks, die mit dicken Bass-Kisten im Kofferraum durch die Gegend kurvten, haben sich hochwertige Hi-Fi-Anlagen im Auto inzwischen zur anerkannten Größe entwickelt. Für nahezu sämtliche Fahrzeuge bieten die Hersteller heute speziell abgestimmte Anlagen an, die quer durch alle Baureihen auf Ausstattungsquoten von rund 25 Prozent kommen - trotz Preisen von ein paar Hundert bis mehreren Tausend Euro.

Hi-Fi-Anlagen aus zwei Preisklassen im Test

Obwohl von den Audiosystemen meist nur ein dezenter Schriftzug am Lautsprechergitter zu sehen ist, bedarf es für eine naturgetreue Musikwiedergabe jeder Menge Technik, wie die Schnittzeichnung des Bang & Olufsen-Systems für den Audi A7 (siehe Bild 1 in der Bildergalerie) demonstriert. Außer auf hochwertige Lautsprecher und leistungsstarke Verstärker kommt es in erster Linie auf eine gekonnte Abstimmung an. Hierfür verwenden die Sound-Entwickler digitale Signalprozessoren (DSP) mit denen sich der Klang jedes einzelnen Lautsprechers perfekt an seine akustische Umgebung anpassen lässt.

Der Test von acht Hi-Fi-Systemen gliedert sich in zwei Preisklassen. Neben den günstigen Anlagen zwischen 400 und 790 Euro in populären Modellen haben wir vier Luxusautos untersucht, die von renommierten Hi-Fi-Herstellern mit Systemen von 3.000 bis 7.500 Euro klanglich veredelt wurden.

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BMW 1er mit Harman/Kardon Surround-System für 790 Euro

Als Alternative zu den 290 Euro teuren Hi-Fi-Lautsprechern bietet BMW für den 1er ein Harman/Kardon-Soundsystem mit einer digitalen 360-Watt-Endstufe sowie zwölf Lautsprechern an. Typisch für BMW, befinden sich die Bässe unter den Vordersitzen, wo sie Hohlräume der Rohkarosserie als Resonanzkörper nutzen. Vom Start weg gefällt das System mit seinem anspringenden, klaren und vergleichsweise unverfärbten Klangbild, das selbst nach längerem Hören nicht lästig wird.

Besonders die im Spiegeldreieck untergebrachten und auf die Insassen ausgerichteten Hochtöner ziehen Hi-Fi-Fans unabhängig von der gewählten Musikrichtung in ihren Bann. Dass das Auflösungsvermögen der Anlage bei höherer Lautstärke spürbar nachlässt, kann daher ebenso verschmerzt werden wie der wenig prägnante Tiefbassbereich, dem früh die Puste ausgeht. Für mehr Punch im Frequenzkeller bedarf es schlicht mehr Leistung und Membranfläche.

auto motor und sport-Bewertung: sehr gut.

Opel Adam mit Infinity Soundsystem für 400 Euro

Das günstigste System im Hi-Fi-Test steckt im kleinen Opel Adam und kostet lediglich 400 Euro Aufpreis. Dafür gibt es acht Lautsprecher, die ebenso vom amerikanischen Soundspezialisten Infinity stammen wie die Endstufe mit 315 Watt. 90 von ihnen kümmern sich ausschließlich um den Subwoofer, der an Stelle des Notlaufrads unter dem Kofferraumboden sitzt. Da im Testwagen das Intellilink-Radio ohne CD-Player verbaut ist, müssen als Hörquellen auf dem Handy gespeicherte MP3-Lieder sowie Musik vom Digitalradiotuner herhalten.

Trotz deren geringerer Qualität überzeugt die Hi-Fi-Anlage mit ihrem wuchtigen, spaßorientiert abgestimmten Bass und der hohen Bühnenabbildung, die das Musikgeschehen von den einzelnen Lautsprechern löst und vor den Insassen aufbaut. Erst anspruchsvolle Frauenstimmen, die leicht nasal wiedergegeben werden, bringen das Hi-Fi-System an seine Grenzen - angesichts des günstigen Preises kein Beinbruch.

auto motor und sport-Bewertung: gut.

Skoda Octavia mit Canton Soundsystem für 470 Euro

Obwohl sich Skoda Octavia und VW Golf viele Elektronik-Komponenten teilen, gehen sie beim Soundsystem getrennte Wege. So sorgt im Skoda eine vom hessischen Spezialisten Canton entwickelte Hi-Fi-Anlage mit insgesamt zehn Lautsprechern für Unterhaltung. Trotz günstiger 470 Euro Aufpreis legt das gekonnt auf die Fahrzeugakustik abgestimmte System sehr spritzig und beschwingt los und macht mit seinem impulsfreudigen Kickbass viel Spaß. Da der Center-Speaker zudem für eine feine, räumliche Bühnenabbildung sorgt, ist der bei hoher Lautstärke etwas dünne Tiefbass zu verkraften.

auto motor und sport-Bewertung: sehr gut.

VW Golf mit Dynaudio Excite Soundsystem für 660 Euro

Für 660 Euro Aufpreis lässt sich der VW Golf mit einem Soundsystem des dänischen Hi-Fi-Spezialisten Dynaudio aufwerten, das aus acht Lautsprechern plus Subwoofer sowie 400-Watt-Verstärker besteht. Beim Klangtest begeistert das Hi-Fi-System zunächst mit seinem perlenden Hochtonbereich, zackiger Impulsfreudigkeit und angenehm warmem Tiefbass. Aufdringliche Stimmen und eine seitenlastige Wiedergabe lassen allerdings auf eine nicht ganz geglückte Abstimmung schließen, woran auch ein Durchprobieren verschiedener Soundprofile (Soft, Dynamik etc.) nichts ändert.

auto motor und sport-Bewertung: befriedigend.

Audi RS7 mit Bang & Olufsen Advanced Soundsystem für 6.000 Euro

Wer happige 6.000 Euro für eine Hi-Fi-Anlage ausgibt, bekommt bei Audi auch was fürs Auge geboten: Nach dem Start surren zwei Hochtöner aus dem Armaturenbrett, die sich mit ihrer halb offenen, pilzförmigen Gestalt um eine fokussierte Schallabstrahlung bemühen. Wie den übrigen 13 Lautsprechern stehen ihnen eigene Verstärkerkanäle zur Seite, deren Gesamtleistung sich auf 1.300 Watt summiert. Und das hört man auch. Selbst bei sehr hohen Pegeln bleibt der Sound souverän und gelassen, und zwar unabhängig von der Musikrichtung.

Zudem zieht die Hi-Fi-Anlage Hörer mit ihren plastischen Höhen sowie dem unverfärbten, nie aufdringlichen Stimmbereich und der faszinierenden Räumlichkeit in ihren Bann. Trotz passender Grundabstimmung lässt sich der Klang noch über diverse Surround-Level an den Geschmack anpassen. Minimale Kritik muss sich einzig der Tiefbassbereich gefallen lassen, der einen Tick ansatzloser kommen dürfte.

auto motor und sport-Bewertung: sehr gut.

Jaguar XJ mit Meridian Premium Surround-System für 3.000 Euro

Passend zur eigenen Tradition setzt Jaguar beim XJ auf ein Soundsystem der britischen Edelschmiede Meridian mit 20 Lautsprechern und 15 Verstärkerkanälen, die es auf insgesamt 825 Watt bringen. Fast noch beeindruckender wirken jedoch die vier Basslautsprecher mit üppigen 20 Zentimeter Durchmesser, von denen zwei in der Hutablage untergebracht sind und so das komplette Kofferraumvolumen als Gehäuse nutzen.

Entsprechend druckvoll und ansatzlos schmettert das Hi-Fi-System daher Tieftonsalven in den Jaguar-Innenraum und begeistert mit seiner zackigen, impulsfreudigen Darbietung. Die hohe Spielfreude scheint jedoch die Inneneinrichtung der Luxus-Limousine zu überfordern. Bei sehr hohen Pegeln sind nämlich unschöne Scheppergeräusche aus der linken Vordertür zu vernehmen. Auch in Sachen Räumlichkeit und tonaler Balance kommt die Meridian-Anlage nicht ganz an die Ausgewogenheit des Bang & Olufsen-Systems im Audi heran.

auto motor und sport-Bewertung: gut.

Bentley Flying Spur mit Naim Premium Audiosystem für 5.610 Euro

Für 5.610 Euro Aufpreis kümmert sich eine Hi-Fi-Anlage von Naim mit 15 Lautsprechern und 1.100 Watt Verstärkerleistung um ein Klangerlebnis, das zu den herausragenden Qualitäten der Luxuslimousine passt. Doch um es auf den Punkt zu bringen: Das Naim-System war die Enttäuschung im Hi-Fi-Test. Mit einem seltsam diffusen Klangbild und mäßiger Räumlichkeit bereitet so gut wie keine Test-CD Spaß. Neben den teils schrill und hart klingenden Stimmen sorgt der unausgewogene Bass für Verwunderung. Er baut zwar Druck im untersten Frequenzbereich auf, fetzt jedoch im oberen Kickbassbereich nie so richtig los.

auto motor und sport-Bewertung: mangelhaft.

Mercedes S-Klasse mit Burmester Surround-System für 7.497 Euro

Sowohl preislich als auch was den Aufwand betrifft, schießt das Burmester High-End 3D Surround-Soundsystem den Vogel im Test ab. Für den Gegenwert eines Dacia Sandero gibt es 24 Lautsprecher, die von ebenso vielen Verstärkerkanälen mit 1.540 Watt versorgt werden. Nicht zuletzt dank des Surround-Speakers im Dachhimmel beeindruckt die Anlage quer durch alle Musikrichtungen mit luftiger Räumlichkeit und einem spektakulär dynamischen Grundcharakter. Allerdings klingt das System bei einigen Songs nicht ganz so entspannt und unverfärbt wie das im Audi.

auto motor und sport-Bewertung: gut.

Hi-Fi-Anlagen: So wurde getestet

Beim Test der acht Hi-Fi-Systeme ging es ausschließlich um die Qualität der Musikreproduktion. Radio, Anschlussmöglichkeiten oder sonstige Ausstattungsdetails spielten keine Rolle. Allerdings wurden Klangregler und Soundprofile (sofern vorhanden) durchprobiert, um die optimale Einstellung zu finden. Mit CDs aus unterschiedlichen Musikrichtungen wurden die Anlagen anschließend im direkten Vergleich durchgehört - und zwar im Stand sowie während der Fahrt, was einen großen Unterschied macht, da Nebengeräusche die Musikwiedergabe beeinflussen. Eine Ausnahme bildete lediglich der Opel Adam. Passend zur jungen Zielgruppe gibt sein Radio keine CD wieder. Daher wurden Teststücke in MP3s umgewandelt und per Bluetooth-Handy abgespielt.

FAZIT

Wer davon ausgeht, dass Hi-Fi-Systeme für mehrere Tausend Euro automatisch traumhaft klingen, wird vom Test eines Besseren belehrt. Der verwinkelte und enge Auto-Innenraum beeinflusst die Akustik wesentlich stärker als von Heim-Hi-Fi-Anlagen gewohnt. Nur eine penibel auf die Fahrgastzelle abgestimmte Anlage kann daher das Potenzial der Komponenten ausspielen. Bei den günstigen Hi-Fi-Systemen stach die Canton-Anlage im Skoda Octavia für nur 470 Euro ebenso heraus wie das Bang & Olufsen-System im Audi RS7, das für 6.000 Euro zeigt, wie gut Musik im Auto klingen kann.

Dirk Gulde

Autor

Foto

ams

Datum

23. Januar 2014
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 1/2014.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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