Smart Fortwo im Fahrbericht

Ruckelfrei und Fahrspaß dabei

Smart Fortwo, ams, Fahrbericht Foto: Mercedes 25 Bilder

Der neue Smart Fortwo hat, was dem Vorgänger fehlte: Mehr PS und optional ein manuelles Getriebe. Und ihm fehlt, was am alten nervte: Das Geruckel der Automatik. Alles gut?

Kleinstwagen mit mehr PS und weniger Nicken

Nach 16 Jahren hat Smart jetzt die dritte Generation des Fortwo vorgestellt. Die wichtigsten Neuheiten: Es gibt ihn jetzt auch mit handgeschaltetem Fünfgang-Getriebe, einem neuen Automatik-Getriebe und mit 60, 71 oder 90 PS.

Die erste Erfahrung mit dem neuen Smart Fortwo kommt von oben. Bei der Vorstellung des Fortwo der dritten Generation in Barcelona goss es zeitweise wie aus Kübeln, so dass sich der Fahrer eher in einer Taucherglocke als in einem Automobil wähnte. Das entsprechende Testurteil fällt in dieser Disziplin eindeutig aus: Dicht ist er, und die Scheibenwischer funktionieren prächtig.

Den vom ersten Smart Fortwo her schon bekannten Effekt, von innen größer zu wirken als von außen, führt auch Generation 3 fort. Innen sind in der nutzbaren Breite noch einmal rund zehn Zentimeter hinzugekommen, was bedeutet, dass Fahrer und Passagier ohne Einschränkung in der Kopf- oder Beinfreiheit bequem sitzen. Das Gestühl ist angenehm fest gepolstert, vermittelt ausreichend Seitenhalt und verspricht auch auf langen Strecken den ergonomisch korrekten Komfort.

Keine Verbeugung für den neuen Smart Fortwo

Die spannendste Frage betrifft beim neuen Smart Fortwo das Getriebe. Wird die ab Mitte 2015 erhältliche Automatik-Version namens Twinamic die störendste Eigenheit des Smart nachhaltig beseitigen? Gemeint ist das unwillkürliche Verbeugen der Insassen beim Gangwechsel? Die Antwort ist ein fröhliches „Ja“. Das neue Doppelkupplungsgetriebe wechselt seine sechs Vorwärtsgänge ohne Unterbrechung der Zugkraft seidenweich und unauffällig – selbst unnachgiebige Verfechter des Handschalt-Prinzips dürften dieser Qualität erliegen.

Das manuelle, per Seilzug betätigte Fünfgang-Getriebe lässt sich zwar höchst akkurat schalten, muss im Verkehrsgewimmel der Städte indes der Automatik in Sachen Fahrkomfort den Vortritt lassen. Einziger Nachteil: Die Twinamic-Ausführungen des Smart Fortwo gibt es erst zum Sommer des nächsten Jahres. Wer seinen Smart also etwa zur Markteinführung am 22. November ordert, bekommt in allen Motorversionen erstmal nur den Handschalter.

Smart Fortwo bietet Turbomotoren für 900 Kilogramm

An gewohnter Stelle, nämlich im Heck, arbeitet der ebenfalls neu entwickelte Dreizylinder-Motor. In Kooperation mit Renault gebaut, leistet die ab Januar kommenden Jahres lieferbare Basisversion 60 PS. Zum Verkaufsstart Ende November hat der Kunde die Wahl zwischen der 71 PS starken Saugmotor-Variante oder dem 90 PS leistenden Turbomotor. Der macht im nur rund 900 Kilogramm leichten Smart Fortwo naturgemäß mehr Spaß als die etwas schwächere Ausführung, erinnert allerdings in seiner Leistungsentfaltung noch an die alten Turbo-Tage: Beim plötzlichen Gasgeben braucht die Turbine ein paar Zehntelsekunden, um auf Drehzahl zu kommen und so den nötigen Ladedruck zu produzieren; dann schiebt das Motörchen plötzlich kräftig an.

Unsicherheiten entstehen dadurch aber in keinem Fall, auch bei Regen nicht. Das ESP regelt zügig und nachhaltig, so dass sich der leicht untersteuernd ausgelegte Smart Fortwo auch bei Nässe problemlos und sicher fahren läßt. Die Bremse vermittelt ein zufriedenstellendes Pedalgefühl, wobei ein harter, exakt definierter Druckpunkt fehlt, was auf eine gewisse Elastizität im Leistungssystem schließen lässt. Doch auch bei zügiger Bergabfahrt zeigten sich Pedalweg und Bremswirkung unbeeindruckt und fadingfrei, was der Bremsanlage insgesamt ein gutes Zeugnis ausstellt.

Smart Fortwo dreht auf dem Bierdeckel – fast

Zum guten technischen Eindruck, den der neue Smart hinterlässt, trägt auch die elektrische Servolenkung bei. In der Stadt spielerisch leichtgängig, ändert sie bei zunehmender Geschwindigkeit die Übersetzung, wird sowohl straffer als auch direkter. Da vorne in der Smart-Karosserie mangels Motor viel freier Platz ist, legte Smart den maximalen Einschlagswinkel der Vorderräder auf 51 Grad fest. Damit wird ein Wendekreis von nur 6,95 Metern erreicht, was dem smarten Citymobil eine unvermutete Agilität auf der Straße und in engen Parkhäusern verleiht. Wo früher zum Beispiel bei dem Umrunden engster Ecken oder dem Ein- und Ausparken zurück zu setzen war, lässt sich der neue Smart Fortwo heute oft allein im Vorwärtsgang rangieren.

Das Fahrwerk des Smart Fortwo, vorne mit McPherson-Federbeinen und hinten mit einer stabilen DeDion-Achse versehen, wurde etwas straffer als beim Vorgänger ausgelegt. Die Seitenneigung der Karosserie hält sich auch bei zügiger Kurvenfahrt im Rahmen. Ein neuer Seitenwind-Assistent aktiviert bei plötzlichen Böen das Bremssystem und wirkt so möglichen Richtungsänderung vorbeugend entgegen. Auf schlechten Wegstrecken schluckt die Radaufhängung dank ihrer bis zu 30 Millimeter längeren Federwege viele Stöße lobenswert gut. Nur auf kurzen, harten Wellen oder Fugen wird es etwas polteriger.

Smart Fortwo läuft jetzt über 150 km/h

Die Fahrleistungen reichen für den überwiegend in Stadtgebieten gedachten Einsatz völlig aus. Mit 71 PS strömt der Smart Fortwo mit maximal 151 km/h dahin, und auch der 90-PS-Zwerg belässt es bei 155 km/h. In der Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 macht sich die Mehrleistung schon deutlicher bemerkbar: Während der stärkere Smart sich hierfür nur 10,4 Sekunden Zeit nimmt, sind es bei der 71-PS-Version doch vier Sekunden mehr.

Auf der praktischen Seite setzen die Schwaben auf Bewährtes: Im Smart Fortwo ist die Heckklappe wieder teilbar, womit sich auch in engsten Parklücken der zwischen 260 und 350 Liter große Gepäckraum leicht beladen lässt.

40 verschiedene Farbkombinationen stehen beim Smart Fortwo zur Wahl. Der Innenraum wirkt nach wie vor smartig bunt, der Drehzahlmesser sitzt wieder links wie ein empor ploppendes Froschauge auf dem farbigen Armaturenträger, und nur die hellen Einfassungen des Instruments und der mittigen Luftdüsen stören etwas: Sie spiegeln sich in der Frontscheibe, was eher für eine mattschwarze als eine weiße Ausführung spräche.

Verdorrter Wald mahnt Raser

Den Elektronik-Entwicklern folgend, macht die neue Smart-App „cross connect“ jeden Smart Fortwo zum multimedialen Buddy. Dazu gehört die Universalhalterung, die für immerhin 95 Prozent aller handelsüblichen Smartphones passen soll. Über Bluetooth mit dem Auto verbunden, erscheint dann das Hauptmenü auf dem Bildschirm des eingeklinkten Mini-Computers.

Nicht nur freie Parkplätze lassen sich so an die eingeloggte Community mitteilen; auch die momentanen Standorte von Freunden und Bekannten sind im Handumdrehen auffindbar. Im Programm Driving Score überwacht das System dann auf Wunsch den Fahrer: Aus 180 Parametern lässt sich die Fahrweise wie in einem Videospiel darstellen. Der Smart Fortwo bepunktet seinen Lenker und berechnet daraus eine Summe (maximal 100), die sich nach Ende der Fahrt unter dem Menüpunkt Trip History ablesen lässt. Dazu wirkt das Display ziemlich erzieherisch: Wer nicht verbrauchssparend fährt, rumpelt plötzlich auf der Mattscheibe nicht mehr durch eine Allee grüner Bäume, sondern durch einen toten Wald voller abgeholzter Stämme.

Die Preise wollen die Schwaben für den Smart Fortwo zunächst nicht erhöhen: Er startet mit 10.895 Euro auf dem Niveau seines Vorgängers. Der stärkere Motor kostet rund 900 Euro Aufpreis, und das im nächsten Jahr lieferbare Automatik-Getriebe soll es für etwa 1.000 Euro zusätzlich geben. Das klingt doch clever – und irgendwie smart.

Technische Daten
Smart Fortwo Coupé 1.0 Smart Fortwo Coupé 0.9 Smart Fortwo Coupé 1.0
Grundpreis 11.165 € 12.060 € 10.545 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 2695 x 1663 x 1555 mm 2695 x 1663 x 1555 mm 2695 x 1663 x 1555 mm
KofferraumvolumenVDA 260 bis 350 l 260 bis 350 l 260 bis 350 l
Hubraum / Motor 999 cm³ / 3-Zylinder 898 cm³ / 3-Zylinder 999 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 52 kW / 71 PS bei 6000 U/min 66 kW / 90 PS bei 5500 U/min 45 kW / 61 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 151 km/h 155 km/h 151 km/h
Verbrauch 5,0 l/100 km 5,2 l/100 km 4,5 l/100 km
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