Volkswagen verabschiedet sich zunehmend von der Zahlenlogik seiner ID-Reihe. Nach dem ID. Polo, der ursprünglich als ID.2 angekündigt wurde, folgt nun der ID. Tiguan. Laut VW-Chef Thomas Schäfer sollen etablierte Modellnamen wie Golf und Tiguan auch bei Elektroautos wieder eine größere Rolle spielen. Diese Strategie zielt darauf ab, die emotionale Bindung der Kunden zu stärken und die Modelle besser vermarktbar zu machen. Die Entscheidung wurde erstmals von der IG Metall auf einer Veranstaltung in Emden öffentlich gemacht.
Technische und optische Neuerungen
Der Namenswechsel des ID.4 geht mit einem umfassenden Facelift einher. Volkswagen plant ein tiefgreifendes Update, das sowohl das Design als auch die Technik betrifft. Die Basis bildet der weiterentwickelte MEB+-Baukasten, der schnellere Ladezeiten und den Einsatz kostengünstigerer Batteriezellen ermöglicht. Äußerlich orientiert sich der ID. Tiguan stärker am Design klassischer VW-Modelle. Prototypenbilder zeigen geänderte Proportionen, eine modifizierte Fensterlinie sowie eine neue Front- und Heckpartie. Im Innenraum setzt VW auf mehr Schalter, hochwertigere Materialien und eine klarere Bedienlogik.
Auswirkungen auf die Produktion
Mit der Einführung des ID. Tiguan stellt Volkswagen auch seine Produktionsstrategie um. Ab November 2026 wird das Modell ausschließlich im Werk Emden gebaut. Zuvor lief der ID.4 sowohl in Emden als auch in Zwickau vom Band. Das Werk in Sachsen konzentriert sich künftig auf den Audi Q4 e-tron, den Cupra Born und den ID.3. Die IG Metall geht davon aus, dass die Produktion des ID. Tiguan in Emden mindestens bis Ende 2031 laufen wird.
Marktstrategie und zukünftige Entwicklungen
Die Umbenennung des ID.4 ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Weitere Änderungen dürften folgen: Der SUV-Bruder des ID. Polo wird ID. Cross heißen, der ID.5 wird gestrichen, und beim ID.3 ist eine Umbenennung in ID. Golf im Gespräch. Mit dieser Linie sollen die ID-Modelle emotionaler aufgeladen und zugleich besser vermarktbar werden. Laut VW-Chef Schäfer wird der Nachfolger des Golf 8, der gegen Ende der 2020er erwartet wird, batterieelektrisch fahren.
Reaktionen und Herausforderungen
Die Entscheidung, etablierte Modellnamen wieder einzuführen, wurde von Marktbeobachtern und Kunden unterschiedlich aufgenommen. Während einige die stärkere emotionale Bindung begrüßen, sehen andere die Gefahr, dass die ID-Reihe an Eigenständigkeit verliert. Zudem bleibt abzuwarten, ob die technischen und optischen Neuerungen ausreichen, um die Verkaufszahlen nachhaltig zu steigern.












