Knapp 29.000 Euro Abstand: BMW iX3 L in China vs. Deutschland

Elektro-SUV-Neuvorstellung
BMW iX3 L in China länger, andere Akkus, anderer Preis

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.08.2026
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BMW iX3 Neue Klasse Langer Radstand
Foto: BMW

Der BMW iX3 L ist für China 4.885 Millimeter lang und hat 3.005 Millimeter Radstand. Gegenüber dem iX3 für Europa wächst der Radstand damit um 108 Millimeter, also etwa eine Handbreit plus.

BMW positioniert den Zugewinn klar als Komfort-Thema für die zweite Sitzreihe. Mehr Raum zwischen den Achsen bedeutet vor allem mehr Kniefreiheit im Fond, ohne dass das Auto nur "vorne länger" wird.

Für Deutschland ist diese Langversion nicht vorgesehen. BMW nennt für Europa als Startpunkt der Baureihe den iX3 aus dem Werk Debrecen, während die China-Variante in Shenyang gebaut wird.

LFP und NMC entscheiden mit

Die Basisversion iX3 30L nutzt in China einen 77-kWh-Akku mit LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat, meist günstiger und robust). Beim europäischen Einstiegs-iX3 40 sDrive sitzt dagegen ein 82,6-kWh-Akku mit NMC-Chemie (Nickel-Mangan-Kobalt, höhere Energiedichte) im Fahrzeugboden.

Das zeigt, wie BMW den Preis unten ansetzt: nicht nur über Ausstattungspakete, sondern über die Zellchemie. Beim iX3 30L kommt außerdem weniger Leistung an: 195 kW (265 PS) statt 240 kW (320 PS) beim iX3 40 in Deutschland.

Oben wird es umgekehrt technisch üppig: Der iX3 40L xDrive in China hat zwei Motoren, Allradantrieb und 275 kW (374 PS). Sein Akku wächst auf 86,9 kWh, also spürbar mehr als beim europäischen iX3 40.

CLTC, Software und Preishebel

Bei der Reichweite muss man die Messverfahren trennen: In China gilt CLTC, in Europa WLTP. CLTC fällt in der Praxis deutlich großzügiger aus, deshalb sind 919 Kilometer CLTC beim iX3 50L xDrive nicht 1:1 mit bis zu 805 Kilometern WLTP beim iX3 50 xDrive vergleichbar.

Technisch wirbt BMW in beiden Märkten mit der 800-Volt-Plattform und bis zu 400 kW Peak-Ladeleistung. Für Europa nennt BMW beim iX3 50 xDrive außerdem eine Reichweiten-Spanne von 673 bis 805 Kilometern WLTP.

China bekommt zusätzlich ein anderes digitales Ökosystem: Die Assistenzsysteme entstehen mit Momenta, der Sprachassistent basiert auf einem Alibaba-Sprachmodell, und das Auto unterstützt Huawei HiCar. Dazu kommt eine China-spezifische Türgriff-Lösung, die sowohl elektrisch als auch mechanisch funktioniert.

Was die Zahlen in Euro bedeuten

In China startet der iX3 30L bei umgerechnet rund 34.400 Euro, der iX3 40L xDrive bei etwa 38.200 Euro und der iX3 50L xDrive bei rund 43.300 Euro. In Deutschland liegen die Preise für den iX3 40 bei 63.400 Euro und für den iX3 50 xDrive bei 70.900 Euro.

Der Abstand ist damit nicht "ein bisschen Rabatt", sondern eine andere Liga: Beim Einstieg sind das knapp 29.000 Euro Differenz. Das entspricht grob dem Preis eines gut ausgestatteten Kleinwagens – und erklärt, warum der China-iX3 aus deutscher Sicht so spektakulär wirkt.

Trotzdem ist der iX3 L in China nicht automatisch ein Schnäppchen im Vergleich zum lokalen Wettbewerb. Xiaomi ruft für den YU7 in der Basis mit 96,2-kWh-LFP-Akku umgerechnet etwa 32.300 Euro auf, und ein Tesla Model Y liegt in China laut den genannten Vergleichszahlen rund 1.000 Euro unter dem BMW-Einstieg.

Fazit