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VW ID.Buzz: Erste Fahrt im vollelektrischen VW Bulli

VW ID.Buzz Erste Fahrt im elektrischen VW-Bus

Wie seine Urahnen hat der vollelektrische ID.Buzz wieder Heckantrieb. Dafür gibt es gute, aber völlig andere Gründe als damals. Unterwegs im elektrischen Bulli.

An Ozeandampfer erinnerten mich die heckgetriebenen T3-Bullies im Zivildienst vor fast 30 Jahren. Der lärmende Maschinenraum, weit weg von der Brücke, wo der Kapitän in Ruhe seinen Job machen konnte. Das Fahrgefühl: entkoppelt, aber nicht unangenehm.

Im vollelektrischen ID.Buzz feiert das Prinzip Heckantrieb sein Comeback. Natürlich muss das moderne und leise Elektro-Triebwerk heute nicht mehr aus Lärmschutzgründen ans andere Autoende wandern. Doch für die räumliche Trennung von Motor und Fahrer gibt es nach wie vor gute Gründe. Antriebsräder und Motor hinten ermöglichen kleinere Karosserieüberhänge und Platz für drei Meter Radstand – so viel wie beim VW T 6.1. Genug, um bequem durch eine der beiden Schiebetüren auch die dritte Sitzreihe ganz hinten zu erreichen, die später auf den Markt kommen soll. Weil vorne kein Antrieb Platz frisst, haben die Räder mehr Raum, lassen sich so stärker einschlagen. 11,1 Meter Wendekreis sind nicht schlecht für ein 4,70-Meter-Auto. Und praktisch vor allem in der Stadt. Mich macht das neugierig: 180-Grad-Wende in einem Rutsch auf einer normalbreiten Fahrbahn, geht das?

Cargo-Version ist für Handwerker interessant

Mit meinem Beifahrer wette ich, dass ich den E-Bulli aus einer Parklücke heraus in einem Zug drehen kann. Die Zirkelübung klappt auf Anhieb, sogar ohne Felgenkratzer und prüfenden Blick ins Bild der mitschwenkenden Frontkamera. Zwischenfazit: Verkehrswende kann auch Spaß machen. Weil der ID.Buzz sich nicht selbst im Weg steht, ist er in der Cargo-Version vor allem für großstadtgeplagte Handwerker und Gewerbetreibende interessant. Dass auch der Flaschenöffner in der angedeuteten Mittelkonsole für diese Klientel gedacht sein soll, ist nur ein Gerücht. Praktisch ist der (schon im Golf V legendäre) Kronkorkenhebel aber allemal. Aber jetzt Hände ans Lenkrad! Direkt neben dem Volant sitzt gut erreich- und bedienbar der intuitiv bedienbare Wählhebel für die Fahrstufen. Darunter eine für stärkere Rekuperation, zum Beispiel bei Stop-and-Go. Neben dem Fahrer redet hier auch die Fahrzeugelektronik mit – und dosiert die Energierückgewinnung abhängig vom aktuellen Fahrprofil.

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Die Wählhebel für die Fahrstufen sind intuitiv und leicht bedienbar.

Apropos Software. Anders als beim ID.3 soll es hier keine nachträgliche "Bananenreifung" beim Kunden mehr geben. Alle Elektronik-Funktionen will VW mit der ID Software 3.1 bereits ab Kauf voll funktionsfähig anbieten. Ein Indiz dafür: Die früher doch recht anfällige VW-Sprachsteuerung jedenfalls funktioniert im gefahrenen ID.Buzz problemlos. Mitgedacht haben die Entwickler beim leicht schräg montierten Ladeanschluss im hinteren rechten Kotflügel. Diese Einbauweise verhindert, dass sich Kabel und weit geöffnete Tür ins Gehege kommen. Ebenso clever: eine Handy-Ladebuchse direkt neben dem Ablagefach der rechten Tür. Eben genau an dem Ort, wo viele Beifahrer ihr Mobiltelefon während der Fahrt ablegen.

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In 30 Minuten auf 80 Prozent laden

Solche kleinen, aber feinen Details zeigen, dass sich VW beim Batterie-Bulli dieses Mal tiefer in den Alltag seiner Kunden versetzt hat als früher. Was auch für Image und Design gilt, das bewusst den VW T1 zitiert: Das VW-Emblem erinnert in seiner Größe an einen Pizzateller. Ebenso auffällig: die abgesetzte Fläche unter der Frontscheibe, die stark heruntergezogen an das "V" beim Ur-Bulli erinnert. In Zweifarb-Lackierung soll dieser Retro-Effekt noch deutlicher sein. Bisher ist der ID-Buzz das einzige Mitglied der ID-Familie, das die Brücke zur Verbrenner-Vergangenheit so markant schlägt. Im Kontrast zum Retro-Touch steht aber der doch recht sachliche Innenraum. Einfache, schwarze Kippschalter für die Fensterheber, sehr konventionelle Sitze. Volkswagens Linie hier: Retro ja – aber nur, wenn die Funktionalität nicht darunter leidet. Und billiger sind diese Gleichteile obendrein.

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Innerhalb von 30 Minuten lässt sich der Akku zu 80 Prozent laden.

Der Startknopf versteckt sich etwas hinter dem Lenkrad. Was aber wohl auch so sein soll, denn die Taste spielt ohnehin nur noch eine Nebenrolle. Dem ID.Buzz reicht es als Startkommando, den Fuß auf die Bremse zu stellen und den Wählhebel auf "D" zu stellen. Ich drücke trotzdem einige Male diese Taste – die Macht der Gewohnheit, Sie wissen schon. Alltagstauglichkeit war den Entwicklern auch bei der Ladeleistung wichtig. Mit 170 kW in der Spitze soll der große 77 kWh-Akku in 30 Minuten wieder auf 80 Prozent laden – natürlich nur an einer Hochleistungs-Ladesäule (HPC). Vorbei sein könnte das Gefummel mit einem Dutzend Ladekarten und -chips in Portemonnaie und Schlüsselbund. Künftig soll es nur noch einen Zugangsnachweis geben – das Auto selbst. Bestimmte Ladesäulen können erkennen, welcher ID.Buzz gerade angedockt hat ("Plug & Charge").

Zum Verkaufsstart im Sommer gibt es nur die große Batterie, die für knapp 500 Kilometer gut sein soll. Für Gewerbetreibende in der Stadt mit überschaubarem Fahrpensum dürfte das eine Schippe zu viel sein. Daher soll ein kleinerer 52-kWh-Stromspeicher kommen, aber erst 2023. Eine bewusste Entscheidung von VW: Man will gleich vom Start weg zeigen, dass zu wenig Reichweite kein Problem moderner E-Autos mehr ist. Die Botschaft: Der ID.Buzz soll ganz weit kommen.

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Fazit

Mit dem ID.Buzz möchte VW zeigen, dass Reichweite bei Elektroautos kein Problem mehr darstellt. Ganze 500 Kilometer soll der Elektro-Bus schaffen. In der Cargo-Version bietet er sich vor allem für Handwerker und Gewerbetreibende an.

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