Alpina XB7, Exterieur Roman Raetzke
Alpina XB7, Exterieur
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Alpina XB7, Exterieur 19 Bilder

Alpina XB7

Elefantöser SUV in Tanzlaune

Wenn schwelgerischer Siebensitz-Luxus auf reichlich Fahrwerk und einen munter anblasenden 621 PS-Biturbo-V8 trifft, kommt dieser Luxus-SUV ohne Kompromisse heraus.

Richtige Zeit, falscher Ort – könnte man meinen, denn wer kommt schon auf die Idee, mit einem 5,15 Meter langen Mega-SUV über eine Rennstrecke zu brezeln. Na, Alpina. Und warum? Weil sie es können. Wir sagen nur: adaptive Schwerpunktabsenkung bis zu 40 Millimeter, hohe Steifigkeit und rundum modifiziertes Fahrwerk. Dafür haben sie in Buchloe ja ein Händchen, ganz gleich ob sportlicher Zweitürer, Businesskombi oder eben fliegender Luxusteppich.

Alpina XB7, Exterieur
Roman Raetzke
Das Auto aus Buchloe nennt sich Alpina XB7.

Der Eindruck des fliegenden Teppichs liegt zum einen an der tendenziell komfortablen Federungsabstimmung, vor allem aber am 4,4 Liter großen V8 mit zwei Twinscroll-Turboladern (54 mm Durchmesser) und dem Alpina-spezifischen, leistungsfähigeren Kühlsystem. Ab 2.000/min schiebt der Kraftwürfel mit 800 Newtonmetern, es folgt ein astreines Plateau bis 5.000/min. Spitzenleistung? Reichlich: 621 PS. Der Vorgänger bei Alpina (etwa im B5 und B7) powerte mit ebenfalls amtlichen 608 PS, der V8 im BMW X7 lässt es bei 530 PS bewenden. Wer hat da "nur?" gerufen? Sei es drum, im Alpina drückt der 90 Grad-Energieriegel die Köpfe der Insassen gegen die fein belederten Kopfstützen, drückt es den ganzen Körper in die feinen, kuschelig gepolsterten Komfortsitze. Zumal die 800 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2.000 und 5.000/min pressen, zwischen 5.500 und 6.500 gibt’s dann die Spitzenleistung. So gerüstet stemmt es den Luxus-SUV in 4,2 Sekunden auf 100. Überraschend? Interessanten dagegen: kann der hoch bauende 2,7 Tonnen-Palast auch Fahrdynamik? Das ist ja wie Hip Hop-Tanzen für Elefanten. Deshalb: Jein. XB7 kurvt ordentlich, schreckt – einmal warmgegroovt – nicht mal vor anspruchsvollen Streckensektionen zurück, die Kurven mit Senken und Steigungen verbinden.

Defensive Abstimmung

Hier paktieren die Dom-Stirnwand Strebe sowie verstärkte Torsionsstreben mit der Integral-Aktivlenkung. Letztere bietet drei Modi plus Hinterachslenkung, kann aber Impulse nur so exakt umsetzen, wie es die Karosserie erlaubt. Flext diese unkontrolliert herum, bleibt auch das Lenkgefühl verwaschen, trifft sie auf einen unnachgiebigen Karosseriepartner kommt die Präzision. Zu der auch die aktive Wankstabilisierung über elektromechanische Stabis beiträgt, die Wankerei so gut es geht unterbindet, bei Geradeausfahrt den Komfort steigert.

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Der 4,4 Liter große V8 mit zwei Twinscroll-Turboladern (54 mm Durchmesser) verfügt über das Alpina-spezifischen, leistungsfähigeren Kühlsystem.

Zum Kurvenkönig wird das Teil dennoch nicht. Zu hoch der Schwerpunkt trotz einer Karosserieabsenkung per Luftfederung um 40 Millimeter, zu hoch das Gewicht, zu ängstlich die Regelelektronik. Selbst im Sportprogramm bleibt der XB7 auf der komfortablen und sicheren Seite, lassen die Dämpfer relativ viel Bewegung zu, die Traktionskontrolle/DSC relativ wenig Kurvenspeed. Andererseits: wer hätte auf einer so fordernden Strecke wie dem Bilster Berg auch etwas anderes erwartet? Hier sind schon ganz andere Kaliber an ihre Grenzen gekommen. An die Grenzen kommt der XB7 nicht, die letztlich gekonnt-defensive Abstimmung bewahrt in davor, zügelt den Dynamikdrang des Fahrers – wenn er diesen überhaupt jemals hatte. Wäre die Start-Ziel-Gerade doch bloß etwas länger, wir würden so gern die Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h erleben. Und uns dabei Gedanken über kinetische Energie Marke Containerfrachter oder Passagierflugzeug machen. Scherz, aber 2,7 Tonnen mit 290 km/h musst Du auch erstmal im Zaum halten. Die Brembo-Anlage mit ihren jeweils fast 40 Zentimeter großen Bremsscheiben kann das. Standfest und sicher.

Sprinten? Automatisch, traktionsstark

Sprinten kann der auch: wie schon besprochen aus dem Stand in vierzwo auf 100 oder aus engen Ecken mit Wucht, wobei auch das elektronische geregelte Sperrdiff an der Hinterachse (maximales Sperrmoment 2.000 Nm) mitmischt. Serienmäßig steht der XB7 auf 21-Zöllern mit Pirelli P Zero Runflat, optional gibt es 23 Zoll große Schmiederäder (Gewichtseinsparung komplett 14 Kilo), ebenfalls mit Pirelli P Zero vorn in 285/35 ZR23, hinten 325/30 ZR23. Sie bekommen ihr Futter von der ZF-Achtgangautomatik (8HP76) mit verstärktem Radsatz, die stets cool auf Augenhöhe bleibt und den passenden Gang bietet – das auch noch zackig. Oder aber komfortabel verschliffen.

Ambiente? Aber sowas von. Und: für sieben!

Alpina XB7, Interieur
Roman Raetzke
Der Fahrer nimmt hinter dem Lavalina-Lenkrad und unter dem Panorama-Glasdach und Alcantara-Dachhimmel Platz.

Und damit in feiner Übereinstimmung mit dem besonders hochwertigen Interieur. Platz (Kofferraum bis 2.120 Liter!) und luxuriöses Ambiente samt selbst in der dritten Reihe bekömmlichen Sitzkomforts bietet die raumgreifende Landjacht namens BMW X7 ja schon in Serie, bei Alpina kommt unter anderem das charakteristische Lavalina-Leder hinzu. Oder der IDrive-Controller aus Kristallglas. Oder die Alpina Plakette. Mal ganz abgesehen von der typischen, karosserieseitigen Folklore. Die Bedienung mit Touchdisplay, Direkttasten, Controller, Sprach- und Gestensteuerung entspricht der Serie, das Design der Instrumente ist jedoch Alpina-exklusiv. Damit sich der Alpina-Fan hinterm – natürlich! – Lavalina-Lenkrad unter Panorama-Glasdach und Alcantara-Dachhimmel auch immer am richtigen Ort fühlt. Wenn er schon mindestens 155.200 Euro angelegt hat.

Fazit

Wem der normale X7 einfach noch nicht genügt, dem setzt Alpina nochmal einen drauf. Wie üblich gekonnt abgestimmt vom Fahrwerk über die Lenkung bis zum Motor. Noch eine Brise markentypische Folklore dazu, fertig ist der siebensitzige XB7 mit jeder Menge Power, Luxus, Komfort, Fahrsicherheit und sogar einer kleinen Portion Handling.

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