Audi A1 E-Tron im Fahrbericht

Elektroauto mit Wankel-Range-Extender

Audi A1 E-Tron Foto: Audi 18 Bilder

Nachdem die Traumwagen-Studie auf Basis des R8 das Interesse am Elektroauto anheizte, wagt Audi den Schritt herunter zum Kleinwagen A1 E-Tron. Wir haben erste Fahreindrücke mit dem Elektro-Mini gesammelt.

Die Strategie geht auf: Das spröde Thema Elektroantrieb hat den Speichelfluss der Autojünger angeregt. Prototypen von Starkstrom-Sportwagen wurden zu den neuen Helden der Tagträume - unter anderem der batteriebetriebene Audi R8 E-Tron mit Instant-Drehmoment und Brachial-Antritt. Nun also wird das Verlangen nach bezahlbaren Niedervolt-Versionen wie dem Audi A1 E-Tron geschürt.

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Audi A1 E-Tron ohne optische Veränderungen

Selbst als Kleinwagen weckt der Audi A1 jene ungeduldige Vorfreude, die großen Ereignissen vorauseilt. An seiner Optik kann es nicht liegen - äußerlich unterscheidet sich der Audi A1 E-Tron nicht von den verbrennungsgetriebenen Serienmodellen. Auch innen darf man keine Kommandobrücke à la Raumschiff Enterprise erwarten, wie in Studien üblich. Lediglich das Cockpit des Audi A1 wurde digitalisiert, und es gibt keinen Schalthebel. Stattdessen summt nach Aktivierung der Bordspannung per Startknopf eine Art postmoderner Fahrprogramm-Wählhebel aus der Versenkung, flach, edel und mit Leder bezogen. Er signalisiert, der Audi A1 E-Tron sei spurtbereit, und er bietet überschaubare Wahlmöglichkeiten: D, R und N mit den gleichen Funktionen wie bei einem Automatik-Getriebe.

Ladezeit beträgt etwa vier Stunden

Der rechte Fuß muss im Fahrbericht das Strompedal etwas nachdrücklich betätigen, dann rollt der Audi A1 E-Tron los. Laut Kontrollanzeige im Cockpit steht die Sanyo-Batterie voll im Saft; die Lithium-Ionen-Akkus sitzen im Getriebetunnel und unter der Rückbank und liefern 12,7 Kilowattstunden. Bei Haushaltsstrom müsste der leergesaugte Audi A1 E-Tron etwa vier Stunden am Tropf hängen; wer seinen Herd in der Küche vom Starkstrom ab- und stattdessen den Audi A1 E-Tron einstöpselt, könnte diesen innerhalb einer Stunde vollladen. Der maximal 75 kW leistende Elektromotor sitzt an der Stelle des Verbrenners und leitet seine Kraft über ein Einstufen-Getriebe samt Differenzial ausschließlich an die Vorderräder. Zusätzlich gibt es XDS, eine elektronische Quersperre. Vor allem in Kurven könnte der barsche Antritt in kürzester Zeit die Vorderräder rasieren, weshalb er von der Elektronik gezügelt wird.

Das Schub-Gefühl des Audi A1 E-Tron gleicht dem eines VW Golf GTI

Und das funktioniert im Fahrbericht wesentlich genauer, als es die Traktionskontrolle in einem Serien-A1 könnte. Das Gefühl, von einer unsichtbaren Hand festgehalten zu werden, gibt es nicht. Selbst bei Vollgas bleibt derAudi A1 E-Tron distinguiert, nichts deutet auf Anstrengung hin; Lässigkeit wird zum eigentlichen Spektakel, wenn man jeden Ampelstart für sich entscheidet. Die unmittelbare Kraftentfaltung ist dabei eindrucksvoller, als es der Null-auf-100-Wert von 10,2 Sekunden erscheinen lässt. Das Schub-Gefühl gleicht eher dem eines VW Golf GTI. Allerdings ist im E-Tron bei 132 km/h Schluss.

Selbst dann rauscht nur der Fahrtwind, und es wummern die Reifen. Beim Bremsen mischt sich das scheuernde Geräusch der Rekuperation hinzu; sie lässt sich in fünf Stufen per Paddel am Lenkrad als Art Motorbremse einstellen. In Stellung Null dagegen segelt der Audi A1 E-Tron im Leerlauf, begleitet von fast gespenstischer Lautlosigkeit.

Spätestens nach 50 Kilometern ertönt entfernt ein tieffrequentes Brummen, wenn der Wankelmotor anspringt. Er findet sich unter dem Ladeboden anstelle des Reserverads und verlängert die Reichweite des Audi A1 E-Tron um 200 Kilometer, indem er via 15-kW-Generator die Batterie nachlädt. Dass es der wegen seines hohen Ölverbrauchs gescholtene Kreiskolbenmotor in ein grünes Auto schaffen würde, ist eine kuriose Wendung. Audi wählte ihn für den A1 E-Tron wegen der flachen Bauweise sowie des gleichmäßigen Laufs und versichert, die Euro 5-Grenzwerte einzuhalten. Der Zwölf-Liter-Tank wird über den normalen Stutzen befüllt, der Stromstecker zum Batterieladen dockt dagegen hinter den Audi-Ringen im Kühlergrill an.

Feldversuch Mitte 2011

So unproblematisch, wie sich der Audi A1 E-Tron bei der ersten kurzen Ausfahrt bewegen ließ, erscheint er nahezu serienfertig. Technik-Vorstand Michael Dick wünscht sich einen Marktstart für das Jahr 2013. Erster Schritt in diese Richtung ist ein Feldversuch: Ab Mitte 2011 werden 20 elektrifizierte Audi A1 über die Straßen von München samt Region surren und ihren Saft an 200 neu errichteten Ladestationen zapfen. Für diese Testphase gibt es den Audi A1 E-Tron sogar kostenlos; als Gegenleistung erwartet Audi einen ausführlichen Erfahrungsbericht. Das Fahrprofil der Nutzer soll in die endgültige Abstimmung eingehen. Immerhin diese 20 Autofahrer dürfen in absehbarer Zeit im Audi A1 E-Tron ihren Durst nach der neuen Technik stillen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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