6/2021, DFSK Fengon 7 Bernd Conrad
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6/2021, DFSK Fengon 7 13 Bilder
SUV

DFSK Fengon 7: Erste Fahrt im großen SUV aus China

DSFK Fengon 7 (2021) aus China Wie das 7-Sitzer-SUV-Schnäppchen fährt

Ab Herbst steht der siebensitzige DFSK Fengon 7 bei deutschen Händlern. Wir sind schon jetzt mit dem großen China-SUV zu ersten Testfahrten unterwegs gewesen.

Kleiner haben sie es wohl nicht? Doch, durchaus. Beim auf Autos aus China spezialisierten Importeur Indimo Automotive besteht die Modellauswahl neben kleinen Nutzfahrzeugen, vornehmlich aus SUV der Kompakt- und Mittelklasse. Mit dem DFSK (Dongfeng Sokon Motors) Fengon 7 kommt im Herbst dieses Jahres erstmals ein Auto ins Angebot, vor dem die Normgarage kapitulieren dürfte.

4,93 Meter lang ist der große China-SUV. Zusammen mit einer Breite von 1,94 Metern und 1,77 Metern Höhe sorgt er also für einen ordentlichen Schattenwurf. Das Karosseriedesign mit silbernen Dekoreinlagen im breiten Kühlergrill und den LED-Scheinwerfern an der Front, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und einer Reflektorleiste zwischen den Rückleuchten wirkt massentauglich (womit jetzt nicht die schiere Fahrzeuggröße gemeint ist). Ein langer hinterer Überhang lässt auf viel Platz im Heck schließen.

## 7 Sitze serienmäßig

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Der DFSK Fengon 7 ist stolze 4,93 Meter lang.

Dort wartet in der Tat nicht nur das Ladeabteil hinter der elektrischen Heckklappe. Serienmäßig kann man zwei zusätzliche Sitze aus dem Boden falten, womit – passend zur Typbezeichnung – sieben Personen im DFSK-Topmodell Platz nehmen könnten. Zaubern können die Chinesen aber nicht. Ganz hinten finden nur kleinere Kinder ausreichend Bewegungsfreiheit für mittellange Strecken vor, für den Ein- und Ausstieg in Verbindung mit der hohen Bodenfreiheit bedarf es zudem Geschick und Beweglichkeit.

Endlose Weiten bietet die bequeme Sitzbank in der zweiten Reihe. Nicht nur Knie und Schultern, auch die Köpfe der Insassen halten mehr als ausreichenden Abstand zum Rest der Inneneinrichtung. Auf der bequem gepolsterten Bank sitzt auch ein fünfter Passagier in der Mitte bequem. Ohne aufragenden Mitteltunnel muss er sich nicht den Fußraum mit seinen Nachbarn teilen. Für mehr Reisekomfort lassen sich zudem Längsposition und Lehnenneigung der Rücksitzbank verstellen.

Auch vorne stimmen die Platzverhältnisse. Nur die Sitze sind leider etwas kompakt geraten. Vor allem die Lehne des aus dem kleineren Fengon 5 übernommenen Mobiliars ist im oberen Rückenbereich zu schmal. Die elektrische Verstellung ist serienmäßig, außerdem sollen die für Europa bestimmten Autos auch eine vordere Sitzheizung bekommen. (Kunst?-)Leder spannt sich über Sitze und Türverkleidungen, weiße Kontrastnähte sorgen für Akzente. Auch die Kunststoffe bestehen, teils weich unterschäumt, den Fingerkuppendrucktest.

Modernes Cockpit mit Head-up-Display

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Das Infotainmentdisplay misst 12,3 Zoll. Es ist über den Touchscreen oder einen Controller in der Mittelkonsole bedienbar.

Hinter den Dreispeichenlenkrad blickt man auf digitale Instrumente, außerdem spiegelt ein Head-up-Display seine Informationen direkt auf die Windschutzscheibe. Dessen Informationsgehalt wird zwar nur einfarbig dargestellt, was aber keine Abzüge in der Praktikabilitätsnote mit sich bringt.

Das Infotainmentdisplay in der Mittelkonsole misst 12,3 Zoll in der Bildschirmdiagonale. Man kann entweder über die Touchscreen-Funktion oder per Dreh-Drück-Steller durch die Menüs surfen. Im Moment bringt das aber noch nicht allzu viel, da der Testwagen noch nicht der finalen Spezifikation für Europa entspricht. Schon jetzt lässt sich aber beurteilen, dass die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems auf Fingerdrücke oder Controller-Bewegungen ausreichend schnell ist.

Der Importeur dürfte auch im DFSK Fengon 7 die in den anderen Modellen erhältliche Navigationslösung mit lokalisiertem Kartenmaterial anbieten. Ob auch der Digitalradiostandard DAB einzieht, ist noch ungewiss. Im Moment erkennt das Radio auch keine RDS-Informationen, zeigt also die Senderfrequenzen anstelle der Namen. Das Smartphone kann über Bluetooth gekoppelt werden, eine umfänglichere Integration mit Apple CarPlay und Android Auto gibt es nicht.

Kein Diesel, keine Elektrifizierung

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Ein 220 PS starker Vierzylinder-Benziner treibt den großen SUV an.

Der Druck auf den Startknopf ruft einen zwei Liter großen Vierzylinder-Benziner zum Dienst. Er leistet 162 kW / 220 PS. Eine Sechsgang-Wandlerautomatik verwaltet das Drehmoment von 355 Nm. Dieselantriebe spielen in China keine Rolle, auch ein elektrifizierter Benzinantrieb in Form eines Hybrids ist nicht im Angebot. Die Sechsgang-Wandlerautomatik arbeitet entspannt und lässt sich auch durch Hektik auf dem Gaspedal nicht aus der Ruhe bringen. "No Sports" flüstert sie dir zu, und schnell lässt man sich davon überreden.

Bei den ersten Testfahrten über Landstraßen und durch Ortschaften hat der Motor mit dem immerhin über zwei Tonnen schweren SUV keine Probleme. Wird über das Gaspedal der Wunsch nach starker Beschleunigung geäußert, erledigt der Antrieb dies ohne Gebrüll. Erst bei höheren Drehzahlen wird der Vierzylinder hörbar, klingt dann aber nicht gequält.

Das Fahrwerk bietet guten Komfort, verliert dabei aber nicht die Rückmeldung von der Straße aus dem Blick. Querfugen oder kleinere Schlaglöcher bügelt der Chinese weitreichend glatt. Auch in der zweiten Reihe stößt die Federung des Fengon 7 den Passagieren nicht unangenehm auf.

Serienmäßig treibt der DFSK Fengon 7 permanent alle vier Räder an. Für die Reise auf Asphalt kann man der Tastendruck in der Mittelkonsole auf Vorderradantrieb umschalten, was Benzin sparen dürfte. 9,2 Liter auf 100 Kilometer sind der geplante Normwert, im Alltag dürften es über zehn Liter ROZ95 werden. Sparsam ist so ein Benziner-SUV bekanntermaßen nicht.

Das kostet der DFSK Fengon 7

35.990 Euro ruft der Importeur für den Fengon 7 auf. Zum wahren Knallerpreis wird dieser Betrag nach dem Blick in die Ausstattungsliste: Head-up-Display, 360-Grad-Kamera, 20-Zöller, sieben Sitze, Panorama-Schiebedach, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und Spurverlassenswarner sind serienmäßig. Optional wird es eine Anhängerkupplung (Anhängelast 2.500 kg) geben, außerdem hat man bei der Lackfarbe die Wahl zwischen Weiß und Schwarz.

Zum Vergleich: Asiatische Mitbewerber wie der Hyundai Santa Fe oder dessen Konzernbruder Kia Sorento sind um fünfstellige Beträge teurer. Abstriche muss der DFSK-Fahrer aber bei modernen Tech-Extras machen. Adaptive Scheinwerfer oder ein Spurhalteassistent mit Lenkeingriff gibt es nicht, dazu kommt die fehlende Smartphone-Integration.

Fazit

Ein fast fünf Meter langer SUV mit viel Platz, sieben Sitzen und guter Serienausstattung zum Preis eines Kompakten: Der DFSK Fengon 7 startet im Herbst 2021 zum Schnäppchenpreis. Wer die genannten Attribute den neuesten Infotainmentmöglichkeiten der Konkurrenz vorzieht, hat ab Herbst eine Alternative zur Auswahl. Vorausgesetzt, der eigene Stellplatz ist groß genug.