Lynk & Co 01 Lynk & Co

Fahrbericht Lynk & Co. 01 PHEV

Was kann der Hybrid-XC40 im Abo?

Der kompakte SUV Lynk & Co 01 basiert auf dem Volvo XC40, weil beide Marken zur Gruppe des chinesischen Geely-Konzerns zählen. Das Vertriebsmodell unterscheidet sich jedoch gravierend.

Treffpunkt Hangzhou, dem Hauptsitz des Geely-Konzerns, je nach Verkehrslage etwa eineinhalb Fahrstunden von Shanghai entfernt. Hier ist der Firmensitz des aktuellen Daimler-Hauptanteilseigner, einem aufsteigenden Autokonzern, der aktuell mit 2,2 Millionen verkauften Autos (2018) knapp hinter Daimler und BMW auf Rang 13 in der Liste der größten Autohersteller rangiert. Dass das Unternehmen wächst, ist nicht nur an den vielen Baustellen auf dem Firmengelände zu erkennen, sondern an einem wahren Hochhäuser-Dschungel, der drum entsteht.

Design und Technik aus Europa

Auf einem Parkplatz wartet ein Auto, das in seiner Optik durchaus ein bisschen an den Porsche Macan erinnert: Der über die ganze Front lang gezogene Grill etwa, aber auch das Coupéhaft abfallende Dach. Der Style? Eindeutig europäisch. Kein Wunder, die technische Basis ist schließlich die CMA-Plattform (Compact Modular Architecture), für die Volvo verantwortlich zeichnet und auf der auch der kompakte SUV XC40 aufbaut.

Trotzdem ist der Lynk & Co keine reine Schweden-Kopie, wie die erste Sitzprobe zeigt. Die Mittelkonsole prägt ein großer Bildschirm, der auf den ersten Blick dokumentiert, was Lynk & Co unter der Leitung des ehemaligen Opel-Marketing-Vorstandes Alain Visser besonders am Herzen liegt: Connectivity.

Lynk & Co 01
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Die Lenkung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ihr fehlt es deutlich an Rückmeldung.

Flatrate-SUV statt Auto zum Kaufen

Und das Modell 01 der Geely-Sub-Marke, das ab Sommer 2020 nach Europa kommt, soll nicht einfach verkauft werden. Es soll in einer Art Abomodell, wie wir es von Netflix kennen, vertrieben werden. Und möglicherweise auch in Sharing-Flotten zum Einsatz kommen. „Das Abonnieren von Autos stellt eine neue Art dar, sich Zugang zu Mobilität zu verschaffen“, erklärt Visser, der gleichwohl viel Wert auf die Qualität seiner Autos liegt: „Wir haben nie gesagt, dass wir billige Autos bauen wollen.“ Tatsächlich wirken die in dem neuen SUV-Modell eingesetzten Materialien gradlinig, gut verarbeitet, aber auch so praktisch, dass sie durch ständig wechselnde Fahrer und ungewöhnlich starke Nutzung nicht gleich an Attraktivität verlieren werden. Europäische Maßstäbe erfüllen auch die Sitze, die ausreichend groß und komfortabel gepolstert sind und sich zudem einfach verstellen lassen. Die Basisversion kostet in China, wo die Autos direkt erworben werden können, etwa 30.500 Euro.

Die hat fünf Sitze und einen 1,5-Liter-Turbo-Dreizylinder mit 180 PS den Lynk mit einem 82 PS starken E-Motor kombiniert. Der macht aus dem SUV einen Plug-in-Hybrid mit 51 Kilometer rein elektrischer Reichweite (Werksangabe). Das Ansprechverhalten ist gut, und man spürt sofort, dass dem Benziner mit 265 Newtonmeter der E-Motor noch eine schippe Drehmoment oben drauf packt. Etwas gewöhnungsbedürftig: Die leichtgängige Lenkung, die es an Rückmeldung fehlen lässt. Dafür verwöhnt das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit gutem Schaltkomfort und die Federung hinterlässt auf der ersten, kurzen Fahrmöglichkeit einen durchaus komfortablen Eindruck. Nur kurze Bodenwellen werden etwas steifbeinig weggebügelt, aber das mag bei der europäischen Spezifikation mit anderen Reifen schon wieder ganz anders sein.

Lynk & Co 01: Was kann der Hybrid-XC40 im Abo?

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Lynk & Co 1/13 Der Lynk & CO 01 ist ein Auto, das in seiner Optik durchaus ein bisschen an den Porsche Macan erinnert.
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Ende 2020 wird Deutschland „verlynkt“

Lynk &Co wendet sich in erster Linie an eine junge Generation, die dem Trend zum Teilen statt Besitzen folgt. Alain Visser: „Das Durchschnittsalter unserer Kunden in China liegt bei 28 Jahren. Das ist aus Marketing-Sicht ein Traum.“ 65 Prozent der Kunden sind männlich, die meisten Modelle rollen rund um Shanghai und Peking.

Lynk & Co 01
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auto motor und sport-Chefredakteurin Birgit Priemer fuhr den Lynk & Co 01 in China - und ließ sich fahren.

Den Markteintritt nach Europa bereitet die Geely-Tochter sorgfältig vor – wohl wissend, dass die Ansprüche der Kunden sehr hoch sind. Los geht es im Sommer 2020 in Amsterdam, einer jungen, hippen Stadt, die viel Sinn für neue Mobilitätskonzepte hat. Es folgt zum Jahresende 2020 die Markteinführung in Deutschland mit einem Fokus zunächst auf Berlin. Wie hoch die monatlichen Abogebühren sind, steht noch nicht fest. Visser will seinen Kunden auch eine Art Rundum-Paket bieten, sprich: Wer den Lynk&Co 01 abonniert, bekommt im Preis inbegriffen weitere Lifestyle-Angebote. Und wenn man mal Probleme mit dem Auto hat? Den Service werden voraussichtlich Volvo-Händler übernehmen, was eine Win-Win-Situation für beide Seiten darstellen würde: Die Händler hätten mehr Geschäft, Lynk von Anfang an Zugriff auf eine große Handelsorganisation. Klingt nach einem richtig guten Plan.

Fazit

Wenn nicht alles irrt, startet mit Lynk & Co. erstmals eine im Grunde chinesische Marke einen vielversprechenden Angriff auf den europäischen Automarkt. Weil Lynk zwar austauschbare Technik aus dem Geely-Volvo-Baukasten bietet, aber keine von gestern. Vor allem ist das Auto insgesamt nicht austauschbar: Es bietet ein eigenständiges Design, moderne Konnektivität und ein Abmodell, das zu jungen Kunden besser passt, als das überkommene Kaufprinzip mit seiner hohen Einstiegshürde.

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