Range Rover P530 Nick Dimbleby
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Range Rover P530 17 Bilder
SUV

Range Rover P530: Die fünfte Generation

Range Rover P530 Komfortabel, luxuriös, achtzylindrig

Seit 52 Jahren gibt es den Range Rover. Nur vier Generationen reichten für das halbe Jahrhundert. Nun kommt Range Rover Nummer fünf. Er nimmt uns mit auf einen kurze Reise durch Nord-Kalifornien.

Es ist ja oft schön, alte Freunde wiederzusehen. Jenen Freund etwa, mit dem du im Französisch-Grundkurs am Gymnasium heimlich auto motor und sport-Hefte gelesen und Auto-Skizzen getauscht hast. Oder auch ein BMW-Achtzylinder im Range Rover. Der bildet jedenfalls die Spitze der Modellpalette beim neuen Range, er heißt P530, leistet 530 PS und macht ansonsten nicht viel Aufhebens um seine Arbeit.

Der P530 gibt sich auf den ersten Meilen durchs Napa Valley sehr zurückhaltend, läuft seidig wie eine E-Maschine und kooperiert ebenso aufmerksam und unauffällig mit der ZF-Achtstufenautomatik, die in allen Range Rover-Modellen zum Einsatz kommt. Später wird der Sechszylinder-Diesel verkostet, der ebenfalls (für einen Selbstzünder) sehr kultiviert läuft, aber natürlich mit deutlich weniger Punch aufwarten kann. So benötigt er von null bis 100 km/h 6,1 statt 4,6 Sekunden.

2,5 Tonnen schwerer Luxus

Doch die Antriebe sind bei diesem Auto womöglich weniger interessant, wichtiger scheint: Wie fährt er nun, der neue Range? So viel lässt sich schon beim ersten Kennenlernen sagen: In Sachen Fahrkomfort überzeugt der große Wagen mit seiner aufwendigen Luftfederung und der sehr wirksamen Geräuschisolierung. Das komplett MLA-Flex-Architektur mit elektronisch geregelter Luftfederung und neuer Fünflenker-Hinterachse und die aktive Geräuschunterdrückung im Interieur erschaffen eine Gefühlswelt, an der George Eulas Foster womöglich viel Freude gehabt hätte. Falls Sie nicht wissen sollten, wer das war: ein kanadischer konservativer Politiker und Altertumswissenschaftler, der Ende des 19. Jahrhunderts den Begriff der "Splendid Isolation" prägte.

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Mit 530 PS durch das sonnige Kalifornien.

Er meinte zwar damit die vom europäischen Kontinent abgeschiedene Lage des britischen Königreiches, auf das Fahren im Range Rover trifft es mindestens ebenso zu. Splendid isoliert in einem 2,5 Tonnen schweren Luxus-Kokon, die Welt zieht hinter der Panorama-Verglasung vorbei wie ein Film, bei dem weder Störgeräusche noch Kamerawackler bis zu den Insassen vordringen. In diesem Fall sind es der Pacific Coast Highway und die Redwood-Wälder an der kalifornischen Küste. Doch es gibt wenig Grund anzunehmen, dass der Gesamteindruck etwa auf der A40 zwischen Essen-Kray und Bochum-Wattenscheid so viel anders wäre. Bis auf den fehlenden Ozean und die Redwood-Bäume vielleicht.

23 Zoll große Räder

Autobahnfugen verschwinden völlig unter dem Range, größere Unebenheiten sorgen allenfalls für ein sanftes Wippen des Aufbaus. Auch die am Testwagen montierten 23-Zoll-Räder können den überragenden Komfort-Eindruck nicht trüben. Allerdings geht das nur so lange wirklich gut, bis mehrere aufeinander folgende Wellen unter dem Wagen hindurchziehen. Dann schaukelt sich der Aufbau etwas auf, denn selbst die aktive Wankstabilisierung kann die zweieinhalb Tonnen nicht immer ganz im Zaum halten. Das sorgt für eine gewisse Schunkeligkeit, die vordergründig als Komfort ankommt, doch längerfristig empfindlichen Naturen auf den Magen schlagen könnte.

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Der neue Range Rover fährt auf 23 Zoll großen Rädern.

Die vielen Kurven der Küstenstraße nimmt der Range ebenfalls souverän, doch das distanzierte Feedback macht sich auch hier bemerkbar. Die Seitenneigung fällt beim schnellen Kurvenfahren mitunter größer aus als erwartet, die Lenkung erweist sich als präzise, doch sehr leichtgängig. Im Dynamikmodus raffen sich die Lenkkräfte immerhin zu etwas mehr Widerstand auf. Was freilich wenig an dem Eindruck ändert, der Range Rover sei bei einer Tour über die Nordschleife oder durch die Dolomiten nicht unbedingt erste Wahl.

Ab 125.900 Euro geht es los

Anders sieht das freilich abseits befestigter Wege, da zeigt sich auch die fünfte Range-Generation extrem talentiert, mehr auf jeden Fall als man es ihr angesichts der Ausmaße und der gelackten Erscheinung zutraute. 90 Zentimeter Wattiefe sind nur ein Aspekt davon. Dafür übrigens bekam der BMW-V8 eine veränderte Ansauganlage verpasst. Und die Ölwanne wurde so umkonstruiert, dass selbst bei 45 Grad Schräglage im Gelände zuverlässiger Öldruck aufgebaut wird.

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Der luxuriöse Innenraum des neuen Range Rovers.

Das und ein paar Offroadtalente mehr dürfen wir auf zwei Parcours in den Hügeln zwischen Bodega Bay und Mendocino ausprobieren. Unter anderem den dank der mit maximal 7,3 Grad einlenkenden Hinterachse sehr kleinen Wendekreis (unter elf Meter), der es ermöglicht, den fünf Meter langen Range (das ist der kurze von zwei Versionen) um extrem enge, steile Kehren zu lenken, als sei man mit einem Iltis im Gelände unterwegs. Was noch zum neuen Range Rover gehört? Ein sehr feines Interieur mit großartig duftendem Leder, penibler Verarbeitung und in viele Ecken sicht- und fühlbar hoher Qualität. Dazu gibt es erstmals eine Siebensitzer-Option (nur mit langem Radstand), das PiviPro-Bediensystem der neuesten Generation oder sehr bequemen, wenn auch etwas haltarme Sitzmöbel. Vermutlich nicht ganz billig, werden Sie jetzt denken, und Sie haben Recht: Ab 125.900 Euro beginnt hierzulande die Preisliste, den Achtzylinder gibt es ab 154.800 Euro.

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Ja, gerade bei E-Autos bietet sich die hohe Bauform wegen der Batterie im Boden an. Gleichzeitig bietet sie einen bequemeren Einstieg und besseren Überblick.

Fazit

Die fünfte Generation bietet all das, was schon die vorhergehenden boten: überragende Geländeeigenschaften, tollen Komfort, souveräne Antriebe. Und das Gefühl, in einem ganz besonderen Auto unterwegs zu sein. Mit einem alten Freund als Motor.

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