Fahrbericht Skoda Scala (2019)

Was kann der XXL-Polo?

Skoda Scala Foto: Skoda

Skoda machte den neuen Scala auf der Plattform des VW Polo größer als den Golf. Er macht optisch was her und hat Platz. Aber wie fährt er? auto motor und sport gibt die Antwort.

Im Stand konnten wir uns den Nachfolger des erheblich nüchterneren Skoda Rapid schon ansehen. Die ersten Eindrücke waren durchaus positiv. Jetzt, im April 2019, dürfen wir den Skoda Scala auch fahren.

Schon bei der ersten Annäherung hinterlässt der Kompaktwagen mit seinem großen Grill, der schwungvollen Haube, den klaren Linien und dem Heck mit verlängerter dunkler Scheibe nachhaltig Eindruck – ohne dabei prollig zu wirken. Seine Designsprache wird sich übrigens in allen künftigen Modellen wieder finden. Für Skoda-Kunden ist die neue dynamischere Optik schon eine gewisse Umstellung und vielleicht lässt sie auch Konzernschwester Seat nicht unberührt.

Praktisch wie ein Skoda

Skoda Scala Foto: Skoda
467 Liter fasst der Kofferraum, wenn die Rückbank hochgeklappt ist.

Vom Äußeren abgesehen hält der Scala an den markentypischen Vorzügen fest. Will heißen: er bietet viel Platz und nette Features. Es mag alle Golf-Entwickler schmerzen, aber der Scala, der auf der Plattform des VW Polo basiert, ist mit 4,36 Meter satte zehn Zentimeter länger als der Wolfsburger und wartet mit einem enorm großen Kofferraum auf. Während es der Golf bei 380 Liter Ladevolumen belässt, nimmt der Skoda regulär 467 Liter mit. Auch den Insassen fehlt es nicht an Platz. Vielmehr reist es sich im Fond ähnlich opulent wie in einem Octavia. Passend dazu sind die mit Leder und Microfaser bezogenen Sitze so bequem wie seitenhaltsstark und wirken sehr solide. Serie sind sie freilich nicht, ebenso wenig das schwarze Dach mit seinem großen Panoramaausblick.

Wer es sich leisten mag, kann zudem in ein virtuelles Cockpit, Online-Entertainment sowie Sprach- und Gestensteuerung investieren. Doch Achtung: Je feiner die Systeme, umso mühsamer die Bedienung. Ganz kostenlos an Bord und überaus einfach zu handhaben ist indes die neueste Simply-Clever-Idee: ein ausklappbarer Trichter im Verschlussdeckel des Scheibenwaschbehälters.

Skoda Scala
Der neue Skoda Scala im Fahrbericht 1:56 Min.

Schon 115 PS reichen im Scala

Ansonsten gibt es aus dem Motorraum nicht viel Neues zu berichten. Als Antriebsquellen dienen die bekannten Benziner 1.0 TSI und 1.5 TSI sowie der 1,6 Liter große Diesel mit 115 PS. Ende des Jahres folgt noch eine 90 PS starke Erdgas-Variante. Ein Langweiler ist der Scala dennoch nicht. Selbst der Diesel wiegt nicht mehr als rund 1,3 Tonnen. Entsprechend ist schon der 1.0 TSI mit 115 PS (ab 21.450 Euro) selbst abseits der Stadt ziemlich flott unterwegs und sorgt dank des minimal knurrigen, aber drehfreudigen Dreizylinders sowie des präzise rastenden Sechsgang-Getriebes für reichlich gute Laune. Er schiebt sogar aus höheren Geschwindigkeiten immer noch ganz ordentlich an. Schön, dass Skoda das zugehörige Fahrwerk bewusst auf Komfort getrimmt hat und die Lenkung angemessen präzise, wenn auch nicht hinreißend direkt arbeitet. So durcheilt der Tscheche Wechselkurven gelassen, untersteuert spät, bleibt auf der Autobahn ruhig in der Spur und bewahrt seine Insassen vor nervigem Gerumpel.

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VW Polo
Skoda Scala

Ganz ähnlich fährt sich der 1.6 TDI. Doch so richtig begeistern kann er uns noch nicht. 250 Nm Drehmoment sollten ab 1500 Touren anstehen. In Schwung kommt der Selbstzünder jedoch erst über 2000 Touren und wenig später ist das Spurtvermögen schon wieder erschöpft. Auch könnte er seinen Diesel leiser verbrennen.

150 PS ergeben schon fast einen Scala RS

Skoda Scala Foto: Skoda
Der Skoda Scala ist 4,36 Meter lang.

Richtig forsch geht der Scala natürlich mit dem 150 PS starken Vierzylinder und Siebengang-DSG an (ab 25.200 Euro) vorwärts. Den Standardsprint bis 100 km/h erledigt der 1.5 TSI laut Werksangabe aus dem Stand in nur 8,2 Sekunden. Das glauben wir gerne. Die passend gestuften Gänge flutschen bestens, der Motor zieht auch aus niedrigen Touren sehr kräftig an, bleibt aber stets leise und gibt sich sehr wohlerzogen. Überhaupt ist der Tscheche ein angenehm leiser Begleiter und überwiegend sehr ordentlich verarbeitet.

Als Schmankerl für alle, die es flotter angehen wollen, baut Skoda für 390 Euro auch ein zweistufiges Fahrwerk (Normal/Sport) mit verstellbaren Fahrmodi ein. Im Zusammenspiel mit 18 Zoll-Rädern rumpelt der Skoda da zwar etwas mehr über altersmüde Straßen. 15 Millimeter tiefer als das Serienmodell, geht er aber auch etwas zackiger ums Eck.

Skoda Scala: Tschechiens XXL-Polo spielt Golf

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Fazit

Skoda holt aus der Plattform des VW Polo raus, was geht. Und das ist eine Menge: Der Scala beeindruckt optisch, lässt sich in puncto Infotainment und Fahrsicherheit mit allen relevanten Extras ausstaffieren, packt ordentlich was weg und fährt sich zudem angemessen komfortabel. Erfreulich: Preislich bleibt er am Boden. Ganz so günstig und geräumig wie sein konservativer Vorgänger ist er allerdings nicht.

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Technische Daten
Skoda Scala 1.0 TSI Skoda Scala 1.0 TSI Ambition Skoda Scala 1.5 TSI ACT Ambition Skoda Scala 1.6 TDI Active Skoda Scala 1.0 G-TEC
Grundpreis 21.450 € 25.200 € 21.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4362 x 1793 x 1471 mm 4362 x 1793 x 1499 mm 4362 x 1793 x 1499 mm 4362 x 1793 x 1499 mm 4362 x 1793 x 1471 mm
KofferraumvolumenVDA 467 bis 1410 l 467 bis 1410 l 467 bis 1410 l 467 bis 1410 l 467 bis 1410 l
Hubraum / Motor 999 cm³ / 3-Zylinder 999 cm³ / 3-Zylinder 1498 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder 999 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 70 kW / 95 PS bei 5000 U/min 85 kW / 115 PS bei 5000 U/min 110 kW / 150 PS bei 5000 U/min 85 kW / 115 PS bei 3250 U/min 66 kW / 90 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h 219 km/h 201 km/h
Verbrauch 4,9 l/100 km 4,9 l/100 km 4,1 l/100 km
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