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Smart #1: Das kann der neue Riesen-Zwerg

Smart #1 Das kann der neue Riesen-Zwerg

Ab sofort setzt Smart auf kompakte Crossover, statt kleine City-Cars. Na dann: Testfahrt im #1 aus China – angetreten, um der Marke wieder Schwung zu verleihen.

Du bist aber groß geworden! Diesen Spruch müssen sich sonst nur die Kids bei der Verwandtschafts-Stippvisite anhören – und heute auch der neue Smart #1 (sprich: hashtag one). Denn der hat bis auf Zeichen und Schriftzug nichts mehr mit den kurzen, kleinen oder auch flachen Zwei- und Viersitzern von früher zu tun. Ab sofort also kompakter Crossover statt Citycar, mit Platz für fünf. Stopp mal, gibt‘s da nicht schon was von Daimler? Richtig, den Mercedes EQA. Der ist zwar 19 cm länger, bietet aber nur 17 Liter mehr Kofferraumvolumen und kostet in der Basis über 9.000 Euro mehr, als der von Geely gebaute Lifestyle-SUV. Weil Mercedes im deutsch-chinesischen Joint-Venture für Design und Europa-Vertrieb zuständig ist, sieht der Hashtag One von hinten verdächtig nach EQB aus und wird schon bald in einem der 92 deutschen Händler-Räume neben der hauseigenen Konkurrenz stehen, ihr womöglich sogar die Show stehlen.

Nutzwertig, ergonomisch

Aber nicht nur die Show beherrscht der livestylig, recht schnörkellos gezeichnete Hashtag One, über den sich die wie ein Sportdress sitzende Karosserie spannt (cw-Wert: 0,28). Mit flacher Fronthaube und steilem Heck hat er auch das Zeug zum nutzwertigen Alltagsauto (1,6 Tonnen Anhängelast), eine ganze Menge Ausstattung inklusive. Schon die Basisvariante Pro+ (ab 41.490 Euro) fährt mit Zwei-Zonen-Klima, Panorama-Dach, 360-Grad-Kameras, Sitzheizung und vielen Assistenzsystemen vor. Innen punktet der fast 1,64 Meter hohe SUV mit ausreichend Platz, guter Ergonomie (viele Ablagen, hoch positionierter 12,8-Zoll-Touchscreen), Komfort (vierfach einstellbare Lendenwirbelstütze vorn, mehrstufig neigbare Lehnen hinten) sowie Variabilität (verschieb- und umklappbare Rückbank, variabler Ladeboden). Gut auch, dass man an ein Kabelfach unter der Haube gedacht hat. Schade nur, dass das mitgelieferte Mode3-Kabel nur gequetscht hineinpasst.

Smart #1 (2022)
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Vorn sitzt man tief und gut integriert auf bequemen Polstern (Ausstattung Premium, ab 44.990 Euro; Wärmepumpe inklusive), denen es etwas an Oberschenkel- und Schulterkontur mangelt. Fondpassagiere hocken mit leicht angewinkelten Beinen, weil der Abstand zwischen Fußboden und Bank etwas zu gering ausfällt. Dafür bleibt genug Platz für Knie und Füße, auch, weil hier kein wulstiger Mitteltunnel stört.

Qualität? Passt

Auch der Qualitätseindruck des gut gedämmten, auf Conti EcoContact 6 Q (wie quiet) rollenden Testwagens stimmt – mit Echtleder-Bezügen, zwei hydraulischen Haubenaufstellern, rahmenlosen Scheiben auf den satt ins Schloss fallenden Türen, und metallbedampften Tasten. Unter die teils geschäumten und textilbezogenen Innenverkleidungen mischen sich zwar auch Hartplastik-Elemente und statt der fummeligen Gummi-Überzieher auf dem Ladeanschluss (hinten, links) wären scharniergeführte Klappen schon schöner. Aber grundsätzlich gibt‘s nicht viel auszusetzen am ersten China-Smart, der, fast hätten wir‘s vergessen, ja ein Vollzeitelektriker ist.

Smart #1 Brabus
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Und hier kommt die Geely-Kompetenz ist Spiel, denn der Hashtag One basiert auf der modernen, variabel skalierbaren SEA-Plattform. Unser laut Hersteller 1,8 Tonnen schwerer Testwagen hat eine 200 kW starke PSM-Maschine der Geely-eigenen Marke Vremt an der Hinterachse (Brabus: zwei Motoren) – mit Silizium-Karbid-Halbleitern, die mehr Effizienz versprechen (geringere Wärmeverluste) und dem Antrieb 20 km mehr WLTP-Reichweite bescheinigen. 424 km sind es laut Bordcomputer vor der Testfahrt, bei einem Akkustand (SoC) von 97 Prozent. Nach gut 110 Kilometern Strecke (Stadt-Land-Autobahn-Stau-Mix) meldet das Instrument im Schnitt 16 kWh Verbrauch auf 100 km, 69 Prozent SoC und noch 305 km Reichweite.

Routenplanung folgt

Erst zur Markteinführung Ende des Jahres soll die Akku-Vorkonditionierung per Naviziel-Eingabe möglich sein. Gleiches gilt für die Routenplanung mit automatisch eingeplanten Ladestopps. Auch eine genaue Leistungsanzeige in kW während des Ladevorgangs (DC-Laden mit maximal 150 kW, AC-Laden mit 11 respektive 22 kW, ab Ausstattung Premium) wird auf dem Display erscheinen, sobald Strom in den 66 kWh speichernden Akku fließt. Dessen prismatischen Zellen werden von CATL oder Sunwoda zugeliefert. Ebenfalls arbeite man an einer Segelfunktion, sodass der Hashtag One auf Wunsch frei rollt, statt zu rekuperieren. Der Einpedal-Betrieb ist aber schon jetzt möglich. Vielseitig einsetzbar ist der #1 auch dank seiner recht ausgewogenen Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung. Vorn sprechen die Feder-Dämpfer-Elemente ausreichend sensibel an, nur hinten poltert‘s manchmal etwas, wenn man eine dieser kantigen Absätze oder Fugen erwischt. Und sind lange sowie tiefe Bodenwellen im Spiel, sackt der Smart hinten tief ein und federt mit Schwung wieder aus. Nichts, was besorgniserregend wäre, aber vielleicht könnte man an dieser Stelle noch ein wenig feinjustieren. Biegungen nimmt der Kompakte gern dynamisch, untersteuert aber früh und gutmütig, dreht sich im Kurvenverlauf unter Last mit leicht schlupfender Hinterachse etwas ein.

Smart #1
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Hinten ist Platz für drei Mitfahrer.

Übrigens: Bis die Sprachsteuerung auch auf Deutsch läuft, muss man manchmal zum Touchscreen greifen. So wie jetzt, für das passende Lied auf Spotify. Zum Beispiel "Du bist aber groß geworden" von Deine Freunde.

Umfrage

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Ist das noch ein Smart?
Na klar. Schaut doch immer noch niedlich aus.
Nein. Die Zeiten des ursprünglichen Parklückenfreundes sind offenbar gezählt.

Fazit

Nein, mit Smart, wie wir die Marke bisher kannten, hat der große #1 nichts mehr zu tun und wirkt deshalb austauschbar. Was aber nichts daran ändert, dass er ein gut gemachtes Alltags- und Elektroauto obendrein ist.

Technische Daten

Smart #1 Pro+
Grundpreis 41.490 €
Außenmaße 4270 x 1822 x 1636 mm
Kofferraumvolumen 323 bis 986 l
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch 0,0 kWh/100 km
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