6/2021, SsangYong Tivoli Grand 2021 Bernd Conrad
6/2021, SsangYong Tivoli Grand 2021
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6/2021, SsangYong Tivoli Grand 2021 11 Bilder

Erste Fahrt im SsangYong Tivoli Grand (2021)

Unterwegs im SsangYong Tivoli Grand (2021) SUV-Kombi-Crossover - neuer Freund der Familie?

Der SsangYong XLV kommt in aktualisierter Form mit dem Namen Tivoli Grand zurück. Wir waren mit dem SUV-Kombi-Crossover auf ersten Testfahrten unterwegs. Bietet er mehr als nur einen großen Kofferraum?

Die südkoreanische Marke SsangYong schickt ihren Bestseller Tivoli in die Verlängerung. "Mal wieder" antworten Kenner der Materie mit gutem Gedächtnis. Denn als SsangYong XLV gab es das "neue" Auto schon einmal. Der Absatzerfolg war durchwachsen, was Händler und Kunden nach dem Aus des XLV aber nicht davon abhielt, eben jenes zu bedauern.

Der kleine Tivoli wurde zwischenzeitlich geliftet und mit modernen Benzinern ausgestattet. Im Spätsommer 2021 kommt jetzt auch das Facelift der Langversion bei uns auf den Markt. Anstelle der kryptischen Bezeichnung XLV (eXciting smart Lifestyle Vehicle, aha) heißt er künftig Tivoli Grand.

Form oder Funktion?

6/2021, SsangYong Tivoli Grand 2021
Bernd Conrad
Der SsangYong Tivoli Grand ist 4,48 Meter lang.

Die Karosserie wurde um 26 Zentimeter verlängert, und zwar ausschließlich am Heck. Bis zu C-Säule entspricht der Tivoli Grand seinem kurzen Bruder. Dann schließt sich ein längeres Seitenfenster an, außerdem steht die Heckklappe steiler. Während die Front das aktuelle Tivoli-Design übernahm, bleibt die hintere Ansicht im Vergleich zum Vorgänger unverändert. Hübsch oder nicht? Der Pragmatiker antwortet mit "ja" und hat dabei Hintergedanken.

Die werden deutlich, wenn die Kofferraumklappe aufschwingt. Der Laderaum ist auf das stattliche Format von 720 Litern gewachsen. Durch eine breite Öffnung ist er gut zu beladen, die Ausstattung mit doppeltem Boden und Taschenhaken wirkt ordentlich und durchdacht.

Wenn man die im Verhältnis 40:60 geteilte Lehne der Rücksitzbank umklappt, entsteht ein laut Hersteller 1.440 großes Gepäckabteil, dessen Boden aber leicht ansteigt. Eine dritte Sitzreihe und damit eine mögliche Siebensitzer-Option gibt es nicht. Vielleicht gut so, wenn auch der Tivoli Grand ist noch immer ein kompaktes Auto und da würde es hier hinten schon arg eng zugehen.

Platz für Passagiere und Gepäck

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Der Kofferraum fasst 720 Liter, bei umgeklappter Rücksitzlehne sind es 1.440 Liter.

Während die große Höhle im Heck also auch wenig enthaltsames Urlaubsgepäck und die Hundebox schluckt, reist die Familie weiter vorne mit guter Bewegungsfreiheit. Auch der Fond bietet viel Platz für Knie und Köpfe. Leider fehlen Lüftungsausströmer oder eine Stromversorgung mit USB-Anschlüssen. Mit einem nur sehr flachen Mitteltunnel eignet sich der SsangYong Tivoli Grand dafür besser als Fünfsitzer als die meisten Konkurrenten.

Auch vorne sitzt man bequem. Im Testwagen, der in der Ausstattungslinie Onyx anrollte, blickt man auf analoge Instrumente. In deren Mitte haben die Koreaner ein monochromes Display, u.a. für die Bordcomputerangaben, eingebaut. Dessen Anzeige wirkt heutzutage ein wenig antiquiert. Digitale Instrumente gibt es leider nur im Sapphire, der höchsten von fünf Ausstattungslinien.

Auf modernem Stand ist das 9,2 Zoll große Infotainmentdisplay, das weit oben und damit gut erreichbar in der mächtigen Mittelkonsole thront. Die enthaltene Software nutzt SsangYong in der kompletten Modellpalette. Auch hier navigiert das eingebaute TomTom-System zum Ziel, nachdem es eine zügige Adresseingabe erlaubte. Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord, benötigen aber nach wie vor eine Kabelverbindung über den USB-Steckplatz. Die Ablage davor ist leider gerade so zu klein für ein modernes Smartphone.

Einziger Motor für den SsangYong Tivoli Grand ist der markeneigene 1.5 T-GDI-Benziner mit 120 kW / 163 PS. Mit ihm ist der SUV-Kombi angemessen motorisiert. Das bereits bei 1.500 U/min anliegende Drehmomentmaximum von 280 Nm erlaubt ein schaltfaules Fahren. Dritter Gang, Kurve und danach verkündet der rote Streifen auf dem gelben Schild den Ortsausgang? Für zügiges Beschleunigen auf Landstraßentempo muss nicht heruntergeschaltet werden.

Traktionsverluste an den angetriebenen Vorderrädern sind aber auch bei Vollgas nicht zu befürchten, zumindest auf trockener Straße. Die Allradoption des Tivoli bleibt dem Grand leider verwehrt. Aber auch bei ihm kann man optional eine Sechsgang-Wandlerautomatik bestellen.

1.500 Euro teurer als der Tivoli

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Die Heckpartie ist steiler als beim kurzen Bruder.

Die Federung ist auf Querfugen etwas straff, was zum Teil an den 18-Zoll-Felgen des Testwagens liegen dürfte. Es darf erwartet werden, dass die Federn des Tivoli Grand, wie bei vielen Kombis mit großem Kofferraum, mit Passagieren und Gepäck geschmeidiger wird. Die maximale Zuladung des Tivoli Grand hat der Importeur noch nicht verraten, wohl aber die Anhängelast: Sie beträgt 1.000 Kilogramm.

1.500 Euro Aufpreis kostet die Verlängerung im Vergleich zum SsangYong Tivoli ohne Zusatzbezeichnung. Das Basismodell Crystal steht somit ab 17.990 Euro in der Preisliste. Wichtige Optionen packt SsangYong leider erst in die höheren Ausstattungslinien. Wer Licht- und Regensensor sowie eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer haben möchte, der muss mindestens zum Modell Quartz (23.490 Euro) greifen. LED-Scheinwerfer, Spurwechselassistent und Totwinkelüberwachung mit Querverkehrswarner sind gar erst im Topmodell Sapphire für 27.990 Euro zu haben.

Fazit

Für staunende und/ oder tuschelnde Nachbarn sollen ruhig andere Autos sorgen. Der SsangYong Tivoli empfiehlt sich als unaufgeregter Alltagsbegleiter, der die Praktikabilität voranstellt. Vor allem der gewachsene Kofferraum prädestiniert ihn zum Familienauto. Kritik verdient die Ausstattungspolitik, die wichtige Extras an die teureren Ausstattungslinien koppelt.