3/2020, SsangYong Korando T-GDI Bernd Conrad
3/2020, SsangYong Korando T-GDI
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3/2020, SsangYong Korando T-GDI 14 Bilder

SsangYong Korando 1.5 T-GDI 2020

Erste Fahrt im kompakten SUV mit Benziner

Im Sommer 2019 trat die neue Generation des SsangYong Korando als Benziner an, der Benziner startete mit einigen Monaten Verzögerung. Erste Fahrt im 1.5 T-GDI mit 163 PS.

Die Tage teils skurriler Designeskapaden als Hülle von Motoren und Getrieben, die in Lizenz von Mercedes-Benz hergestellt wurden, sind beim koreanischen Autohersteller SsangYong lange vorbei. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört die Marke mittlerweile zum indischen Mahindra & Mahindra–Konzern.

Spätestens mit dem kleinen Tivoli kann SsangYong auch bei Kunden punkten, die einen SUV für den Alltag suchen und Geländekompetenz nicht als wichtiger erachten als Fahrkomfort auf der Fahrt ins Büro oder zum Einkaufen. Eine Klasse darüber kam im Herbst 2019 der aktuelle SsangYong Korando auf den Markt, um sich als Alternative zu VW Tiguan, Hyundai Tucson oder Kia Sportage zu empfehlen.

Etwas zeitversetzt zum 1,6 Liter großen Diesel kam der Benziner mit der Bezeichnung 1.5 T-GDI ins Programm. Der Vierzylinder mit Turboaufladung stellt 163 zur Verfügung, mit der optionalen Sechsgang-Wandlerautomatik außerdem ein maximales Drehmoment von 260 Nm bei 1.500 bis 4.000 Umdrehungen pro Minute.

19-Zoll-Felgen schmälern den Komfort

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Die Lackierung des Testwagens heißt "Orange Pop", es gibt aber auch diskretere Farben zur Wahl.

Der etwas kernig klingende Benziner ist antrittsstark und lässt den SsangYong Korando spurtfreudig wirken. Das Anfahrverhalten dürfte bei Menschen mit weniger sensiblem Gasfuß manchmal etwas forsch wirken. Sobald das Auto in Bewegung ist, sind sich die von Aisin zugelieferte Schaltbox und der Antrieb aber meist einig.

Das gilt weniger für die Partnerschaft von Karosserie und Fahrwerk, was aber vornehmlich an den optionalen 19-Zoll-Rädern liegt, die an den Testwagen geschraubt wurden. Über Querfugen und Aufbrüche im Asphalt rumpelt der Korando teils herb dahin. Frühere Probefahrten mit den serienmäßigen 18-Zöllern zeigten, dass der kompakte SsangYong damit durchaus weiß, wie man Komfort buchstabiert. Der Tipp: Lieber die 700 Euro Aufpreis für die optionalen Räder sparen.

Große Schaltpaddel hinter dem Dreispeichenlenkrad laden zu manuellen Gangwechseln ein, was aber im Alltag ebenso unnötig ist wie der Sport-Fahrmodus. Trotz dem massentauglichen, modernen Design gibt sich der Korando lieber als Offroader denn als Sportler zu erkennen, wenn es denn sein muss. Der für beide Motorvarianten lieferbare Allradantrieb verteilt die Kraft variabel an beide Achsen, entsprechende Fahrprogramme und eine Bergabfahrhilfe bringen den Koreaner sicher durchs Gelände.

Gute Verarbeitung

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Auch im Fond bietet der Korando viel Platz.

Nicht nur hier, sondern auch auf unebenen Straßen überzeugt die steife Karosserie ebenso wie das gut verarbeitete Interieur. Nichts knistert oder knarzt. Dazu passen sorgfältig ausgesuchte Materialien und Gimmicks wie dreidimensional wirkende Ambientelichtleisten in den höheren Ausstattungslinien.

Das 10,25 Zoll große Display hinter dem Lenkrad, Serienausstattung in den höchsten Ausstattungslinie Onyx und Sapphire, gefällt mit hoher Auflösung und vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten. Von der zentralen Darstellung der aktuellen Geschwindigkeit über die Navigationskarte bis hin zu klassischen Rundinstrumenten kann man sich die Anzeige so einstellen, wie man es gerade mag. Direkte Konkurrenten können, wie es zum Beispiel die digitalen Instrumente bei Kia zeigen, hier weniger.

Das 9,2 Zoll große Infotainmentdisplay mit Touchscreenfunktion wird von Tastfeldern für direkte Menübefehle und einem klassischen Drehregler umrahmt. Das Navigationssystem stammt von TomTom, wie die Kartenansicht und die Menüführung zeigen. Auch Apple CarPlay und Android Auto können genutzt werden. Dafür muss das Smartphone in die einzige USB-Buchse eingesteckt werden und kann hier gleich laden. Eine induktive Ladeschale gibt es im Korando nämlich nicht.

Weniger Anhängelast als der Diesel

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Das Cockpit ist modern und ergonomisch gestaltet, die Materialien gefallen.

Die Vordersitze sind im Topmodell nicht nur beheiz- sondern auch belüftbar. Seitenhalt bieten sie eher weniger, was zur Idee passt, Schaltwippen und Sportmodus außer Acht zu lassen. Auch im Fond finden Beine und Kopf genug Bewegungsfreiheit. Der Kofferraum schluckt mit aufgestellter Lehne der Rücksitzbank 551 Liter, wenn auch das Fach unter dem doppelten Ladeboden genutzt wird. Der lässt sich auch clever als Raumteiler aufstellen, um kleinere Gegenstände vor dem Herumrutschen zu sichern.

9,6 Liter je 100 Kilometer verbrauchte der SsangYong Korando 1.5 T-GDI als Allradmodell mit Automatik im Durchschnitt auf den Testfahrten. Das ist etwas mehr als die 8,3 Liter Normverbrauch im Prospekt, angesichts der 1,7 Tonnen Leergewicht und des Allradantriebs aber vertretbar.

Zum Diesel mit 136 PS dürften aber nicht nur Vielfahrer bevorzugt greifen, sondern auch Menschen mit großen Anhängern. Zwei Tonnen nimmt der Selbstzünder an den Haken, der T-GDI belässt es bei 1.500 Kilogramm. Aber auch das reicht für einen Wohnwagen oder, dieser Tage auch ein häufiger Einsatzzweck für eine Anhängerkupplung, zur Montage eines Fahrradträgers.

Etwas günstiger als Hyundai und Kia

Das Basismodell mit angetriebenen Vorderrädern steht ab 22.990 Euro in der Preisliste. Der Testwagen in der Ausstattungslinie Sapphire, Vierradantrieb, Automatik, Metalliclackierung und weiteren Optionen ist dann schon 39.990 Euro teuer, dabei bleibt der T-GDI aber noch 3.000 Euro unter dem Diesel-Korando. Zum Vergleich: Die koreanischen Mitbewerber Hyundai Tucson und Kia Sportage sind mit 177 PS starken Benzinern und vergleichbarer Ausstattung 670 (Kia) bis 1.770 (Hyundai) Euro teurer.

Fazit

Der SsangYong Korando tritt selbstbewusst und modern auf, verkneift sich dabei Schrulligkeiten. Das unbekannte Wesen auf deutschen Straßen sorgt sogar für verdrehte Köpfe. Der Benziner ist eine gute Alternative zum Diesel und bringt den Korando ausreichend flott voran. Neben der geringen Markenbekanntheit dürfte auch das verhältnismäßig dünne Händlernetz dafür sorgen, dass der SsangYong Korando trotz seiner Vorzüge auch weiterhin ein seltener Gast auf deutschen Straßen bleibt.

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