VW Atlas Cross Sport (2020) Fahrbericht VW
VW Atlas Cross Sport (2020) Fahrbericht
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VW Atlas Cross Sport (2020) Fahrbericht
VW Atlas Cross Sport (2020) Fahrbericht 30 Bilder

VW Atlas Cross Sport (2020) Fahrbericht

Das dickste Ding von VW macht jetzt auf Coupé

VW macht den Atlas zum SUV-Coupé: Das Riesen-SUV für die USA gibt es nun in einer modischen Variante mit Schrägheck. Erste Ausfahrt.

Größer als ein Touareg, günstiger als ein Tiguan – das ist der VW Atlas. Und weil sich der Atlas sowie sein chinesisches Pendant VW Teramont recht erfolgreich verkaufen, gibt es jetzt Nachschlag: Den Atlas Cross Sport, das dicke Ding mit Happy End. Mit nach hinten abfallender Dachkante, etwas weniger Außenhöhe und dem Verzicht auf die Soccer Mom-Sitzreihe im Laderaum wird aus dem Riesen-SUV ein nur geringfügig kleineres SUV Coupé.

Wobei das mit dem „riesig“ natürlich nur in der Heimat von Golf und Polo so gesehen wird, in den USA rangieren Atlas und Atlas Cross Sport in der „Midsize“-Kategorie. Vom Siebensitzer-Atlas zum Fünfsitzer Cross Sport gingen in Höhe und Länge zwar einige Millimeter verloren, die Technik ist jedoch identisch. Das gilt auch für die Motoren, die Auswahl ist übersichtlich. Basis ist der auch bei uns bekannte Zweiliter-TSI-Benziner in der 235-PS-Ausformung. Darüber rangiert als Sauger vom alten Schlag ein VR6-Antrieb mit 3,6 Liter Hubraum und 276 PS.

Zwei Motoren zur Wahl

Der Verzicht auf Sitzreihe drei bringt für die Passagiere auf der regulären Rücksitzbank des VW Atlas Cross Sport echte Tanzsaal-Atmosphäre. Zwar lässt sich die Sitzbank im Gegensatz zum Atlas nicht verschieben, doch das ist auch völlig unnötig. Die Beinfreiheit in Reihe zwei fühlt sich nach S-Klasse, Langversion an. Und dennoch sieht der Laderaum noch so aus, als könne man einen E-Up darin parken. Umgeklappt ergeben sich zwei Meter fast ebene Ladefläche und über 2.200 Liter Ladevolumen.

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Weites Land: Riesen-Ladefläche im SUV-"Coupé"

Eigentlich wäre der Platz an der Sonne, vorne links, von ähnlicher Opulenz, wenn die Designer die Mittelkonsole nicht gar so breit gezimmert hätten. Doch insgesamt kann auch der ersten Reihe bescheinigt werden, dass die „Midsize“-Einstufung der Amerikaner im alten Europa eher Vollfettstufe bedeutet.

VW betont zwar unentwegt, die Verarbeitung des Atlas sei einfacher, das verbaute Material nicht ganz so premium, doch nach Holzklasse wirkt das Cockpit ganz bestimmt nicht. Solides Handwerk, saubere Verarbeitung und üppige Ausstattung, zumindest beim Testfahrzeug in der „fully loaded“ SEL Premium R-Line-Version. Klar wirkt das im Gesamteindruck nicht so fancy wie im neuen Touareg, sondern erinnert ein bisschen an den Amarok. Aber da gibt es erheblich schlechtere Assoziationen.

Ab 30.545 Dollar geht es los

Insgesamt acht verschiedene Ausstattungslinien gibt es vom VW Atlas Cross Sport, dafür aber keine auswählbaren Extras. Wer bestimmte Features wie den Parkassistenten, das Digital-Cockpit oder die gemeinsam mit Soundspezialist Fender entwickelte Lautsprecheranlage möchte, muss zu einer entsprechenden Ausführung greifen. Weil der VW Atlas Cross Sport sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb zu haben ist, kombinieren sich die verschiedenen wählbaren Varianten auf insgesamt 24, im Preisbereich von 30.545 US-Dollar für die Einstiegsversion bis zu 49.795 Dollar für die Vollausstattung mit Allrad und VR6.

Obwohl der VW Atlas Cross Sport mit 1,99 Meter Breite (selbstverständlich ohne Spiegel) und 4,95 Meter Länge ein ziemlich ausgewachsenes Auto ist, klingen die Gewichtsangaben (je nach Version zwischen 1,8 und 2,0 Tonnen leer) gar nicht so dramatisch, da gibt es bedeutend schwereres Material in dieser Klasse. Von überbordender Wendigkeit und Kurvenhetzerei bleibt der VW Atlas Cross Sport allerdings dann doch ein Stück entfernt.

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Ein Digital-Cockpit gibt es auch für amerikanische VW

Grund dafür ist in erster Linie die Abstimmung von Lenkung und Fahrwerk, die schon sehr auf der komfortablen Seite beheimatet ist. Die soft übersetze Lenkung arbeitet zwar präzise, aber sehr leichtgängig und damit gefühlsarm. Positiv: Trotz des komfortablen und schluckfreudigen Fahrwerks ist der VW Atlas Cross Sport jedoch kein wankelmütiger Geselle mit übertriebener Seitenneigung. Nur Sportfeeling kommt nicht so richtig auf.

Der Vierzylinder fühlt sich besser an

Das liegt auch am Top-Motor, dem frei ansaugenden VR6 mit seinen (nach US-Norm) 276 PS. Von denen scheinen sich einige auf dem Weg in die serienmäßige Achtgang-Wandlerautomatik zu vergaloppieren, denn ein richtiger Reisser ist dieser Motor nicht. Wer viel Druck möchte, muss ihn unangenehm hoch drehen, was nicht so richtig zum Charakter dieses Autos passen mag. Gleiches gilt für die mit beachtlicher Nervosität arbeitende Automatik, die gerne mal gefühlt eine Stufe zu viel nach unten schaltet, wenn man etwas flotter fahren möchte.

Der zum Vergleich gefahrene „Basis“-Motor mit zwei Zylindern und 1,6 Liter Hubraum weniger wirkt dagegen viel harmonischer und angenehmer, obwohl nominell um 41 PS schwächer. Der Grund für dieses Gefühl lässt sich beim Blick ins Datenblatt in Werte fassen: Für die maximale Leistung bei 4.500/min. muss der Zweiliter-Turbo 1.700 Touren niedriger drehen. Und das maximale Drehmoment von 350 Nm (gerade mal zehn weniger als beim VR6) steht auch bereits bei 1.600 statt bei 2.750 Umdrehungen an. Der dieselverwöhnte Deutsche findet sowas natürlich toll, Druck aus dem Keller. Dem statusbewussten Amerikaner sind hingegen die Zylinder wichtiger. Deshalb ist der objektiv deutlich bessere und effektivere Vierzylinder Basis und der VR6 Premium, 1.800 Dollar trennen die beiden Motoren bei identischer Ausstattung.

Was man in Deutschland toll fände, tangiert VW allerdings im Bezug auf den Atlas Cross Sport auch weiterhin nicht, der neue SUV-Coupé-Brocken bleibt offiziell in Nordamerika. Da bleibt letztlich nur der Gang zu einem spezialisierten freien Importeur (was die Angelegenheit nicht unbedingt günstig macht) oder der Eigenimport, wenn man sich jetzt aus dem Stand in den „Midsize“-Ami verliebt hat. Verständlich wäre das, denn insgesamt überzeugt der VW Atlas Cross Sport mit einem riesigen Innenraum und viel Komfort zum vergleichsweise günstigen Preis.

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Auf keinen Fall. Das VW-Angebot ist jetzt schon viel zu unübersichtlich.

Fazit

Den VW Atlas Cross Sport könnte man sich durchaus auch in Deutschland vorstellen: Etwas weniger Bling-Bling, etwas Reduzierung bei der Luxus-Tapezierung, dafür Platz satt und eine moderne Formgestaltung zu Preisen aus der Mittelklasse bei einem optischen Auftritt, der sich hinter dem Audi Q8 oder dem Mercedes GLE Coupé sicher nicht verstecken muss. Aber darauf werden wir auch weiterhin vergeblich warten. Wer selbst zur Tat beziehungsweise zum Eigenimport schreiten möchte: Der Vierzylinder-Turbo passt nicht nur besser in die Zeit, sondern auch zum Charakter des Atlas Cross Sport als der nicht mehr ganz taufrische 3,6-Liter-VR6.

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