Impressionen - 24h-Rennen Nürburgring 2015 - Nordschleife - Sonntag - 17.5.2015 Stefan Baldauf / Robert Kah
Impressionen - 24h-Rennen Nürburgring 2015 - Nordschleife - Samstag - 16.5.2015
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24h-Rennen Nürburgring 2015 Die Live-Chronologie

auto motor und sport ist für Sie beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. In unserer stündlich aktualisierten Chronologie verpassen Sie nichts.

15 bis 16 Uhr:

Audi hat das 24h-Rennen auf dem Nürburgring 2015 gewonnen. Das belgische Team WRT (Startnummer 28) sichert sich nach 156 Runden den Sieg. Als Zweiter kommt der Marc VDS mit der 26 über den Strich, Dritter wird der Falken-Porsche mit der 44.

14 bis 15 Uhr:

Das 24h-Rennen am Nürburgring geht in die letzten 60 Minuten. Aus der Spitzengruppe haben alle Teams ihre letzten Boxenstopps hinter sich gebracht. Jetzt kommt nur noch derjenige herein, der ein Problem hat. Die Audi-Mechaniker vom Team WRT liegen sich nach getaner Arbeit in den Armen. Ihr Auto mit der Startnummer 28 bleibt in Führung. Am Steuer für den Schluss-Stint: Christopher Mies.

Mit allen Mittel wird Maxime Martin von Marc VDS versuchen, den Spitzenreiter einzuholen. Der Falken-Porsche mit der Startnummer 44 dürfte dagegen nur noch den letzten Podestplatz im Auge haben. Zu groß ist der Abstand nach anz vorne. Auf dem vierten Platz rangiert der zweite Marc VDS mit Jörg Müller auf dem Fahrerstuhl. Fünfter ist der Black Falcon SLS (#5).

12 bis 14 Uhr:

Bei noch zwei zu fahrenden Stunden liefern sich BMW und Audi weiterhin einen erbitterten Kampf. Beide Autos scheinen momentan ohne Probleme unterwegs zu sein und drehen in der finalen Phase noch einmal richtig auf.

Der Abstand zwischen dem führenden WRT-Audi von Laurens Vanthoor, Christopher Mies, Nico Müller und Edward Sandström und dem BMW beträgt 48 Sekunden – wohlgemerkt nach 22 Stunden! Derzeit sitzt Vanthoor im Audi, Maxime Martin im BMW. Beide Autos haben 18 Stopps notiert. Beim 18. Stopp durchbrach Vanthoor den Rhythmus und kam bereits nach vier Runden wieder zum Service.

Müller, der sich kurz zuvor einen Dreher erlaubte, sagte: "Mein Stint war ganz gut. Einmal habe ich beim Überrunden einen Fehler gemacht und habe mich gedreht. Schade um die 10 Sekunden - aber glücklicherweise ist nichts weiter geschehen."

Wie hart die Führungsposition umkämpft ist, zeigt die Statistik. Um 13:40 Uhr sorgte Audi mit dem 33. Führungswechsel für einen neuen Rekord in der Geschichte des Langstreckenklassikers. Auch dahinter wird noch um Positionen gekämpft. In den Top-Ten sind Audi, BMW, Porsche, Mercedes und Bentley als einziger Hersteller aus dem Ausland vertreten. Eine starke Leistung zeigt auch der privat eingesetzte Walkenhorst-BMW auf dem siebten Rang.

10 bis 12 Uhr:

Auf den vorderen Plätzen wird nicht mehr gekuscht. Die Fahrer räubern mit ihren Autos auf Anschlag über die Nürburgring-Nordschleife. Das zeigen auch die Rundenzeiten. Nicky Catsburg schraubte im Marc VDS (#26) die bis dato beste Rennrunde auf 8:18,690 Min herunter. Vier Stunden vor dem Ende belegt er mit seinen Kollegen Augusto Farfus, Jörg Müller und Dirk Adorf die vierte Gesamtposition.

Wer am Limit operiert, kann auch mal einen Fehler einstreuen. Nico Müller erlebte im führenden Audi R8 LMS vom WRT Team eine Schrecksekunde auf der Strecke. Am Ende der GP-Piste drehte er sich Ausgangs der Schikane ins Gras, konnte aber nach einer Pirouette weiterfahren. Im fehlerhaften Umlauf büßte Müller rund 10 Sekunden ein.

Beim  16. Boxenstopp für das Team gab es dann den zweiten Schreckmoment. Als der Mechaniker den Tankstutzen löste, fing der Audi R8 Feuer. Es war bereits das zweite Mal in diesem 24h-Rennen. Der erste Feuer-Vorfall ereignete sich beim ersten Stopp.

Nico Müller blieb für einen weiteren Turn im Auto sitzen. Vor dem DTM-Piloten griff Laurens Vanthoor ins Steuer des R8. Dem Belgier waren die Strapazen nach einem Doppelstint ins blasse Gesicht geschrieben. "Ich bin die letzten zweieinhalb Stunden auf der letzten Rille gefahren. Ehrlich gesagt, bin ich ziemlich am Arsch." Probleme mit den Reifen gibt es für Audi nicht. Vanthoor: "Sie bauen zum Schluss leicht ab, aber nicht wirklich schlimm."  Aktuell ruht Vanthoor im Teamzelt. Schließlich muss er noch ein weiteres Mal ins Auto hüpfen. Vermutlich im Schluss-Turn.

Durch den Audi-Stopp rutschte der Marc VDS BMW mit der Startnummer 25 auf den Spitzenplatz. Aktueller Vorsprung nach 128 Umläufen: 115 Sekunden. Wir erwarten den Marc VDS, den Richard Westbrook pilotiert, in Kürze zum 17. Boxenstopp. Lucas Luhr, der vor Westbrook fuhr, sagte nach seinem Stint: "Das Auto läuft gut. Nur zum Schluss wurde das Bremspedal ein bisschen lang. Deshalb haben wir nun vorne die Scheiben gewechselt. Wir sind gegenüber der Konkurrenz vor allem in Beschleunigungsphasen im Nachteil. Dort verlieren wir Zeit."

Auf dem dritten Rang liegt nach wie vor der Falken-Porsche mit der #44. Bei einem letzten Besuch in der Boxengasse wurde die Front-Haube und Heckschürze nochmals festgeklebt.

8 bis 10 Uhr:

An der Spitze tobt weiter das Duell Audi gegen BMW. Der WRT-Audi (#28) liegt derzeit mit rund einer Minute in Führung vor dem Marc VDS Z4 (#25). Während Audi im 9-Runden-Rhythmus unterwegs ist, fährt man bei BMW acht Umläufe am Stück. Welche Strategie am Ende die bessere ist, wird sich zeigen. Die Mindeststandzeiten an der Box gleichen den Rundenunterschied aus, doch die Frage ist, welches Auto eine bessere Pace mit der jeweiligen Taktik fährt. Laurens Vanthoor brannte mit 8:19,728 Minuten um kurz vor zehn Uhr die schnellste Rennrunde in den Asphalt.

"Beide Marc VDS-Autos sind aussichtsreich unterwegs", sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. "Im Moment können wir zufrieden sein, aber wir haben ja fast noch ein Drittel vor uns." Etwas abgeschlagen auf Rang drei liegt der Falken-Porsche mit knapp drei Minuten Rückstand.

Inzwischen sind nur noch 18 der 31 gestarteten GT3-Renner dabei. Zu den Opfern zählten auch die beiden Aston Martin. Die Startnummer 7 hat sich inzwischen wieder auf Rang 20 vorgekämpft, nachdem man einen Unfall mit einem der Phoenix-Audi (#4) hatte.

Bei Rowe hat man nur noch die Nummer 23 auf Rang sechs im Rennen. Christian Hohenadel sagt: "Wir haben das Glück absolut nicht gepachtet. Im Moment haben wir keinen dritten Gang, den braucht man hier aber recht häufig. Zudem ist das Lenkrad verstellt. Heute Morgen hatten wir auch wieder einen Einschlag, deshalb ist die Spur nicht mehr in Ordnung. Nach vorne geht nichts mehr, nach hinten wollen wir uns aber verteidigen. Wir hoffen, dass das Auto hält."

Das bestplatzierte Auto außerhalb der GT3-Klasse ist der Porsche 911 GT3 Cup (#61) von Black Falcon aus der SP7-Klasse auf der 14. Position. Der beste Serienwagen liegt auf Rang 28, ein Porsche aus der Klasse V6 (#162).

2 bis 8 Uhr:

Die bisher gefahrenen 16 Stunden und die Nacht haben auf der Nordschleife ihre Spuren hinterlassen. In der Dunkelheit kam es zu zahlreichen Unfällen. Betroffen davon waren sowohl die Spitzen-Teams als auch die Mannschaften aus den kleineren Klassen. Die Streckenposten hatten eine Menge zu tun: Sie mussten nicht nur die harvarierten Autos bergen, sondern auch die Leitplanken an manchen Stellen wieder zusammenflicken.

An der Spitze tobt nach dem Ausfall des Vorjahressiegers vom Team Phoenix (siehe Bericht 1 bis 2 Uhr) ein Zweikampf zwischen einem Audi R8 LMS vom belgischen WRT Team und einem BMW Z4 GT3 von Marc VDS. Konkret handelt es sich um die Startnummern 28 und 25. Der Abstand zwischen Audi und BMW beträgt 0,8 Sekunden. Ein Wahnsinn nach der zurückgelegten Distanz!

Während das Quartett Mies/Sandström/Mueller/Vanthoor taktisch bislang alles richtig gemacht hat, hatte sich die BMW-Mannschaft um die Piloten Luhr/Martin/Palttala/Westbrock in der Anfangsphase mit der Reifenwahl verzockt. Doch mit starken Rundenzeiten kämpften sie sich am Abend und in der Nacht in eine Top-Ausgangsposition zurück. Der 20. Gesamtsieg beim 24h-Rennen Nürburgring ist für BMW zum Greifen nah.

Auf dem dritten Rang reiht sich der Falken-Porsche (#44) ein, der unauffällig, aber effektiv seine Bahnen spult. Dumbreck/Henzler/Ragginger/Imperatori haben bislang 100 Umläufe abgespult und liegen 2:27 hinter der Spitze. Nicht mehr in derselben Runde ist der Black-Falcon-SLS mit der Startnummer 5 (Platz 4). Der zweite BMW von Marc VDS rangiert auf der fünften Position. Übrigens: In den Top 10 tummeln sich mit Audi, BMW, Mercedes, Bentley und Nissan fünf verschiedene Marken.

Der zweite Phoenix-Audi mit der Startnummer 4 ist nicht mehr im Rennen. Nach einem Kabelbrand in der Nacht, der eine Reparaturphase nach sich zog, wurde der R8 noch in einen Unfall verwickelt. Marc Basseng: "Nachdem wir den Kabelbruch behoben hatten, lief das Auto super - gleich die erste Runde war eine 8:30 Min. Doch im Klostertal war wohl Öl oder Kühlwasser auf der Strecke, sodass unser Auto ausgerutscht ist, zunächst ohne Einschlag. Doch der Aston Martin Nr. 7 ist aus dem gleichen Grund abgeflogen und hat uns so unglücklich getroffen, dass das Rennen an Ort und Stelle für uns vorbei war."

Aston Martin-Pilot Stefan Mücke berichtete: "Ich bin auf der Flüssigkeit ausgerutscht und in den Reifenstapeln eingeschlagen." Nach einer Stunde in der Garage ging es für das Team weiter. Probleme hatte auch der spektakuläre Glickenhaus SCG 003C, der in den Morgenstunden mit brennendem Heck in der Box ankam. Pilot Manuel Lauck sprach von einem Ausfall der Servolenkung und aller elektronischer Systeme. Mögliche Ursache: eine defekte Lichtmaschine.

Die Rennleitung kennt indes keine Gnade und zieht Temposünder aus dem Rennen. Die Regeln gelten nun mal für alle, und alle sollten sich daran halten. Wegen Missachtung des Tempolimits von 60 km/h (Code 60, Doppel-Gelb) wurde Hiroaki Ishiura mit sofortiger Wirkung die Nordschleifen-Lizenz entzogen. Der Lexus mit der Startnummer 53 darf von den Teamkollegen aber weiter bewegt werden.

Ebenfalls gegen den Code 60 hatte Frank Cheng im Audi R8 mit der Startnummer 15 verstoßen. Folge: Die DMSB-Permit Nordschleife wurde dem Chinesen entzogen. Die anderen Fahrer des Teams sind von der Strafe nicht betroffen.

1 bis 2 Uhr:

Es scheint ein Fluch auf dem jeweils Führenden zu liegen. Nun hat es auch den Vorjahressieger von Phoenix Racing mit der Startnummer 1 erwischt. Chris Mamerow hatte einen Unfall im Bereich Pflanzgarten. Damit sind die Chancen auf einen Wiederhoungs-Sieg dahin. Der Audi von WRT mit der Startnummer 28 führt vor dem Marc VDS BMW Z4 mit der Nummer 25 und dem Falken-Porsche.

Wir melden uns um 8 Uhr mit den neuesten Infos vom 24h-Rennen Nürburgring zurück und wünschen bis dahin eine gute Nacht!

24 bis 1 Uhr:

Nach Mitternacht haben einige Spitzen-Teams mit Unfällen und Technikproblemen zu kämpfen. Audi hatte eine Dreifachführung inne, doch dann musste die Startnummer 4 von Phoenix Racing zum unplanmäßigen Stopp. Teamchef Ernst Moser berichtete von auffälligen Werten. Man ist sich jedoch nicht sicher ob die Ursache von der Auspuffanlage, dem Krümmer oder dem Motor kommt. Das Auto steht bereits seit über einer halben Stunde in der Box. Einige Stunden zuvor wurde bereits ein Hitzeblech angebracht, vermutlich hatte man zu diesem Zeitpunkt schon Probleme.

In die Garage kam auch der Bentley mit der Startnummer 84 mal wieder. Diesmal blieb er jedoch dort. Das Auto drehte sich auf der Strecke. Zunächst ging man von einem kleinen Schaden aus. Genaueres Hinsehen brachte die Erkenntnis, dass der Continental GT3 nicht zu reparieren ist. Der zweite Werksrenner (#85) fährt zwar wieder, hatte aber auch eine extrem lange Reparaturpause einlegen müssen. Damit verbleibt der nicht werksunterstützte HTP-Bentley von Marco Seefried, Clemens Schmid, Harold Primat und Christopher Brück auf Pirelli-Bereifung der bestplatzierte Bentley auf Rang neun.

In Führung liegen nun der Phoenix-Audi mit der Nummer 1 vor dem WRT-R8 und dem Falken-Porsche, der unauffällig Rang drei eroberte. Auf den vierten Rang arbeitete sich mit konstant schnellen Rundenzeiten der Rowe-Mercedes (#23) vor. Der Flügeltürer hatte zuvor bereits einen Aufffahrunfall zu beklagen.

22 bis 24 Uhr:

In der Boxengasse spielten sich heikle Szenen ab. Der Marc VDS mit der Startnummer 26 – gestartet von der Pole-Position – fing beim Tankstopp Feuer. Die Mechaniker spritzten den BMW Z4 GT3 mit einer ordentlichen Dosis an Löschmittel ein. Laut Marc VDS wurde ein Crew-Mitglied bei dem Brand verletzt (oberflächliche Verbrennungen) und ins Medical Center gebracht. Der Rennwagen war nach dem Zwischenfall entsprechend gebrandmarkt, konnte aber weiterfahren. Allerdings kostete das Feuer wertvolle Zeit. Aktuell belegt der Marc-VDS-BMW den sechsten Gesamtrang.

In den letzten zwei Stunden hat der Regen auf der Nordschleife wieder zugenommen. Die Folge: ein paar Abflüge, obwohl die meisten Fahrer auf Regengummis unterwegs sind. Gleich mehrere Fahrzeuge verunglückten im Bereich Fuchsröhre, nachdem sich der Lexus mit der Startnummer 54 aufgrund eines Reifenschadens drehte. Daraufhin verunfallten auch ein BMW E92 M3 (Nr. 46), ein Manthey-Porsche (Nr. 90) und ein BMW M235i (Nr. 304). Laut offiziellen Quellen wurde David Ackermann, Fahrer der Nr. 304, mit leichten Verbrennungen zunächst zum Check ins Medical Center gebracht.

Unbeeindruckt spult der Vorjahressieger seine Runden an der Spitze ab. Das Quartett Mamerow/Haase/Rast/Winkelhock hat alles im Griff. Und auch das nötige Glück. "Wir sind bislang unbeschadet durchgekommen. Auch von der technischen Seite her gab es keine Probleme“, sagte Christian Mamerow. "Bei der Unfallstelle sind wir gerade so durchgekommen, bevor der Code 60 aktiv wurde. Der hat unsere Konkurrenten dann getroffen. Dadurch haben wir in etwa 30 Sekunden gewonnen."

Hinter dem Phoenix-Audi liegt ein weiterer R8 von WRT – pilotiert von Mies/Sandström/Mueller/Vanthoor. Rückstand: 2:35 Minuten. Die Audi-Dreifach-Führung komplettiert der zweite Phoenix-Renner. Im Gegensatz zu Audi erlebte BMW weitere herbe Dämpfer. Nach dem BMW mit der Nummer 20 hat sich nun auch der zweite Schubert aus dem Rennen um den Gesamtsieg verabschiedet. "Ich habe mich an der Döttinger Höhe auf der nassen Fahrbahn gedreht und bin dann in die Leitplanken eingeschlagen. Wir gehen an die Reparatur, aber das Rennen ist wohl gelaufen. Das wird uns mindestens 20 bis 30 Minuten kosten", erklärte Unfallpilot Dirk Werner.

Auch der Frikadelli-Porsche (#30) ist aus dem Rennen. Patrick Pilet versenkte seinen GT3-R in der Leitplanke. Vorausgegangen war eine Kollision mit einem SLS (Nr. 31). Pilet ist laut der Rennleitung zum Check im Medical Center.  Zurück in der 24h-Hatz ist der grüne Bentley Continental GT3. Jedoch ebenfalls ohne Chance nach der langen Reparatur der Frontpartie. Der beste Bentley rangiert derzeit auf dem 11. Rang.

20 bis 22 Uhr:

Mittlerweile ist es dunkel geworden um die Nordschleife. Bei der Fahrt in die Nacht gab es einige Zwischenfälle auf der Strecke. Es regnete an verschiedenen Stellen immer wieder. Einige Fahrzeuge mussten nach Unfällen geborgen werden, was zu teils haarigen Situationen und Ausweichmanövern führte.

Auch an der Spitze hat sich einiges getan. Momentan führt der Vorjahressieger mit  der Startnummer 1 im Audi R8 von Phoenix mit 2.27 Minuten vor dem Frikadelli-Porsche und einem der WRT Audis (#28). Bei Frikadelli musste man aufgrund eines schleichenden Plattfußes einen außerplanmäßigen Stopp einlegen.

Bei Mercedes wurde der Abend zum Fiasko. Zunächst schied der SLS mit der Nummer 2 aus dem Kampf um die Spitzenplätze aus. Das Auto von Black Falcon kam im Bereich Klostertal zum Stehen, weil sich das linke Hinterrad löste. Fahrer Adam Christodoulou sorgte für kuriose Bilder. Er versuchte das Rad selbst wieder anzubringen. "Man muss das Auto anheben und dazu braucht es eine Luftlanze", sagte Teamkollege Bernd Schneider. "Oder du musst auf dem Kerb parken, aber da kommst du auch nicht weg. Deshalb blieb nur die Möglichkeit das Auto abzuschleppen."

Fast noch skurriler als der Selbsthilfeversuch von Christodoulou: die Hilfe eines netten Kuriers. Ein Cayman-Pilot von Mathol Racing lieferte nicht nur ein neues Rad, sondern half auch noch bei der Montage in einem Notausgang neben der Strecke.

Kurz darauf verabschiedete sich auch der Haribo-SLS. Das Auto, das das gesamte Wochenende über von Getriebeproblemen heimgesucht wurde, kam mit Beschädigungen vorne und hinten an die Box. Die Erklärung lieferte Fahrer Norbert Siedler, der kurz zuvor von Marco Holzer übernommen hatte: "Beim Rausbeschleunigen aus der Hohen Acht habe ich mich auf nasser Strecke nach innen eingedreht und bin eingeschlagen."

Bei Schubert hat man die Startnummer 20, die zu Beginn noch das Rennen dominierte aber einen Unfall hatte, nun ganz aus dem Rennen genommen. Nach mehreren Reparaturversuchen kam man zur Einsicht, dass der Z4 unfahrbar ist.

18 bis 20 Uhr

Der Regen hat aufgehört, aber das Monster Grüne Hölle fordert weitere Opfer unter den GT3-Boliden. Bei Bentley hat es die beiden Werks-Autos erwischt. Zuerst die Startnummer 85 mit Guy Smith, Steven Kane, Andy Meyrick und Lance David Arnold. Der Continental GT3 rollte auf der Nordschleife aus. Mit stark beschädigter Frontpartie.

"Wir wissen nicht, was passiert ist. Wir haben den Kontakt mit Guy Smith im Auto verloren. Es sieht danach aus, dass ihm von hinten jemand aufgefahren ist", sagte Kane. Das Unheil geschah im Bereich Quiddelbacher Höhe. Der grüne Renner musste abgeschleppt und zurückgebracht werden. Zwar prüft Bentley derzeit noch im Teamzelt, ob man weiterfahren kann, de facto ist der 24h-Marathon für das Fahrzeug aber gelaufen.

Das Schwester-Auto plagte sich mit anderen Gebrechen. Zuerst legte man einen Quersteher im Bereich Hatzenbach hin, weil das Auto auf der eigenen Betriebsmittelspur ausrutschte. Später öffnete sich während der Fahrt die rechte Fahrertür in Linkskurven, da das Schloss zu Bruch ging. Das Problem konnte für den Moment nicht behoben werden. Selbst nicht bei einem weiteren Boxenstopp.

Wie der Bentley mit der Nummer 85 auf dem Kühlergrill kam auch der Nissan GT-R Nismo GT3 von Schulze Motorsport (#21) auf der Nordschleife zum Stehen. Der Nissan wurde daraufhin von einem Abschleppwagen in die Garage gezerrt.  

Einen unplanmäßigen und 20-minütigen Reparaturstopp musste das belgische Audi Team WRT durchführen. Am Rennwagen mit der Startnummer 29 (Nicki Thiim/Christer Joens/Pierre Kaffer/Laurens Vanthoor) wechselten die Mechaniker die komplette Frontpartie aus. Grund: Kaffer fuhr bei einem Bremsmanöver des Pulks vor ihm auf den Vordermann auf.

An der Spitze liegt nach vier Rennstunden der BMW Z4 GT3 von Marc VDS. Der Polesetter hat bislang 27 Umläufe zurückgelegt und drei Boxenstopps hinter sich. Mit einem Abstand von rund 45 Sekunden folgt der Audi R8 LMS von Vorjahressieger Phoenix. Mit einem schnellen Stint hat Markus Winkelhock das Auto mit der Nummer 1 auf der Flanke in eine gute Ausgangsposition gebracht. Unter anderem ließ sich der Winkelhock in 8:23,387 Min. die schnellste Rundenzeit notieren. Nach dem dritten Stopp übergab er an René Rast.

Dicht hinter dem Audi R8 belegt der Frikadelli-Porsche mit der Startnummer 30 die dritte Position. Zur Erinnerung: das Team startete vom 14. Platz aus in die 24h-Hatz. Zurückgefallen ist mittlerweile der grüne SLS von Black Falcon (#5). Pilot Al Faisal, der von Hubert Haupt übernahm, fährt im Mittel 10 bis 15 Sekunden langsamer als die Spitze. Der schwarze Glickenhaus-Renner hält sich auf Platz 17 als bestes Auto außerhalb der GT3-Klasse.

Der Schubert-BMW mit der Nummer 20 hat nach eineinhalb Stunden Reparatur-Pause das Rennen wieder aufgenommen. Beim Unfall von Claudia Hürtgen wurde der Kühler, die Motorhaube und die Frontstoßstange in Mitleidenschaft gezogen.

16:30 bis 18 Uhr

Nach rund eineinhalb Stunden sorgte einsetzender Regen für chaotische Bedingungen auf der Strecke. Ausgerechnet der in der Startphase führende Schubert-BMW mit der Startnummer 20 war eines der Opfer. Er steuerte mit stark beschädigter Front vorne rechts die Boxengasse an. Unter anderem erlaubte sich auch der Falken-Porsche einen Ausritt in den Kies im Bereich Aremberg.

"Ich bin in Pflanzgarten 2 über Kuppe gesprungen. Da war es sehr feucht. Ich habe die Hinterachse verloren. Ich war nicht vorgewarnt, es gab keine Flaggen. Ich war das erste Auto in der Gruppe, die darüber fuhr. Ich habe versucht zu bremsen, aber da war es schon zu spät. Ich denke die Reparatur dauert ungefähr eine Stunde", sagte Unfall-Pilot Claudia Hürtgen.

Die Teams in der Spitzengruppe absolvierten schon vor der Regenphase ihre ersten Boxenstopps. Die spektakulärste Vorstellung lieferte das belgische WRT-Team ab. Beim Nachtanken fing der Audi R8 mit der Startnummer 28 Feuer. Christopher Mies sprang aus dem Auto heraus. Die Mechaniker löschten die Flammen, das Auto schien keinen Schaden genommen zu haben. Kurz darauf verließ der R8 die Box wieder.

"Es war ein heißer Stint", scherzte Mies. "Die Professionalität ist deutlich gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Es hat Spaß gemacht. Ich bin aber ziemlich müde und geschlaucht. Es ist anstrengend durch den Verkehr zu fahren."

Auch bei Zakspeed gab es Probleme. Der Mercedes SLS parkte zwischenzeitlich in der Leitplanke und stand entgegengesetzt zur Fahrtrichtung. Die Mannschaft entschloss sich aufgrund des großen Schadens das Rennen frühzeitig zu beenden. Zu Bruch kamen die rechte Vorderradaufhängung, die Lenkung und die Karosserie. Ebenfalls eine Kollision gab es zwischen dem Mercedes-SLS von Black Falcon (#9) und dem einzig verbliebenen SCG 003c von Glickenhaus.

Nach zwei Stunden führt das Schwesterauto von Black Falcon mit der Startnummer 5 vor dem Marc VDS Z4 (#26) und dem Schwesterauto des verunglückten Schubert-BMW (#19). Auch Audi konnte sich mit dem Phoenix-Auto (#4) auf Platz vier vorarbeiten und liegt vor dem Werks-Bentley von Jeroen Bleekemolen, Lance-David Arnold und Christian Menzel.

16 bis 16:30 Uhr - Startphase

Die 43. Auflage des 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist in vollem Gange. Bislang verhalten sich die Fahrer äußerst zivilisiert und zurückhaltend. Feindberührungen oder heftige Unfälle wie zu Rennbeginn im letzten Jahr: Fehlanzeige. Aktuell liegen drei BMW Z4 GT3 an der Spitze. Und die geben es sich in den ersten drei Runden so richtig. Das Top-Trio trennt nach einer halben Stunde noch nicht einmal eine Sekunde.

Martin Tomczyk schnappte sich beim Start seinen Markenkollegen Jörg Müller, der die Pole für den Marc VDS mit der Startnummer 26 nicht in eine Führung ummünzen konnte. Bei seinem Überholmanöver hatte der DTM-Pilot im Schubert-BMW mit der Startnummer 20 nur wenig Mühe. Müller überquerte die Ziellinie nach dem ersten Umlauf als Zweiter. In der folgenden Runde musste er allerdings seinen Markenkollegen Dirk Werner (#19, Schubert BMW) passieren lassen, holte sich später die Position aber wieder zurück.

"Das ist für uns ein Auftakt nach Maß. Wir sind gut durch das Startgetümmel gekommen und ich hoffe, dass die nächsten Runden auch so problemlos verlaufen. Allerdings sind unsere Fahrzeuge jetzt schon im Verkehr unterwegs", sagte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt.

Hinter den BMW’s balgen sich der Mercedes SLS AMG GT3 (#2) mit Andreas Simonsen und Lance-David Arnold im Bentley Continental GT3 um den vierten Platz. Dahinter liegen die beiden besten Audi. Beide kommen vom Audi Sport Team WRT. Die Top 10 komplettieren nach den ersten drei Runden die beiden Phoenix-Audi mit den Startnummern 4 und 1 und der Rowe-SLS (#23). Beim Schwester-Flügeltürer mit Maro Engel am Steuer gab es Aufhängungsprobleme. Die rechte vordere Karosserie schliff am Boden. Nach einem Reparatur-Stopp von drei Minuten konnte das Auto das Rennen wieder aufnehmen.

In unserem großen Katalog haben wir für Sie dazu alle Teilnehmer am 24h-Rennen Nürburgring 2015 aufbereitet.

Übersicht: 24h-Rennen Nürburgring 2015 (Analyse)
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