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Hyundai Kona Elektro (2018)

Kompakter E-SUV mit 482 Kilometer Reichweite

Nach dem stark gefragten Ioniq schickt Hyundai ein zweites Elektroauto auf den Markt – und dann gleich ein SUV: Der Kona Elektro kostet ab 34.600 Euro. Mit größerem Akku kommt er so weit wie Opel Ampera-e und Tesla Model 3.

15.06.2018 Natalie Diedrichs

Aktuell spricht alles von Teslas Model 3, letztes Jahr war viel die Rede vom Opel Ampera-e als Gamechanger in der Elektromobilität. Beide sind als Elektroautos mit anständiger Reichweite zu einem erschwinglichen Preis gestartet. Und beide sind entweder gar nicht oder zumindest hierzulande kaum zu bekommen. Das Model 3 entpuppt sich für Tesla als Alptraum aus der Produktionshölle der massenhaften Fertigung, der Ampera-e ist nach dem Verkauf von Opel durch GM ein Scheidungskind.

Hyundai schickt jetzt ein Auto ins Rennen, das ohne große Ankündigungen bieten dürfte, was Opel und Tesla versprochen haben: ein E-Auto mit mehr als 400 Kilometer Reichweite zu vertretbarem Preis. Und das im Sommer 2018. Und noch was: Der Kona entstammt dem schnell wachsenden Segment der kompakten SUV. Gut, die E-Variante hat nur Frontantrieb, aber das ist in diesem Segment eher üblich als nachteilig. Doch der Reihe nach.

Hyundai Kona Elektro Ladebuchse Foto: Dennis Gedaschke
Rechts neben dem Hyundai-Zeichen befindet sich der Ladeanschluss für das Kabel.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Elektro-Kona nur in Nuancen von seinem Verbrenner-Zwilling: Auffällig sind die geschlossene Kühlerfront und der fehlende Tankdeckel an der Seite. Denn während sich die Ladebuchse des Ioniq noch an der Stelle befindet, wo normalerweise der Tankstutzen angesetzt wird, ist diese Vorrichtung beim Kona an die Fahrzeugfront gewandert. Der Kona ist jedoch kein reinrassiger „Nasenlader“, denn die Buchse befindet sich rechts neben Hyundai-Zeichen.

Auch die vorderen und hinteren Stoßfänger sind bei der lokal-emissionsfreien Version des Mini-SUV anders als beim normalen Kona. Das macht die die E-Variante zehn Millimeter länger (4,18 Meter). Außerdem ist sie 15 Millimeter höher. Breite (1,80 Meter) und Radstand (2,60 Meter) bleiben unverändert. Spezielle 17-Zoll-Felgen, die designtechnisch an den Ioniq und an den Nexo erinnern sind dem elektrischen Kona ebenso vorbehalten wie die Option auf ein weißes Fahrzeugdach.

Auch im Innenraum fallen ein paar Unterschiede im Vergleich zu den Benzin- und Dieselpendants auf: Hier gibt es keine roten oder gelben Gurte mit passenden Ziernähten, denn das elektrische Modell soll nach Angaben von Hyundai „cleaner“ wirken als der Verbrenner. Stattdessen stehen zwei Farbvarianten des Interieurs zur Auswahl: schwarz oder grau, optional auch mit Ledersitzen.

Sitzprobe im Kona Elektro

Hyundai Kona Elektro Interieur Cockpit Foto: Dennis Gedaschke
Der Innenraum sieht aus wie eine Mischung aus Verbrenner-Kona und Ioniq.

Die Stoffsitze sind im Vergleich zur Ledervariante sehr weich. Die Frage ist, wie bequem sie auf der Langstrecke sind. Ein echter Eyecatcher ist die schwebende Mittelkonsole, die möglich wird, weil die Shift-by-Wire-Steuerung keine mechanische Verbindung zum Getriebe braucht. Viel Schalten muss eh keiner: das Reduktionsgetriebe hat nur eine Übersetzung, wie beim Ioniq. Bleiben noch die „Stufen“ P, D, N und R. Die lassen sich ausschließlich über Tasten wählen, die dort angeordnet sind, wo normalerweise der Schaltknauf oder der Automatikwählhebel sitzt.

Hyundai Kona Elektro Interieur Instrumente Foto: Dennis Gedaschke
Die Restreichweite steht beim Digitaltacho direkt in der Mitte, ganz rechts wird der Akku-Ladestand in Strichen angezeigt.

Die Instrumente hinter dem Lenkrad erinnern an den Ioniq: An zentraler Position zeigt ein digitales Rundinstrument die Geschwindigkeit an, in dessen Mitte steht die Restreichweite in Kilometerzahlen. Zusätzlich befindet sich an der rechten Seite der Digitalanzeige eine Infografik, die mithilfe von Strichen anzeigt, wie voll der Akku aktuell noch ist.

Am Lenkrad befinden sich Schaltpaddel, mit denen sich verschiedene Rekuperationsstufen einstellen lassen. Hält man das linke Paddel länger gedrückt, soll der Kona bis in den Stand abbremsen. Der auf dem Armaturenbrett sitzende Touchscreen wie auch die Klimasteuerung sind die gleichen wie im normalen Kona, ebenso wie das optionale Head-up-Display.

Batterie-Packs im Unterboden

Hyundai Kona Elektro Interieur Fond Foto: Dennis Gedaschke
Im Fond ist die Rückbank wegen der Akkupacks im Unterboden etwas höher angesetzt.

Im Fond des Elektroautos ist die Rückbank etwas höher montiert als im Verbrenner-Modell. Grund dafür sind die im Unterboden sitzenden Akkupacks. Dies verringert die Kopffreiheit auf der hinteren Rückbank, was vor allem größere Mitreisende zu spüren bekommen dürften. Der Kofferraum ist grundsätzlich sogar zwölf Liter größer als im Verbrenner-Modell (373 Liter). Allerdings wird es künftig eine Box für Ladekabel geben, die dort sitzt, wo normalerweise ein Ersatzrad montiert ist. Hyundai stellt stattdessen ein Reifenspannset zur Verfügung. Die praktische Box kostet 41 Liter Stauraum.

Der Kona Elektro kommt in zwei Leistungsstufen mit 99 kW (136 PS) und 150 kW (204 PS) auf den Markt. Beide bieten ein Drehmoment von 395 Newtonmetern, das sind 100 Newtonmeter mehr als beim Ioniq mit 88 kW (120 PS). Angaben zum Gewicht des E-Kona macht Hyundai allerdings noch nicht. Dafür zur Beschleunigung: Die stärkere Variante soll in 7,6 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

Kona Elektro mit fast 500 Kilometer Reichweite

Auch die Lithium-Polymer-Akkus gibt es in zwei verschiedenen Größen: Die Batterie der stärkeren 150-kW-Version hat eine Kapazität von 64 kWh, die schwächere 99-kW-Variante muss mit einer 39,2 kWh-Batterie auskommen. Zum Vergleich: Das Model 3 gibt es mit 50- oder 75-kWh-Batterie, der Ampera-e hat offiziell einen 60-kWh-Akku.

Hyundai Kona Elektro Heck Foto: Dennis Gedaschke
Der Kona Elektro kommt in zwei Leistungsstufen und mit zwei Batteriegrößen.

Und jetzt der Grund, warum Hyundai mit Kona Elektro die Konkurrenz überholt: Die Koreaner geben für die beiden Versionen des Kona Elektro 312 und 482 Kilometer Reichweite an – aber nicht nach dem praxisfremden NEFZ, sondern als Zielwert nach WLTP. Zum Vergleich: Opel hat die WLTP-Reichweite des Ampera-e zur Präsentation im September 2016 auf mehr als 380 Kilometer geschätzt, (die NEFZ-Reichweite ist mit 520 Kilometer angegeben). Hyundai nennt einen Stromverbrauch von 13,9 bis 14,3 kWh/100 km nach WLTP. Opels Werksangabe lautet auf 14,5 kWh/100 km – nach NEFZ.

Der aktuelle Ioniq hat einen 28-kWh-Speicher, der als Basis für den Kona-Akku dient. Und wie bei Hyundais erstem Elektroauto ist auch beim elektrischen Kompakt-SUV ein CCS-Anschluss Serie (wie beim Ampera-e), der 100-KW-Schnellladen mit Gleichstrom (400 Volt) ermöglicht.

Laut Herstellerangaben dauert es in diesem Falle nur 54 Minuten, bis der große 64-kWh-Akku zu 80 Prozent geladen ist. An einer 4,6-kW-Wallbox (230 Volt) braucht der große Akku neun Stunden und 40 Minuten für eine komplette Ladung, der kleinere schafft es in sechs Stunden und zehn Minuten. Grundsätzlich lassen sich beide Varianten auch an einer normalen Haushaltssteckdose laden. Dann dauert es bis zu 32 Stunden, bis der große Akku wieder voll ist. Ohne Wallbox ist Laden daheim damit weniger praktikabel.

Mehr Assistenzsysteme als im normalen Kona

Hyundai Kona Elektro Interieur Assistenzsysteme Foto: Dennis Gedaschke
Beim Kona Elektro stehen mehr Assistenzsysteme zur Auswahl als beim Verbrennermodell.

Was die Assistenzsysteme angeht, so sind beim Kona Elektro sogar ein paar exklusive Hilfen verfügbar, die bislang nicht im Verbrenner-Kona erhältlich sind: So gibt es hier eine Advanced Smart Cruise Control, also einen Tempomaten, der selbstständig einen konstanten Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält. Ebenfalls erhältlich ist ein Spurhalteassistent, der den Fahrer nicht nur beim Verlassen der Spur warnt, sondern das Fahrzeug bis Tempo 150 automatisch in der Mitte der Fahrspur hält.

Ansonsten ist der Elektro-Kona mit allen Assistenzsystemen erhältlich, die es auch im normalen Kona gibt, wie zum Beispiel mit Notbremsassistent inklusive Fußgängererkennung, Totwinkel-Assistent, Querverkehrswarner, Aufmerksamkeits-Assistent sowie Fernlichtassistent. Welche Systeme davon serienmäßig sein werden, ist derzeit noch nicht klar, da aktuell noch keine Ausstattungslinien für den E-Kona definiert sind, so Hyundai.

Marktstart und Preis

Hyundai Kona Elektro Front Foto: Dennis Gedaschke
Der Kona Elektro kommt im Spätsommer, Preise stehen noch nicht fest.

Der elektrische Kona soll im August 2018 auf den Markt kommen. Hyundai will diesmal nach eigenen Angaben gleich zu Beginn genügend Modelle der Elektroversion bereitstellen, um kurze Lieferzeiten zu garantieren – Kunden, die sich für einen elektrischen Ioniq entschieden haben, müssen aktuell bis zu zwei Jahre warten.

Die Preise des Kona Elektro stehen jetzt fest: Die Basisversion mit 136 PS und kleinem Akku kostet 34.600 Euro. Die 204-PS-Variante mit größerem Akku startet bei 39.000 Euro. Das Topmodell Premium kostet mit 204 PS 45.600 Euro. Es hat unter anderem Head-up-Display, Ledersitze mit beheizbaren und belüfteten Vordersitzen und Assistenzsysteme serienmäßig.

Fazit

Hyundai gibt bei alternativen Antrieben richtig Gas: Zuerst brachten die Koreaner den Ioniq als Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und als Elektroversion, in diesem Jahr folgen der elektrische Kona und der Nexo mit Brennstoffzelle. Leider ist hierzulande die Ladeinfrastruktur nach wie vor mangelhaft. Möglich also, dass wir selbst mit dem Kona Elektro noch auf den Durchbruch von Elektroautos warten müssen – das zweite Hindernis, die im Vergleich zu Verbrennern ziemlich markanten Preisunterschiede, hätte Hyundai noch in der Hand.

Dennoch wirkt es wie ein genialer Schachzug, als Erster einen Elektroantrieb im boomenden und hart umkämpften Kompakt-SUV-Segment anzubieten – vorausgesetzt der Marktstart im Sommer 2018 ist keine Angabe Marke Tesla. Wenn nicht, nehmen die Koreaner mit dem Kona Elektro schon das Model Y vorweg, ehe das Model 3 auf die Straße kommt.

Das muss zwar nicht so einen Hype auslösen, wie das Model 3 von Tesla, hätte ihn aber durchaus verdient. Und selbst wenn Autokäufer Hyundai nicht so sexy finden wie Tesla: Das Alleinstellungsmerkmal könnte für die Koreaner lukrativ werden.

Neuester Kommentar

.....immer wieder schöne Bilder von zukünftigen „deutschen Modellen“ die allerdings erst im nächsten Jahrzehnt zur Verfügung stehen. Welche Lieferzeiten wir dann erleben ist die nächste Frage.

.....aber jeden Monat wieder wird der Verbraucher als Schuldiger ausgemacht, dass die E-Auto Prämie nicht abgerufen wird. Es sind auch nicht die fehlenden Ladesäulen, welche immer wieder als Totschlagargument verwendet werden. Es gibt schlicht und einfach kein attraktives Angebot. Falls doch, mit elend langen Wartezeiten.

Wieso schafft es Sono Motors den Sion in 4 Jahren auf die Straße zu bringen und VW hat den Bus als Protyp schon seit über 1 Jahr in Dresden ausgestellt und der Bus soll erst 2022 auf den Markt kommen. Freu mich schon auf die Lieferzeiten!

Schlußfolgerung: Wenn ich denn dieses Jahrzehnt noch elektrisch fahren möchte und „nur“ ein max. Budget von 40.000,-€ habe werde ich das erste Mal in meinem Leben kein deutsches Auto kaufen.

Wilf 20. Juni 2018, 01:37 Uhr
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