Mercedes’ Coup beim Indy 500 1994: Regellücke entdeckt, Sieg gesichert

Mercedes’ Coup beim Indy 500 1994
Regellücke entdeckt, Sieg gesichert

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.01.2026
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Mercedes IndyCar - Historie - 2021
Foto: Arturo Rivas

Es begann wie in einem Hollywood-Blockbuster: Wenige Wochen nach dem Sieg beim Indy 500 1993 saßen die Entscheider von Ilmor und Penske in einem Luxus-Resort und besprachen einen gewagten Motorenplan. Mario Illien und Paul Morgan hatten die Regellücke des Jahres entdeckt und wussten sofort, dass sie ihre Chance ergreifen mussten. Und Roger Penske, der Teambesitzer, der für seinen Mut und seine Liebe zum "unfairen Vorteil" bekannt ist, stimmte sofort zu. Es war die Geburtsstunde des legendären Mercedes "Biest"-Motors, der das Indy 500 1994 dominieren sollte.

Das Geheimnis hinter dem "Biest"

Der Mercedes-Motor war auf den ersten Blick ein technisches Relikt – ein 3,43-Liter-V8-Motor mit untenliegender Nockenwelle und nur zwei Ventilen pro Zylinder. Doch die wahre Genialität lag in den Regeländerungen, die die USAC 1993 durchgeführt hatte, und die die Ingenieure des Teams um Penske erkannten. Schließlich durften sie nun eigene Stoßstangen-Aggregate entwickeln. Der neue Motor sollte nicht nur stärker, sondern auch wesentlich haltbarer sein als die Aggregate der Konkurrenz.

Ein Rennen gegen die Zeit und die Geheimhaltung

Ein Jahr, tausende von Stunden Arbeit und eine extreme Geheimhaltung – das war die Formel, mit die Ingenieure den Mercedes-Motor entwickelen. Jedes Detail musste geheim bleiben, bis der Motor endlich seine erste Strecke absolvierte. Von geheimen Tests bis hin zu Concorde-Flügen für den schnellen Transport von Komponenten – alles war darauf ausgerichtet, den Motor in Rekordzeit zum Laufen zu bringen. Nur so konnte man das Rennen gewinnen, ohne dass die Konkurrenz Wind davon bekam.

Das "Biest" schlägt zu: Der Triumph von Al Unser Jr.

Am 29. Mai 1994 war es dann so weit: Der "Biest"-Motor rollte beim Indy 500 an den Start, gefahren von Al Unser Jr., der sich schließlich als der schnellste Fahrer herausstellte. Obwohl der Mercedes-Motor zunächst mit Problemen zu kämpfen hatte – die 500 Meilen-Marke konnte er bei Tests lange nicht knacken – lief er kurz vor Saisonbeginn wie ein Uhrwerk und brachte Unser Jr. zum Sieg. Die Konkurrenz hatte nicht nur einen schnellen Motor unterschätzt, sondern auch die Genialität, mit der Penske und Mercedes die Lücke in den Regeln ausnutzten.

Der kurze, aber legendäre Moment des "Mercedesaurus Rex"

Der Erfolg des Mercedes-Motors war jedoch nur von kurzer Dauer. Nach dem Sieg beim Indy 500 passten die Verantwortlichen das Reglement erneut an, und der Motor, der inzwischen als "Mercedesaurus Rex" bekannt war, war plötzlich nicht mehr zugelassen. Die Formel, nach der der Motor entstanden ist, ist bis heute ein Paradebeispiel für das perfekte Zusammenspiel von Ingenieurskunst, Timing und der richtigen Lesart von Regellücken.

Fazit