Kein Verbrenner-Aus: BMW baut V8 und V12 weiter

Kein Verbrenner-Aus
BMW baut V8 und V12 weiter - Teile auch in München

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.01.2026
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BMW M5 Touring, Motor
Foto: Rossen Gargolov

Während BMW mit der "Neuen Klasse" seine elektrische Zukunft längst begonnen hat, sind bei dem Konzern auch große Verbrennungsmotoren noch lange kein Auslaufmodell. Ein Sprecher stellt klar, dass leistungsstarke V8- und V12-Aggregate weiterhin ein fester Bestandteil der Produktstrategie bleiben, wie Automotive News Europe berichtet. Damit widerspricht BMW Spekulationen, wonach die Tage der großvolumigen Motoren gezählt seien.

Auslöser vieler Gerüchte war das Ende der V8-Fertigung im österreichischen Steyr Ende 2025. Tatsächlich handelt es sich dabei bisher jedoch um eine reine Standortverlagerung. Die Produktion der großen Motoren läuft heute im britischen Werk Hams Hall, wo BMW neben Drei- und Vierzylindern seit 2022 auch V8- und V12-Triebwerke fertigt – in Steyr entsteht dafür das Brennstoffzellen-System für den iX5 Hydrogen. Die V12-Motoren gehen ausschließlich an Rolls-Royce – die Marke hat kein Modell mit einem kleineren Verbrenner im Angebot. Die V8 setzt BMW vor allem in leistungsstarken X-Modellen sowie ausgewählten 7er-Versionen ein.

USA als entscheidender Markt

Konkrete Stückzahlen nennt BMW zwar nicht, aber die Bayern bestätigen: Die Nachfrage nach V8-Motoren sei insbesondere in den USA überdurchschnittlich hoch. Ein baldiges Nachlassen dieses Trends zeichne sich nicht ab. Gerade große SUV und Luxuslimousinen mit kräftigen Motoren bleiben auf dem US-Markt ein wichtiger Ertragsbringer – und sichern somit den Fortbestand der Technik.

Diese Nachfrage hat direkte Folgen für das Stammwerk München. Eigentlich sollte dort die Verbrennungsmotoren-Fertigung bis 2027 vollständig auslaufen. Dieser Zeitplan ist nun vom Tisch. Rund 400 Mitarbeiter produzieren weiterhin Zylinderköpfe, Kurbelgehäuse und Kurbelwellen für V8- und V12-Motoren – mitten in einem Werk, das parallel zu einem der weltweit modernsten Elektro-Standorten wächst.

Rolls-Royce Wraith, Motor
Dino Eisele

Das "gallische Dorf" im E-Werk

Werksintern spricht man vom "gallischen Dorf", wie die Automobilwoche erfahren hat. Denn während in München bald die Vorserienproduktion des Neue-Klasse-i3 anläuft, bleibt die mechanische Fertigung eine Verbrenner-Insel im Elektrozeitalter. Ein festes Auslaufdatum gibt es aktuell nicht mehr – die Produktion läuft, solange Markt und Strategie es hergeben.

Auch andere Hersteller sind längst wieder auf den V8-Zug aufgesprungen. Die US-Stellantis-Marken Dodge und Ram hatten sich mit großem Getöse und Sondermodellreihen von ihrem hubraumstarken V8-Triebwerken verabschiedet, nur um die kurz darauf und hastig wieder einzuführen – schließlich hatten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dank gelockerter Abgas-Vorschriften schlagartig geändert. Und Mercedes hat auch längst den Weiterbau seiner V8-Motoren verkündet – auch der Stuttgarter V12 dürfte der Kundschaft erhalten bleiben. Dass der neue 1,5-Liter-Vierzylinder der Motorenbaureihe M 252 aus China kommt, davon sind gerüchteweise Mercedes-intern nicht alle Mitarbeiter begeistert.

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