Ende Februar brachte ein F40 mit nur 1.418 Kilometern auf der Uhr bei einer Auktion von RM Sothebys 5,2 Millionen Dollar (4,8 Millionen Euro) ein. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch kurz nach dem Verkauf kamen Zweifel an der Herkunft des Fahrzeugs auf. Die schwedische Justiz mischte sich ein, behauptet, dass das Auto niemals hätte verkauft werden dürfen, und will den F40 nach Schweden zurückholen, so das Portal Italpassion. Aber warum?
Während sich der neue Besitzer in den USA über sein frisch erstandenes Sammlerstück freut, läuft in Europas hohem Norden ein Insolvenzverfahren der Immobilienfirma Kvalitena AB und deren verbundener Organisationen. Zusammengerechnet haben diese Unternehmen Schulden in Höhe von rund 85 Millionen Euro.
Die Insolvenzverwalter stießen bei der Untersuchung der Vermögenswerte auf einige Ungereimtheiten. Bei der Analyse der Eigentumsregister identifizierten sie einen Ferrari F40, dessen Fahrgestellnummer exakt mit der des in den USA verkauften Modells übereinstimmt. Laut der schwedischen Insolvenzverwalterin Hedvig Mårstad könnte das Auto Teil des Vermögens des insolventen Konzerns sein. Wenn sich das bestätigt, gehört der F40 zur Konkursmasse, mit der die Gläubiger ausbezahlt werden sollen.
Die Insolvenzverwalter müssen nun untersuchen, wie es möglich war, dass der Wagen Schweden verlassen hat und wer ihn überhaupt zum Verkauf angeboten hat.
Spur führt zu einer Autosammlung
Der Ferrari F40 wurde laut RM Sotheby’s aus der sogenannten Drift Capital Collection angeboten. Mit dem Baujahr 1992 gehört er zu den letzten in Maranello produzierten Exemplaren. Unter der Pininfarina-Karosserie steckt ein 2,9-Liter-V8-Biturbo mit 478 PS, gekoppelt mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe. 1993 lieferte Ferrari das Fahrzeug mit der Chassisnummer 93892 nach Rom aus. 1999 wurde der Supersportwagen nach Schweden exportiert, wo er über zwei Jahrzehnte blieb, bevor er 2024 schließlich in die USA gelangte.
Wie es nun weitergeht, ist unklar. Die schwedischen Insolvenzverwalter haben sich mit dem Auktionshaus in Verbindung gesetzt, um die offenen Fragen zu klären. Sollte sich herausstellen, dass der Ferrari tatsächlich zur Insolvenzmasse gehört, könnte die schwedische Justiz den Wagen beanspruchen und zurückholen, berichtet das niederländische Magazin Autovisie. Für den Käufer wäre das ein bitterer Ausgang.
Nach Angaben der Insolvenzverwalter könnte es zudem nicht bei diesem einen Fahrzeug bleiben. Sie sprechen von etwa zehn weiteren Luxusautos, die mit der Insolvenz in Verbindung stehen sollen – darunter weitere Ferraris sowie Modelle von Mercedes und Rolls-Royce. Es ist gut möglich, dass auch diese Fahrzeuge derzeit noch verborgen sind.





