Aus Österreich rollt ab sofort ein neuer Konkurrent für die elektrischen Zugmaschinen von Mercedes, MAN und Co vom Band. Die 4x2-Sattelzugmaschine eTopas 600 stammt vom chinesischen Nutzfahrzeug-Startup SuperPanther, das erst 2022 gegründet wurde und dessen deutsche Zentrale im schwäbischen Heimsheim sitzt.
Die Endmontage beim Partner Steyr ist Teil des SuperPanther-Konzepts. Die zentralen Komponenten für die elektrische Zugmaschine kommen als Bausatz aus China. Bei Steyr werden diese dann endmontiert und mit Komponenten aus Europa ergänzt. Zu diesen europäischen Zulieferern zählen unter anderem ZF, Schaeffler, Aumovio, Infineon, Michelin, Continental, Goodyear und Castrol.
Bis zu 941 PS und 560 km Reichweite
Der eTopas 600 ist mit einem Leergewicht von 10,8 Tonnen für ein Gesamtzuggewicht von 42 Tonnen ausgelegt. Die Dualmotor-Elektroachse mit Zweiganggetriebe des eTopas 600 bietet eine Dauerleistung von 394 kW (536 PS) und eine Spitzenleistung von 692 kW (941 PS). Eingebettet in die 800-Volt-Plattform liefert eine 621 kWh große LFP-Batterie von CATL die Energie für den Antrieb. Die Reichweite wird mit bis zu 560 Kilometern angegeben. Nachgeladen werden kann mit bis zu 660 kW, allerdings müssen dazu zwei CCS-Ladestellen gleichzeitig genutzt werden. Damit soll der Energiespeicher in unter 38 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden können. In Sachen Haltbarkeit verspricht SuperPhanter 4.500 vollständige Ladezyklen sowie bis zu 1,2 Millionen Kilometer über 8 Jahre. Das Bremssystem kann in fünf Stufen Energie zurückgewinnen, während der KI-basierte Antriebssteuerungsalgorithmus den Wirkungsgrad unter allen Fahrbedingungen optimiert.
Das für den Fernverkehr konzipierte Führerhaus mit ebenem Boden bietet neben viel Platz serienmäßig ein Bett, eine Klimaanlage, einen 40-Liter-Kühlschrank, eine 230V-Steckdose sowie Luftfederungssitze inklusive Beheizung und Belüftung auf Fahrer- und Beifahrerseite.
Die Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem einen adaptiven Tempomat, eine Spurwechselwarnung, Totwinkel-Assistent, Fußgänger- und Radfahrerkollisionswarnung, Spurhalteassistent und Spurverlassenswarnung. Alle Systeme lassen sich over-the-air aktualisieren.
Servicenetz steht, erste Auslieferungen erfolgt
Für Wartung und Reparatur arbeitet Superpanther mit dem markenunabhängigen Werkstattnetzwerk Alltrucks zusammen, das auch einen 24/7-Pannendienst umfasst. Parallel baut der Hersteller eigene Servicekapazitäten auf. Auch beim Thema Laden erarbeitet SuperPanther mit Partnern eigenständige Lösungen.
Erste Exemplare des eTopas 600 gingen bereits an DHL, den deutschen Transport- und Logistikdienstleister Gress, den österreichischen Einzelhändler Temmel sowie den Nutzfahrzeug-Serviceanbieter Lontex.
