Honda Civic nach Tesla-Autopilot-Unfall KTLA via Twitter

Wieder tödlicher Unfall mit Tesla-Autopilot

Zwei Personen im gerammtem Honda Civic sterben

Meldungen über tödliche Unfälle mit dem Tesla-Autopilot-System reißen nicht ab. Jetzt sind in Los Angeles zwei Menschen in einem Honda Civic gestorben. Tesla wirkt wie gelähmt.

Es ist wieder passiert und es ist schlimmer als je zuvor: Am 29. Dezember 2019 rast in Gardena, einer Stadt im Los Angeles County, ein Tesla Model S bei roter Ampel über eine Freeway-Ausfahrt und schlägt in einen 2006er Honda Civic ein. In dem Honda sind eine Frau und ein Mann unterwegs – beide sterben in ihrem komplett zerstörtem Fahrzeug noch an der Unfallstelle. Im Model S saßen ebenfalls eine Frau und ein Mann – beide kamen mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Die Polizei hat in diesem Zusammenhang bisher keine Verhaftungen vorgenommen. Das unfallträchtige Autopilot-System des Model S war offensichtlich aktiviert.

Jetzt hat die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Nachdem zunächst unklar war, ob im Tesla der Autopilot aktiviert war, bestätigte inzwischen NHTSA-Sprecher Sean Rushton, dass die Fahrassistenz-Technik während des Unfalls eingeschaltet war. Dies nimmt die NHTSA zum Anlass, auch noch weitere unter Einsatz des Autopiloten erfolgte Unfälle der letzten Zeit zu untersuchen.

Honda Civic nach Tesla-Autopilot-Unfall
KTLA via Twitter
Der Fernsehsender KTLA twitterte dieses Bild des bei dem Tesla-Autopilot-Unfall zerstörten Honda Civic.

Weitere Unfälle – einer tödlich

Bei einem weiteren Unfall knallte in Putnam County im US-Bundesstaat Indiana ein Tesla in eine an der Interstate 70 stehende Feuerwehr. Der 25-jährige Fahrer Derrick N. Monet aus Prescott Valley im US-Bundesstaat Arizona verletzte sich dabei schwer, seine 23-jährige Frau Jenna N. Monet erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Laut Sergeant Matt Ames von der Indiana State Police sagte Derrick Monet aus, dass er normalerweise immer mit eingeschaltetem Autopilot fahre, sich aber nach dem Unfall nicht erinnern könne, ob er dieses Mal eingeschaltet war.

Tesla Model-S Unfall Indiana
Indiana State Police
Dieser Tesla knallte im US-Bundesstaat Indiana in eine stehende Feuerwehr. Der bei dem Unfall schwer verletzte Fahrer kann sich nicht erinnern, ob der Autopilot eingeschaltet war. Seine Frau starb an den Folgen des Unfalls im Krankenhaus.

Anfang Dezember rammte ein Tesla ein stehendes Polizeifahrzeug und ein ebenso stehendes Pannenfahrzeug im US-Bundesstaat Connecticut. Bei diesem Unfall trug niemand ernsthafte Verletzungen davon. Der Fahrer des Tesla sagte bei der Polizei aus, dass er den Autopilot eingeschaltet hatte und während des Unfalls nach seinem auf der Rückbank sitzenden Hund sah.

Tesla Model-S Unfall Indiana
Indiana State Police
Bei dem Unfall in Indiana verkeilte sich der Tesla unter der stehenden Feuerwehr. Die NHTSA untersucht, ob der sogenannte Tesla-Autopilot aktiviert war.

Tesla reaktionsunfähig

Tesla selbst hat noch kein Statement zu den jüngsten Unfällen abgegeben. Bisher verweist der kalifornische Elektroauto-Hersteller nach schweren Tesla-Autopilot-Unfällen stoisch darauf, dass der Fahrer laut Betriebsanleitung nie die Kontrolle über sein Fahrzeug abgeben darf. Andererseits bewirbt Tesla die teilautonomen Funktionen seiner Fahrzeuge intensiv unter den möglicherweise irreführenden Bezeichnungen „Autopilot“ und „Bereit für autonomes Fahren“. Teslas Technik ermöglicht aktuell nur rudimentäres autonomes Fahren nach Level 2 – vollautonomes Fahren wäre Level 5.

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4383 Mal abgestimmt
Nicht enden wollende tödliche Tesla-Autopilot-Unfälle: Muss Tesla etwas unternehmen?
Ja, der Autopilot sollte nicht mehr zum Einsatz kommen, bis er endlich funktioniert.
Nein, jeder weiß, dass er hinterm Steuer ganz allein für das Führen des Fahrzeugs verantwortlich ist.

Fazit

Ein wahrscheinlich unter dem Einsatz des Autopilot-Systems fahrender Tesla hat zwei Personen in einem anderen Fahrzeug getötet.

Tesla wirkt derweil wie gelähmt. Der Konzern äußert sich oft erst mit deutlicher Verspätung und wiederholt sein Mantra von der Eigenverantwortung des Fahrers. Andererseits hält Teslas Marketing krankhaft am hier unangebrachten Begriff „autonom“ fest. Teslas Assistenz-Technik versagt möglicherweise öfter und schlimmer als die der Konkurrenz. Warum Tesla die Unfalltoten in Kauf nimmt, ist rätselhaft.

Auch die Rolle der NHTSA wirkt zunehmend eigenartig: Die Behörde untersucht seit Jahren tödliche Tesla-Unfälle. Sie untersucht, untersucht und untersucht – Konsequenzen aus diesen Untersuchungen sind bisher nicht bekannt.

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