Dangel 812 Sport-Prototyp Dino Eisele
Dangel 812 Sport-Prototyp
Dangel 812 Sport-Prototyp
Dangel 812 Sport-Prototyp
Dangel 812 Sport-Prototyp 19 Bilder

Einstieg in den historischen Motorsport

Einer von Zwölf: Dangel 812 mit Renault-Alpine-Technik

Den Fahrspaß vermittelt der Dangel 812 auch, und zwar bereits beim bloßen Anschauen. Das exotischste Fahrzeug in dieser Vorstellung macht mit seiner schlanken, flachen Form und der blassblau-orangen Lackierung auch als Ausstellungsstück jederzeit eine gute Figur und lässt Betrachter über die Herkunft der Flunder rätseln.

Zur Lösung sollte man sich ein wenig in der Geschichte der Berg-Europameisterschaft auskennen, denn der 1971 vom französischen Konstrukteur Henry Dangel in Mulhouse gebaute Sport-Prototyp war genau dafür gebaut.

Dangel 812 - Erstklassig restauriert von einem Fahrradhändler

Insgesamt sollen zwölf Exemplare mit Renault Alpine-Technik entstanden sein, wobei das Chassis aus einem konventionellen Rohrrahmengeflecht besteht. Als Antrieb dient der Reihenvierzylindermotor aus der Alpine 1600 S, der dank klassischem Tuning und freier Atemwege gut 145 PS freisetzt - das hört sich nun wenig beeindruckend an, allerdings wiegt das gesamte Auto auch weniger als 500 Kilogramm. Das Fünfganggetriebe stammt ebenso aus der Alpine wie die gesamte Anordnung der Antriebseinheit mit dem Schwerpunkt kilometerweit hinter der Hinterachse.

Der Motor mit seinen kräftigen Lebensäußerungen ist frisch aufgebaut und macht einen blitzsauberen Eindruck. Das gilt im Grunde für das gesamte Fahrzeug, beispielsweise für die feine Pedalerie oder die sauber verlegten Leitungen. "Der Dangel wurde von einem Fahrradhändler in Freiburg mit einer unglaublichen Liebe zum Detail restauriert", erzählt Händler Horst Koch. Und grinst: "Eigentlich wollte er selbst Bergrennen damit fahren, musste aber feststellen, dass diese meistens dann stattfinden, wenn Fahrradhändler am besten verkaufen - samstags."

Reinrassiges Rennauto mit brutalen Bremsen und kreischendem Vierzylinder

Weshalb die französische Flunder nun ungefähr zum Preis eines Renault Espace V6 (genauer: für 53.812 Euro) einen neuen Besitzer sucht und sich zur Demonstration ihres Könnens in der Boxengasse warmläuft. Fünfgang-H-Schaltung, ganz normal, die Kupplung packt herzlich zu, die Slicks sind eiskalt und nur schwer auf Temperatur zu bringen.

Mit kraftvollem Kreischen geht es auf die Ecken zu, gefühlt liegen deutlich mehr PS an als die genannten 145. Die Bremsanlage ist brutal, beinahe schon überdimensioniert und schwer zu dosieren. Dafür lenkt der Dangel schön und sehr präzise ein, das Fahrverhalten ist naturgemäß etwas hecklastig. In seinem natürlichen Lebensraum, am Berg also, fühlen sich der Dangel und sein Fahrer vermutlich noch wohler als auf der Rundstrecke, wobei der Franzose auch schon im Orwell SuperSportsCup unterwegs war.

Im Vergleich zum Porsche handelt es sich bei dem Sport-Prototypen um ein reinrassiges Rennauto, einzig und kompromisslos gemäß eines Reglements dazu gebaut, eine bestimmte Strecke so schnell wie möglich zurückzulegen. Das schränkt logischerweise die Vielseitigkeit ein, erhöht aber drastisch die Faszination. Ein Vollblut eben.

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- Kandidat Nummer 1: Porsche 911 Langstrecke/Rallye

- Kandidat Nummer 2: Dangel 812 Sport-Prototyp

- Kandidat Nummer 3: RSM-Tasco Formel Super-V

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