BMW iX3_Elektro-SUV BMW
BMW iX3 2020 Elektro-SUV Fahrbericht
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BMW iX3 2020 Elektro-SUV Fahrbericht 24 Bilder
SUV

BMW iX3 Elektro-SUV erster Test

BMW iX3 Elektro-SUV im Fahrbericht So fährt der neue E-Bayer mit 286 PS

Der neue BMW IX3 ist das zweite Elektroauto des Konzerns. Und der erste BMW, der aus einer Fabrik in China zu uns kommt. An Bord hat er die neueste Elektrotechnik der Marke, die künftig auch weitere BMW-Stromer antreiben wird.

Die Nische füllt sich: Nach Mercedes (EQC) und Audi (E-Tron) ist nun auch BMW bei den deutschen Premium-Elektro-SUV vertreten. Der iX3 ist gleichzeitig das erste BMW-Modell, das aus China den Weg nach Deutschland antritt. Ein echter Bayer war der X3 allerdings mit seinem Produktionsstandort im US-Werk Spartanburg ohnehin noch nie. Der iX3 wird nun im BMW/Brilliance-Werk im chinesischen Shenyang gefertigt. Optisch fährt der neue Elektro-SUV im Vergleich zu seinen Kollegen zurückhaltender vor. Nur wenige Design-Details wie der abgedeckte Kühlergrill oder die blauen Heckblenden verraten den Stromer, Eingeweihte erkennen außerdem das spezielle, aerodynamische Felgendesign.

Der BMW iX3 macht auf Understatement

Die unspektakuläre Optik der bereits vor drei Jahren vorgestellten dritten Generation des X3 darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter dem Blech die modernste E-Auto-Technik des BMW-Konzerns steckt, mit der auch die kommenden Elektroneuheiten der Marke versorgt werden. Unter anderem der bereits angekündigte BMW i4. Zwei essentielle Weiterentwicklungen gehören zu dieser neuen BMW E-Generation (die Bayern sprechen dabei von Generation 5). Zunächst der Fahrakku, der beim iX3 auf einer Art Tablett montiert den gesamten Unterboden des Fahrzeugs einnimmt. Hier kommen neue Batteriezellen zum Einsatz, die laut BMW eine um 20 Prozent höhere Energiedichte besitzen als bei den zuletzt eingesetzten Akkus. Das bedeutet entsprechend geringeres Gewicht bei vergleichbarer Kapazität. Die maximale Reichweite nach WLTP gibt BMW mit 460 Kilometer an.

BMW iX3 2020 Elektro-SUV Fahrbericht
Torsten Seibt
Der Akku, hier ein Schnittmodell, arbeitet mit der neuesten Zelltechnik, die eine 20 Prozent höhere Leistungsdichte aufweist.

Neuerung Nummer zwei ist der vollintegrierte E-Antrieb. Leistungs-Elektronik, Getriebe und der eigentliche E-Motor sind raumsparend in einem Gehäuse untergebracht, beim Antriebsmotor handelt es sich um eine stromerregte Synchronmaschine. Gegenüber einer permanenterregten Maschine mit entsprechenden Magneten kann so auf den dafür nötigen Einsatz seltener Erden verzichtet werden. Den Wirkungsgrad des E-Antriebs beziffert BMW mit 93 Prozent, 30 Prozent höher als in der Vorgänger-Generation der BWM E-Antriebe.

Der BMW iX3 ist überraschend sparsam

Beide Maßnahmen tragen dazu bei, dass der BMW iX3 im Wettbewerbsumfeld überraschend sparsam und verhältnismäßig leicht ist. Der Verbrauch wird mit 18,5 bis 19,5 kWh/100 km angegeben, das Gewicht mit 2.185 Kilo (DIN). 518 Kilo davon entfallen auf den 80 kWh fassenden Akku. Hier unterbietet der iX3 die E-SUV von Audi und Mercedes zum Teil deutlich. Allerdings auch bei der Leistung, der ausschließlich auf die Hinterachse wirkende E-Antrieb liefert maximal 286 PS ab. Das Drehmoment liegt bei 400 Newtonmeter.

BMW iX3 2020 Elektro-SUV Fahrbericht
Daniel Kraus
Das Cockpit entspricht dem regulären X3, natürlich mit angepasster Instrumentenanzeige.

Vom oft geschilderten spektakulären Massivdruck leistungsstarker E-Autos ist der BMW iX3 entsprechend ein bisschen entfernt. Um das in die passenden Werte zu kleiden: Ein BMW X3 xDrive30d mit identischer Leistungsangabe von 286 PS beschleunigt aus dem Stand 1,1 Sekunden schneller auf Tempo 100 als der iX3. Allerdings setzt der E-Schub systembedingt sofort ein, was nicht nur ein recht eindrucksvolles Beschleunigungs-Erlebnis, sondern vor allem bei den im Alltag viel wichtigeren Durchzugswerten einen entsprechenden Punch bringt.

Die spontan einsetzende Kraft bringt die angetriebene Hinterachse auf rutschigem Untergrund schnell an die Traktionsgrenze, die Elektronik muss dann eingreifen. Einen elektrischen Allradantrieb per zweiter E-Maschine wird es jedoch zumindest im iX3 bis auf weiteres nicht geben. Kurven durchfährt der schwere SUV dank niedrigem Schwerpunkt ohne große Seitenneigung, jedoch gefühlt etwas behäbiger als seine leichteren Familienmitglieder. Tadellos ist dagegen der Federungskomfort.

Die adaptive Rekuperation funktioniert sehr gut

Der BMW iX3 hat nicht nur die allerneueste E-Antriebstechnik an Bord, sondern wurde auch bei den Assistenzsystemen auf den neuesten Stand gebracht. Hierzu zählt etwa die adaptive Rekuperation. Üblicherweise muss diese in E-Autos über Menüs oder Schalter eingestellt werden, der iX3 nutzt hingegen die Daten des Navigationssystems und der Fahrzeugsensorik, um den Rekuperationsgrad selbst zu bestimmen. Geht der Fahrer vom Fahrpedal, entscheidet das Auto je nach Situation (zum Beispiel ein Autobahngefälle oder ein bevorstehender Kreisverkehr), wie stark über die E-Maschine abgebremst und damit Energie für die Antriebsbatterie generiert wird. Das funktioniert in der Praxis sehr gut. Wer der Meinung ist, dies besser oder individueller als der schlaue Bordrechner erledigen zu können, kann allerdings auch selbst über die entsprechenden Einstellungen den Grad der Rekuperation bestimmen. Überlässt man dem Auto per adaptivem Tempomat auch die Wahl des Vortriebs, wird sogar vor engen Landstraßenkurven das Tempo automatisch reduziert.

Auch bei der Ladetechnik ist der iX3 auf der Höhe der Zeit. An Schnellladesäulen bunkert er mit maximal 150 kW Energie und damit binnen zehn Minuten rund 100 Kilometer Reichweite. Von Null auf 80 Prozent lädt der Akku unter Idealbedingungen in 34 Minuten. Dank der BMW-Beteiligung am Ladenetzwerk Ionity können iX3-Kunden an den Ionity-Schnellladern zu günstigen Tarifen nachtanken. Auch an der heimischen Wallbox kann dank der verbauten Ladetechnik mit maximal 11 kW relativ zügig nachgeladen werden, hier reicht das Nachladen über Nacht problemlos für einen vollen Akku am nächsten Morgen.

BMW iX3: Der Preis

Nachdem der BMW iX3 erst 2021 auf den Markt kommt, gilt wieder der alte Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Mit seinem Endkundenpreis von 66.300 Euro erreicht er den reduzierten Fördersatz für E-Autos (7.975 Euro inklusive Mehrwertsteuer). Die Auslieferung in Deutschland soll ab Ende Januar 2021 beginnen.

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Fazit

Mit dem BMW iX3 kommen die Bayern später als ihre Mitbewerber auf den deutschen Markt. Dieser ist, so steht zu vermuten, auch nicht im Hauptfokus des Konzerns für dieses Modell, das in erster Linie in China punkten soll. Dem angesichts der E-Konkurrenz etwas biederen Auftritt steht die verwendete hochmoderne Antriebs- und Akkutechnik im Kontrast gegenüber, die den BMW iX3 für ein Fahrzeug dieser Klasse überraschend sparsam macht. Seine größte Konkurrenz kommt allerdings wohl aus eigenem Haus: Der BMW X3 xDrive30e beschleunigt und fährt schneller, ist ebenfalls mit dem Umweltbonus förderfähig (wenn auch mit dem reduzierten PHEV-Satz) und kostet runde 10.000 Euro weniger. Vor allem aber hat er Allradantrieb und damit speziell in der kalten Jahreszeit entsprechende Traktionsvorteile.

BMW iX3
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