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Hyundai Tucson im Fahrbericht

Neuer 1,6-Liter-Diesel und Hybrid-Diesel gefahren

Hyundai Tucson Foto: Hyundai 25 Bilder

Hyundai hat den Tucson gründlich überarbeitet. Der kompakte SUV ist bereits ab Juli 2018 zu haben – wir sind den Top-Diesel mit Hybrid-Unterstützung und den neuen 1,6-Liter-Diesel gefahren.

11.07.2018 Gregor Hebermehl, Holger Wittich Powered by

2015 hatte Hyundai die zweite Generation des Tucson aufgelegt, nun muss ein Facelift den SUV fit für die zweite Lebensphase machen. Analog zum aktuellen Styling erfährt der SUV eine deutliche Überarbeitung an der Front. Ein neu gestalteter Grill in der Kaskaden-Optik des i30 wird von den neuen LED-Scheinwerfereinheiten flankiert.

Im Gegensatz zum neuen Hyundai Kona kommen beim Tucson keine zweigeteilten Scheinwerfer zum Einsatz. Auch die Frontschürze passen die Koreaner an und heben den Frontstoßstange ein wenig an. Außerdem wurde der Unterfahrschutz optisch angepasst, ebenso Heckschürze und Hecklampenlayout.

In Sachen Innenraum bedankt sich Hyundais europäischer Chefdesigner Thomas Bürkle im Rahmen der Tucson-Vorstellung bei den Journalisten – schließlich hätten diese die zu billig wirkenden Innenraummaterialien des Vorgängermodells gerügt. Dies hat ihm geholfen, bei der Zentrale in Korea ein höheres Innenraumgestaltungs-Budget für das Faceliftmodell zu ergattern: „Wir kämpfen da um jeden Cent.“ Der Kampf hat sich gelohnt: Die Oberflächen sehen jetzt hochwertig aus und fassen sich dank einer Hinterschäumung auch gut an. Der in den Armaturenträger integrierte Bildschirm ist Geschichte. Stattdessen zeigt sich der fast freistehende Bildschirm aus dem Kona mit seinen Bedienelementen an den Seiten. Darunter sind die Luftausströmer vertikal verbaut. Das Dreispeichenlenkrad bleibt im Design gleich, das Cockpit-Gehäuse steht etwas mehr aus dem Armaturenträger heraus.

Hyundai Tucson Foto: Hyundai
Hochwertige Oberflächen und ein nach oben versetzter Bildschirm: Der Innenraum des Tucson passt.

Die Sitze sehen zwar nach ein bisschen mehr Seitenhalt aus als sie wirklich bieten, sind aber bequem und fernreisetauglich. Das Beste: Vorne bietet der Tucson richtig viel Platz und hinten fühlen sich ebenso auch große Erwachsene wohl.

Zwei Diesel, zwei Abstimmungen

Die Lenkung ist im Stand extrem weich, ein vorsichtiges Antippen mit dem Zeigefinger setzt den Volant in Bewegung. Das weckt Befürchtungen für die Fahrt – Befürchtungen, die nicht erfüllt werden: Geschwindigkeitsabhängig ändert sich die Servounterstützung, was auch bei schneller Kurvenfahrt ein angenehmes Lenkgefühl vermittelt – in Sachen Rückmeldung ginge aber noch ein bisschen was.

Beim Fahrwerk spüren wir Unterschiede zwischen dem 2,0-Liter-Mild-Hybrid und dem 1,6-Liter-Diesel: Die Abstimmung für den mit Hybridtechnik ausgestatteten Wagen ist weicher. Folglich schwankt er in Kurven etwas mehr und poltert auch kräftiger über Unebenheiten hinweg.

Optional mit Radar an Bord

Bei der Sicherheits- und Komfort-Ausstattung bietet der neue Hyundai Tucson über den Frontaufprallverhinderungsassistenten, einen Aufmerksamkeitsassistenten und eine Tempolimitwarnung sowie einen Surround View Monitor für eine 360-Grad-Rundumsicht. Erstmals gibt es im Tucson einen radargestützten Tempomat, der den Abstand zum voraus fahrenden Fahrzeug hält und automatisch beschleunigt und bremst. Außerdem ist im Facelift-Modell ein Soundsystem vom Krell, eine induktive Lademöglichkeit für Smartphones und deren Integration via Android Auto und Apple Car Play verbaut.

Batterie als kleiner Helfer

Als Top-Diesel kommt im Tucson ein 2,0-Liter-Aggregat mit 185 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern zum Einsatz. Hinzu kommt ein 48-Volt-Startergenerator, der über einen Riemen mit der Kurbelwelle verbunden ist. Seine Energie bezieht dieser Generator von einem unter dem Kofferraumboden platzierten Lithium-Polymer-Akku, der eine Speicherkapazität von 0,44 Kilowattstunden hat. Der Riementrieb funktioniert in beide Richtungen, der für die Umschaltung zwischen Antriebs- und Lademodus nötige Inverter sitzt in der Nähe des Motors.

Die 48-Volt-Batterie liefert bei Beschleunigungsphasen Energie und sorgt zudem für ein erheblich komfortableres Wiederstarten nach einer Start-Stopp-Abschaltung. Für den ersten Start ist immer noch ein 12-Volt-Startergenerator zuständig. Laut Michael Winkler, Leiter der europäischen Motorenentwicklung, redet die Politik viel von Elektromobilität als unmittelbare Zukunfts-Antriebsart – der nächste Schritt sei aber erstmal die flächendeckende Einführung der 48-Volt-Technik. Laut Hersteller hilft der neue Mild-Hybrid, beim Tucson mit 2,0-Liter-Diesel nach NEFZ bis zu sieben Prozent Kraftstoff zu sparen – im Schnitt kommt die Variante mit Achtgang-Automatik auf 5,8 Liter pro 100 Kilometer.

Hyundai Tucson Foto: Hyundai
Mit 2,0-Liter-Diesel-Mild-Hybrid bis zu 201 km/h schnell: Die Facelift-Version des neuen Hyundai Tucson.

Mit dem Mild-Hybriden geht es knackig voran, nach 9,5 Sekunden ist Tempo 100 erreicht und maximal sind 201 km/h drin – aber warum unterstützt Hyundai den ohnehin antrittsstarken Diesel noch mit Strom und nicht einen drehmomentschwächeren Benziner? „SUV werden in Deutschland mit Diesel bestellt und die neue Technik sollen möglichst viele Kunden bekommen.“, meint Winkler. Außerdem ist es produktionstechnisch von Vorteil, wenn das Volumenmodell als erstes die Zusatztechnik bekommt. Das 48-Volt-Mild-Hybrid-Modul kann problemlos mit allen anderen Motorisierungen inklusive Benzinern gekoppelt werden, was bei Hyundai nach und nach geschieht.

Frischer 1,6-Liter-Diesel

Deutlich rauer als das 2,0-Liter-Aggregat arbeitet der neue 1,6-Liter-Diesel, der den 1,7 Liter ablöst und der auch für den neuen Ceed sowie für den kleinen SUV Kona zu haben ist. Seine 136 PS und die 373 Newtonmeter maximales Drehmoment reichen für einen dynamischen Antritt. Der Motor wirkt mit seinen jederzeit ausreichenden Kraftreserven modern, hätte Hyundai noch etwas in seine Dämmung investiert, wäre er als Alltags-Aggregat perfekt. Mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb geht es in 11,2 Sekunden auf Tempo 100, als Höchstgeschwindigkeit stehen 180 km/h im Datenblatt. 5,0 Liter sollen im Schnitt reichen, um das so ausgestattete SUV 100 Kilometer voranzubringen.

Handschaltung oder Automatik

Die Sechsgang-Handschaltung macht Freude: Sauber geführt lassen sich die Gänge einrasten, die dabei zurückgelegten Wege sind höchstens mittellang. Vollkommen unauffällig arbeitet die von Hyundai selbst entwickelte adaptiv gesteuerte Achtstufen-Automatik: Sie legt immer spontan den richtigen Gang ein und hält die Insassen von spürbaren Schaltvorgängen fern.

Hyundai Tucson Foto: Hyundai
Wahlhebel für die von Hyundai selbst entwickelte Achtstufen-Automatik.

Der neue Hyundai Tuscon ist ab Juli 2018 in Deutschland erhältlich. Die Preise beginnen bei 22.970 Euro für den 1.6 GDI mit Sechsgang-Handschaltung und Frontantrieb in der Ausstattung Pure und gehen bis 43.750 Euro für den Mild-Hybriden 2.0 CRDi mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik in der Ausstattung Premium.

Fazit

Die Facelift-Version des kompakten Tucson ist Hyundai gelungen: Von außen frisch und schick geht es innen mit hochwertigeren Oberflächen deutlich nach vorn. Platz gibt es auch für große Erwachsene genug. Das Fahrwerk des 2,0-Liter-Diesel-Topmodells ist recht weich abgestimmt, das des neuen 1,6-Liter-Diesels europäisch-knackig. Und knackig geht es auch mit den genannten Motorisierungen voran, wobei schon der 1,6-Liter-Diesel für den Alltag vollkommen ausreichend ist.

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Neuester Kommentar

@Autojoe
Ich finde es gut, wenn du dich für abgasarme Fahrzeuge interessierst und deswegen auch den Markt weitläufig - also nicht nur DE Autos - und genau beobachtest. Finde ich vorbildlich.

Allgemein und grundsätzlich gilt: Hyundai / Kia exportieren in die ganze Welt hinaus, also auch in Märkte, wo das Technikverständnis oder die Reparatur-Skills nicht so hoch sind, da dort doch einige gute Möglichkeiten eher begrenzt sind.
Deshalb geht Hyundai eher behutsam vor beim SUV namens Tucson, der sicherlich auch in vielen ländlichen oder abgelegenen Gebieten zur Anwendung kommt. Wenn ich z.B. im Australischen Outback herumfahre bei 40-50 Grad Aussentemperatur und wo ich pro Tag vielleicht nur 1 anderes Auto sehe (und keine Häuser), dann ist simplere Technik, die einfacher zum Reparieren ist, einiges vernünftiger als ein "hochgestochener, aber dann viel komplexerer Motor".
Beim Tucson setzt Hyundai ein 'Mild Hybrid' ein, der eigentlich gar nicht 'Hybrid' genannt werden dürfte oder sollte, wenn es nach mir ginge. Weil es dann eher zu Missverständnissen kommt beim Autokäufer, der die verschiedenen Hybrids inkl. Diesel miteinander vergleicht.
Beim Mild Hybrid wird ein stinknormaler (Diesel-)Motor genommen und einfach ein "besserer Anlassermotor" mit 48V angepappt, den man hübscherweise dann "48V-Startergenerator" nennt. Prinzipiell kann ja jeder Elektromotor auch als Generator amtieren, dies ist keine Hexerei.
Und 48V darum, damit man mehr Leistung vom E-Motor abrufen kann. Und maximal 48V (ein Vielfaches von 12V) ist noch eine ungefährliche Spannung beim Reparieren, d.h. man kriegt noch keinen Stromschlag (alles unter 50V ist nicht wirklich kritisch).
Dazu noch ein bisschen Steuerelektronik für den neuen Startergenerator und schon ist der 'Mild-Hybrid' fertig.
==> Einfach ausgedrückt: Ein alter, herkömmlicher Motor mit zusätzlich wenigen und simplen Investitionen - fertig! "Kein Hexenwerk!" Und kostet weniger als ein Voll-Hybrid...

Für die Entwickler ein sehr simpler Vorgang oder eine simple Massnahme - die "jeder geschickte Mechaniker" auch zu Hause vornehmen könnte bei einem alten (Diesel-)Motor.

Doch ein solcher 'Mild Hybrid' ist meilenweit entfernt von einem 'Toyota Hybrid' mit einem Motor nach 'Atkinson Cycle', welcher einem völlig anderem Konstruktionsprinzip zu Grunde liegt. Der Toyota Atkinson-Motor und der Hybridteil sind völlig anders konstruiert worden im VERBUND - was dann auch wirklich eine maximale Kraftstoffersparnis bringt mit einer Effizienz von ca. 41% - also die im Moment höchste Effizienz bei einem Verbrenner. Ersetzt den Diesel bestens.
(Schade, dass die Autojournalisten die Toyota-Vorteile viel zu wenig herausstreichen... damit der Bevölkerung auch die grossen Unterschiede bewusst werden.)

Im Hyundai Ioniq ist auch ein hochwertiger Hybrid eingesetzt worden, der auch den Namen 'Hybrid' absolut verdient. Eine gute Maschine mit aktueller Technik. Auch sehr empfehlenswert.

Irgendwann später wird der Tucson auch auf diese neuste Technik umgerüstet werden, denn sie ist ja bereits im Haus vorhanden. Kommt Zeit, kommt Rat.

Greetings

CH-Engineer 8. Juni 2018, 08:14 Uhr
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