RENAULT ARKANA E-TECH (LJL HEV Europe) Jean-Brice Lemal
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RENAULT ARKANA E-TECH (LJL HEV Europe), RENAULT MEGANE CONQUEST E-TECH (LJL HEV Adriatic) 19 Bilder
SUV

So fährt der Renault Arkana E-Tech Hybrid 145

Renault Arkana E-Tech Hybrid 145 So fährt sich der Crossover mit Hybridantrieb

Mit dem SUV-Coupé Arkana hat Renault den Geschmack der Kunden getroffen. Nun komplettiert ein Voll-Hybrid das Programm, der wie andere E-Tech-Modelle von Renault zwei Elektromotoren und einen Benziner auffährt für den gewünschten Mix aus Sparsamkeit und Dynamik.

Womöglich wäre ein Plug-in-Hybrid für den deutschen Markt besser gewesen, schließlich gibt es da ja eine staatliche Förderung bei entsprechend großer E-Reichweite. Doch Renault gönnt dem neuen Arkana mit Blick auf andere ebenso wichtige Märkte lieber das unter dem Namen E-Tech bekannte Triumvirat aus zwei Elektromotoren und einem Verbrenner. Der wirft 94 PS ins Rennen, hinzu kommen elektrisch erzeugt einmal 20 PS oder 15 kW eines Startergenerators und 49 PS (36 kW). Die liefert ein zweiter Elektromotor, der ins Getriebe integriert ist. Das bietet zwei elektrische Gänge und vier für den Benziner. Geschaltet wird ohne Kupplung und Synchronringe, deren Aufgabe übernimmt der Elektromotor durch Anpassung der Drehzahlen. Das Anfahren geschieht ebenfalls rein mit E-Power. Klingt nerdig, irgendwie nach Over-Engineering? Mag sein. Renault streut über dieses System den Zauber des "Entwickelt für die Formel Eins" – und entscheidend ist ja vor allem, wie es funktioniert.

RENAULT ARKANA E-TECH (LJL HEV Europe), RENAULT MEGANE CONQUEST E-TECH (LJL HEV Adriatic)
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Das Cockpit des Renault Arkana E-Tech Hybrid 145.

Ja, wie funktioniert es? Im Grunde gut. Der starke E-Motor mit seinen 49 PS sorgt für fluffige Anfahrbeschleunigung und macht seine Sache ordentlich bis gut 70 km/h, wenn der kleine 1,2 kWh-Akku im Heck gut gefüllt ist und genügend Saft liefert. Ist mehr Tempo gefragt, schaltet sich der Verbrenner geschmeidig zu. Kein Rucken, kein Stolpern – dass er nun mitspielt, ist lediglich an seinem etwas kernigen Klang zu erkennen. So sanft wie der 1,3-Liter-Verbrenner der übrigen Arkana-Modelle geht dieser turbolose Geselle nicht ans Werk. Doch er schaltet sich ja auch schnell wieder ab, wenn die Akku-Anzeige nicht kurz vor Reserve dümpelt. Dann ist wieder abgasfreies Stromern angesagt.

10,8 Sekunden bis Tempo 100

Das alles funktioniert wunderbar beim automobilen Schlendern, für das man ja gemeinhin einen Hybriden kauft. Die Werkangaben für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h (10,8 s) klingt durchaus glaubhaft, die versprochen Spitze von 174 km/h wird mit ein wenig Anlauf nach einer stark abflachenden Beschleunigungskurve erreicht. Die Abteilung Attacke wird mit dem Antrieb trotzdem nicht wirklich glücklich werden: Selbst im Sport-Modus agiert das Getriebe eher behäbig mit deutlichen Pausen beim Hochschalten – und hin und wieder mit einem kleinen Ruckler inklusive ungleichförmiger Verzögerung beim starken Bremsen aus hohem Tempo. Da wirkt das Zurückschalten des Verbrenners mit einsetzender Rekuperation durch die E-Motoren nicht rundum geschmeidig.

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In 10,8 Sekunden sprintet der Renault bis Tempo 100.

Auffällig ist auch, dass die Steuerelektronik den Verbrenner öfters mit unnötig hoher Drehzahl laufen lässt, wenn der Akkufüllstand unter 50 Prozent fällt und es geraten scheint, schnell wieder Strom zu speichern. Nichts für Spielkinder ist die Rekuperations-Variabilität des Arkana E-Tech: Schaltwippen am Lenkrad gibt es nicht, um vielleicht in mehreren Stufen die Energierückgewinnung zu dosieren. Für eine stärkere Motorbremse muss man zum kleinen Wählhebel greifen und den B-Modus (Bremsen) wählen. Erheblich stärker wird die Bremswirkung dadurch aber nicht.

4,2 Liter auf 100 Kilometern

Die Verbrauchswerte wiederum sprechen für dieses Konzept, das gegenüber dem 140 PS-Benziner für einen Aufpreis von 2.500 Euro zu haben ist. Beim beschaulichen Cruisen durch Stadt und Land zeigte die Verbrauchsanzeige bald Werte von fünf Litern und weniger pro 100 Kilometer, der Normverbrauch von 4,2 Litern scheint erreichbar. Auch Autobahnfahrt bis hin zur Richtgeschwindigkeit spielte sich unterhalb der Sechsliter-Marke ab. Wer mit Blick auf niedrige Verbrauchswerte das Temperament des Arkana E-Tech 145 nicht immer abruft, kann sich also an ausreichendem Temperament und gutem Antriebskomfort bei wenig Verbrauch erfreuen. Denn viele Fahrsituationen lassen sich rein elektrisch bewältigen, wozu nur eine Taste unterhalb des hochauflösenden Monitors in Armaturenbrett Mitte gedrückt werden will.

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Zwischen 480 und 1.263 Liter fasst der Kofferraum.

Gibt es Unterschiede zu den Benzinern? Bei Komfort- und Sicherheitsausstattung verlangt der E-Tech keine Einschränkungen. Das Kofferraumvolumen sank lediglich um 33 Liter auf 480 bis 1.263 Liter, die gebremste Anhängelast schrumpfte von ohnehin mäßigen 900 auf nun 760 Kilogramm. Unverändert blieben das ordentliche Platzangebot auch in der zweiten Reihe, die gute Verarbeitung des ansehnlich eingerichteten Innenraumes und das mit 18-Zoll-Rädern nicht schmuseweiche, aber ausgewogene Federungsverhalten bei eher straffer Grundnote samt erfreulicher Agilität. Passt.

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Fazit

Als E-Tech Hybrid 145 macht der Arkana einen guten Job. Der Antrieb mit dem leicht knurrigen Benziner und dem trägen Getriebe hält noch ein wenig Respektabstand zur Perfektion, doch bei der zu erwartenden Nutzung stört wenig. 2.500 Euro Mehrpreis gegenüber dem geschmeidigen TCe 140, der laut Werksangaben nur rund einen Liter mehr auf 100 km/h verbraucht und die besseren Fahrleistungen bietet, sind allerdings kein Pappenstiel. Nicht ohne Grund erwartet der deutsche Importeur für den Arkana E-Tech deshalb nur einen Verkaufsanteil von zehn bis 15 Prozent.

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