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Mazda 2 (2017) im Fahrbericht

Das kann der japanische Kleinwagen

Mazda 2 Facelift 2017 Foto: Mazda 29 Bilder

Viel ändert Mazda am 2 zum Modelljahr 2017 nicht: weder am bewährten Kodo-Look, noch an der Motorenpalette. Manche Änderungen gibt es gar nur gegen Aufpreis.

31.05.2017 Stefan Helmreich, Andreas Of 1 Kommentar

Ob das Zufall ist oder japanischer Humor? Zum neuen Modelljahr bekommt der Mazda 2 mit G-Vectoring eine unsichtbare und kaum spürbare Softwarefunktion, die das Einlenkverhalten verbessern soll. Gleichzeitig ist auch das Lenkrad neu, so dass der Fahrer umso länger rätseln kann, ob nun Hard- oder Software das Fahrverhalten wesentlicher ändern.

Mazda 2 jetzt leiser und mit mehr Assistenz

Flink fuhr der 2 jedenfalls vorher schon, jetzt ist er dank zusätzlichem Dämmmaterial auch leiser unterwegs. Der Diesel bekommt zusätzlich Dämpfer in den Kolbenbolzen. Wir fuhren den ausreichend munteren und auffallend leisen Benziner mit 90 PS. Erfreulich komplett sind die Sicherheits-Optionen, jedoch verbergen sich dummerweise die wesentlichsten Änderungen in der Aufpreisliste: der Totwinkel-Warner warnt auch beim Rückwärts Ausparken vor querendem Verkehr, das Head-up-Display zeigt jetzt schärfer und in Farbe an und der City-Notbremsassistent funktioniert nun bis 80 km/h. Ärgerlich auch, dass die sinnvollen Sicherheits-Features jeweils an Ausstattungslinien gekoppelt sind. Neue Farben und Teilleder für die Sitze gibt es auch. Und DAB-Radio. Klingt gut.

Preise, Ausstattungen und Motoren des Mazda 2 (Euro, Modelljahr 2017)

Skyactiv-G 75 Benziner (55 kW/75 PS) 5-Gang Prime-Line: 12.890

Skyactiv-G 75 Benziner (55 kW/75 PS) 5-Gang Sondermodell Kizoku: 16.490

Skyactiv-G 75 Benziner (55 kW/75 PS) 5-Gang Center-Line: 14.90

Skyactiv-G 90 Benziner (66 kW/90 PS) 5-Gang Center-Line: 15.590

Skyactiv-G 90 Benziner (66 kW/90 PS) 5-Gang Sondermodell Kizoku Intense: 20.190

Skyactiv-D 105 Diesel (77 kW/105 PS) 6-Gang Center-Line: 17.690

Skyactiv-G 115 i-Eloop Benziner (85 kW/115 PS) 6-Gang Sports-Line: 19.290

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Der Fahrbericht von November 2014

Nein, dass sie bei Mazda jedem Trend hinterherrennen, kann man nicht behaupten. Nicht nur dass man sich mit den Skyactiv-Saugern weiterhin eisern gegen die Turboaufladung von Benzinern widersetzt. Auch den ganzen Lifestyle-Tamtam mit Lack-Tattoos und Bicolor-Kostümchen schenkt sich der komplett neu entwickelte Mazda 2.

Gänzlich entkommen lässt sich dem Zeitgeist dann aber doch nicht. Zumindest nicht auf Dauer. Denn im Gegensatz zum Vorgänger, der den Begriff Kleinwagen noch beim Wort nahm, streckt sich der Neue nun ein ganzes Stück in Richtung Kompakt-Segment. Um stolze 14 Zentimeter wächst er in der Länge, was unterm Strich 4,06 Meter ergibt – etwas mehr als beim VW Polo.

07/2014, Mazda 2 Demio Japanversion
Der neue Mazda 2 30 Sek.

Mazda 2 mit Wachstum – aber nur außen

Obwohl er sein im Klassenvergleich bemerkenswert geringes Leergewicht dabei annähernd halten kann, stellt sich die Frage nach dem Warum. Antwort: Zum einen wegen der gestiegenen Anforderungen an die passive Sicherheit im Bugbereich, zum anderen tatsächlich wegen des Designs. Wie seine Markenkollegen soll der 2er den aktuellen Marken-Look auftragen. Und der braucht – so sagt Mazda – Platz um seine muskulösen Linien auszuleben. Ob man sich für Äußerlichkeiten wirklich verrenken sollte, sei mal dahingestellt. Fest steht jedoch: Es gibt weitaus drögeres Design im Segment.

Schade nur, dass sich das Karosseriewachstum im Innen- und Kofferraum nur marginal bemerkbar macht. Durch den um acht Zentimeter verlängerten Radstand entspannt sich zwar die Fahrposition, größere Fondpassagiere drücken ihre Knie jedoch nach wie vor als Lordosenstütze in die Lehnen der Vordersitze.

Mazda 2 optional mit Head-Up-Display und LED-Scheinwerfern

Ansonsten lässt es sich an Bord durchaus aushalten. Sehenswertes Mobiliar, sauber rastende Regler, filigrane Details, ansprechende Materialien, weitreichende Connectivity-Möglichkeiten inklusive Webradio-, Twitter- oder Facebook-Streaming, und eine gute Ergonomie, die auch von der neuerdings axial verstellbaren Lenksäule und den reformierten Sitzen profitiert. Man orientiere sich in Richtung der Premium-Mitbewerber, heißt es. Und auch wenn man deren Standards hier und da noch nicht ganz erreicht: Die eingeschlagene Richtung stimmt.

Auch wegen der teils hochklassigen Ausstattungsdetails. Als erster Kleinwagen überhaupt lässt sich der Mazda 2 mit Head-Up-Display, schlüssig zentralisierter Bedienlogik und Voll-LED-Scheinwerfern ausstaffieren. Dazu kommen überzeugend funktionierende Assistenzsysteme wie Totwinkelscanner, Ausparkhilfe und Fernlichtautomatik (Paketpreis 900 Euro), die allerdings ebenso der Topversion vorbehalten sind wie der dort serienmäßige Notbremsassistent.

In vier Ausstattungslinien unterteilt sich der Fünftürer insgesamt. Schweinsgaloppieren wir kurz mal durch: Als Basis die schlichte Prime-Fassung mit Klimaoption ab 12.790 Euro; darüber die Center-Line für Minimum 14.960 Euro, die neben der manuellen Klimaanlage auch ein dreispeichiges Lederlenkrad, geteilt klappbare Rücksitze und einen Tempomat mitbringt; dann Exclusive (ab 15.690 Euro) mit Nettigkeiten à la Spurhalteassi und Navi-Option; sowie – einmal Durchatmen, gleich haben wir‘s – die 17.390 Euro teure, ab Werk parkpiepsende und klimaautomatisierte Sportsline. Wermutstropfen: die meisten Aufpreis-Goodies sind strikt an Linien gebunden.

Turbolose Benziner und Sahne-Diesel

Auch das Motorenmenü gestaltet sich recht standardisiert. Das jedoch ist insofern verschmerzbar, da man die beiden Filetstücke fast durch die Bank serviert. Alles in allem stehen drei Benziner und ein Diesel zur Wahl – allesamt Vierzylinder, allesamt 1,5 Liter klein, allesamt mit Start-Stopp. Der 75-PS-Einsteiger empfiehlt sich nur innerstädtisch, sein technisch aufwändigeres Gegenüber dank 115 PS, breitem Drehmomentband und kürzerer Gesamtübersetzung vor allem für Eilige, sodass die meisten wohl zur 90-PS-Mitte greifen. Zur goldenen Mitte. Der Vierzylinder stuft sich wie der Basismotor zwar nur in fünf Gänge, übernimmt in Form des hohen Verdichtungsverhältnisses von 14,5:1 aber das Herzstück der Skyactiv-Technologie vom Topmodell. Trotz des überschaubaren Drehmoments von 148 Newtonmetern maximal zieht er die gut tausend Kilo Mazda entschlossen vom Fleck, quirlt danach weitaus energischer hoch als der einstige Fünfzehnhunderter und fällt in den lichteren Drehzahlregionen nicht mehr so sehr ab.

Ob man das Fehlen des Turboladers spürt? Auf jeden Fall, vermissen wird man ihn jedoch nicht – zumal sich auch der Normverbrauch mit 4,5 l/100 km durchaus im Dunstkreis der TSIs und TCes bewegt. Dennoch: Highlight der Palette ist der flammneue, aber teure Diesel mit 105 PS und 220 Newtonmetern, der in Kraftentfaltung, Laufkultur und Klang fast als Benziner durchgehen könnte. Kein Einknicken beim Anfahren, keine unwirschen Kraftspitzen, kein Geratter, kein Schütteln beim Anlassen. Vorbildlich.

Agil mit jedem Motor

Im Endeffekt spielt die Wahl des Motors aber gar nicht die ganz große Rolle. Einfach weil der Mazda 2 ein extrem wendiges, leichtfüßiges Auto geworden – nein – geblieben ist. Mag ja sein, dass er mit seiner Verbundlenkerhinterachse nicht ganz so samtig in Verwerfungen ditscht wie die anvisierte Premium-Konkurrenz, fahremotional jedoch ist er in seiner Leistungsklasse ganz vorn dabei. Die Lenkung zackt ihn pfiffig ums Eck, das Fahrwerk klammert sich lange am Radius fest, während sich die neuen Schaltgetriebe – ob fünf oder sechs Gänge ist ganz egal – derart cross durch die Gassen hauen lassen, dass man über die neue Sechsstufen-Automatik nicht nachdenken muss. Noch so ein Beispiel, dass Mazda nicht jedem Trend hinterherrennt.

Fazit

Nach den ersten Fahreindrücken erweist sich der neue Mazda 2 als sicherer, sehr gut beherrschbarer Kleinwagen mit genug Platz und Kopfraum für vier ausgewachsene Europäer. Wie sparsam er ist, müssen spätere Tests zeigen.

Technische Daten
Mazda 2 Skyactiv-G 75 Prime-LineMazda 2 Skyactiv-G 90 Center-LineMazda 2 Skyactiv-D 105 Center-LineMazda 2 Skyactiv-G 115 Sports-Line
Grundpreis12.890 €15.590 €17.690 €19.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4060 x 1695 x 1495 mm4060 x 1695 x 1495 mm4060 x 1695 x 1495 mm4060 x 1695 x 1495 mm
KofferraumvolumenVDA280 bis 950 l280 bis 950 l280 bis 950 l280 bis 950 l
Hubraum / Motor1496 cm³ / 4-Zylinder1496 cm³ / 4-Zylinder1499 cm³ / 4-Zylinder1496 cm³ / 4-Zylinder
Leistung55 kW / 75 PS bei 6000 U/min66 kW / 90 PS bei 6000 U/min77 kW / 105 PS bei 4000 U/min85 kW / 115 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit171 km/h183 km/h178 km/h200 km/h
Verbrauch4,7 l/100 km4,5 l/100 km3,4 l/100 km4,9 l/100 km
TestverbrauchSuper BenzinSuper BenzinDieselSuper Benzin
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    Schön, dass es noch Alternativen gibt!
    Man nehme: Ein relativ leichtes Auto, einen ausreichend dimensionierten Motor, der in puncto Fahrdynamik etwas schwächer sein kann, da er weniger Fahrzeugmasse in Schwung bringen muss und die Stirnfläche relativ klein ist im Vergleich zu den Mitbewerbern - gut so! Wer ein agiles und robustes Auto aus diesem Fahrzeugsegment möchte, wird daran wohl kaum vorbeikommen. Technisch auch interessant, da man sieht, was man motorenseitig noch so alles umsetzen kann.

    ExigeE265 1. Juni 2017, 13:17 Uhr
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